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Beim Summer Fun Day am Ginnheimer Wäldchen dürfen Kinder selbst an den Löschschlauch.

Feuerwehr Frankfurt

"Ohne Spaß lockt man keine Jugendlichen an"

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Stefan Cornel, Referent für Jugend bei der Frankfurter Feuerwehr, spricht im FR-Interview über die Entwicklung der Jugendfeuerwehr und ihre Werte.

Herr Cornel, in Hessen gehen die Mitgliedszahlen bei den Jugendfeuerwehren zurück. Wie sieht es in Frankfurt aus?
Hier sind die Zahlen seit Jahren konstant. Aktuell liegen sie bei mehr als 500. Für uns ist das ein großer Erfolg.

Wo sehen Sie die Gründe dafür?
Ich denke, dass unsere Betreuer einfach eine hervorragende Arbeit machen. Damit schaffen sie es, dass sich viele Jugendliche trotz der zahlreichen Angebote in einer Stadt wie Frankfurt für die Feuerwehr entscheiden.

Wie sieht diese Jugendarbeit konkret aus?
Wir sehen uns als Jugendgruppe, die Freizeitmöglichkeiten für junge Menschen anbietet. Wir grillen, machen Spieleabende, gehen schwimmen. Dadurch wird der Teamgeist gestärkt, und das ist es, was Jugendliche anzieht.

Aber es ist ja immer noch die Feuerwehr. Was genau lernen die Jugendlichen bei Ihnen?
Wir haben einen theoretischen und einen praktischen Teil. In der Theorie lernen die Jungen und Mädchen alles über die Geräte und die Ausrüstung, es werden Grundlagen zum Löschen und zur Ersten Hilfe vermittelt. In der Praxis werden Löscheinsätze geübt. Die Feuerwehrtechnik kommt für mich an zweiter Stelle. Ich bezeichne sie gerne als die Verpackung, unter der wir Werte vermitteln.

Welche Werte meinen Sie?
Zusammenhalt, demokratisches Verständnis, Respekt. Und ganz wichtig, viel wichtiger als bei den Erwachsenen: Spaß. Ohne Spaß lockt man keinen Jugendlichen zur Feuerwehr.

Wie hoch ist die Durchlässigkeit zur Feuerwehr?
Wir haben pro Jahr rund 100 Neuzugänge bei der Jugendfeuerwehr, gleichzeitig wechseln etwa 40 hoch zur Feuerwehr. Mit dieser Quote sind wir sehr zufrieden.

Wie viele Einsätze fahren die Jugendlichen pro Jahr?
An Einsätzen nehmen sie gar nicht teil. Die Einschätzung, wie gefährlich das wird, ist im Voraus nie zu treffen. Daher ist eine Teilnahme nicht vorgesehen.

Wie werden die Jugendlichen dann bei Ihnen auf den Ernstfall vorbereitet?
Vor allem durch Großübungen. Die finden regelmäßig statt. Ende Oktober waren bei der Jahres-Abschlussübung 350 Jugendliche zugegen.

Gab es weitere Höhepunkte 2017?
Dazu zählt sicherlich unser regelmäßiger „Summer Fun Day“, bei dem wir wie immer im Ginnheimer Wäldchen über unsere Aktivitäten informiert haben.

Was haben Sie sich für das Jahr 2018 vorgenommen?
Unser Fokus wird besonders auf der Gewinnung von neuen Betreuern liegen. Ohne die läuft es nicht. Leider haben wir da eine hohe Fluktuation, die sich kaum vermeiden lässt. Viele Betreuer sind Anfang 20, da ändern sich die Lebensumstände oft. Wir müssen daher zusehen, noch mehr Menschen zu gewinnen, die Spaß daran haben, mit Jugendlichen zu arbeiten und ihnen unsere Werte zu vermitteln.

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