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FR Altenhilfe

Ohne FR-Altenhilfe könnte sich Quentin S. kein Farbe für Malerei leisten

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Not gemeinsam lindern Quentin S. scheiterte mit seiner Altersvorsorge

Wenn Quentin S. eine Leinwand vor sich hat und malen kann, fühlt er sich frei. „Malen ist im Grunde das Einzige, was mir ein befriedigendes Gefühl gibt“, sagt der 79-Jährige und fügt hinzu: „Mein Selbstwertgefühl, was ja sonst daniederliegt, wächst dadurch.“ S. malt am liebsten Natur in abstrakten Formen mit Acrylfarben. Ohne die FR-Altenhilfe könnte er sich die Farben jedoch nicht leisten. „Deshalb“, so sagt er, „bin ich über die 350 Euro immer wahnsinnig glücklich.“ Zu Ostern und zu Weihnachten erhält er neben den monatlichen 400 Euro Grundsicherung, mit der er über die Runde kommen muss, diese Unterstützung. Abgesehen von den Malutensilien habe er viele Ansprüche heruntergeschraubt. „Urlaube oder so was habe ich mir abgeschminkt“, erzählt der Pensionär, der durch eine falsche private Altersvorsorge in die Armut abgerutscht ist. „Ich hatte mein ganzes Leben auf das falsche Pferd gesetzt“, sagt er und fügt hinzu: „Das Geld.“

Mit seinen Eltern, die aus Schlesien stammen, erlebte das Nachkriegskind zunächst „unruhige Zeiten“. Ehe der Vater in Frankfurt beruflich Fuß fassen konnte, lebte die Familie, zu der noch zwei Brüder gehören, zeitweise in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern, wo S. zur Grundschule ging.

In Frankfurt besuchte er ab der fünften Klasse das Gagerngymnasium, machte sein Abitur und studierte im Anschluss an der Werkschule Offenbach, der heutigen Hochschule für Gestaltung. Als selbstständiger Grafik-Designer gestaltete er im Anschluss Werbedrucksachen, Logos, Kataloge, Prospekte und Messestände für teils große Kunden wie Ferrero.

Nach Jahren erfolgreicher Arbeit kam der Bruch. „Ich habe mich nie für die Rente entschieden“, sagt S. Stattdessen wollte er seine Altersvorsorge selbst finanzieren und investierte in ein Bauherren-Modell. Die Investition ging schief, S. war pleite. „Das hat damals viele Leute in den Ruin gerissen“, berichtet der Sachsenhäuser. Einen Großteil seines Berufslebens habe er damit verbracht, Schulden abzubauen.

Er habe „große Existenzängste entwickelt“, Tag und Nacht geschuftet. „Die Familie hat mich vor lauter Arbeit nicht mehr gesehen.“ So zerbrachen im Laufe der Jahre zwei Ehen, aus denen er drei Söhne hat. Zwei Söhne würden sich um ihn kümmern und ihm ab und zu etwas Geld zustecken. „Aber ich bin kein Bettler“, sagt er mit Stolz in der Stimme. Vielmehr habe er sich von Materiellem abgewendet und genieße die kleinen Freuden des Lebens, etwa einen Spaziergang im Wald. Dort findet er auch die Inspiration für seine Gemälde. cd

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