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Vom Rollfeld aus kann man den Fraport-Mitarbeitern bei der Arbeit zusehen.

Airport erleben

Ohne Flugticket ganz nah an die Boeing ran

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Auf einer Fraport-Rundfahrt erhalten Teilnehmer einen Blick hinter die Kulissen des größten Verkehrsflughafens Deutschlands.

Auf einem beinahe leeren Flugfeld bleibt der Fraport-Bus stehen. An ihm rollt langsam ein Airbus 380 vorbei – mit einer Maximalkapazität von mehr als 800 Passagieren das größte Verkehrsflugzeug der Welt. Die Teilnehmer der Flughafen-Rundfahrt haben sich allesamt an die linke Fensterfront des Gelenkbusses gestellt, um die beste Sicht auf den beeindruckenden Tiefdecker zu bekommen. Gespannt verfolgen sie, wie sich die Maschine der Startbahn nähert.

Dort angekommen, nimmt der Flieger zügig Fahrt auf und wirbelt unter seinen Flügeln den Staub neben der Flugbahn auf. 270 bis 300 Kilometer pro Stunde schafft der Airbus auf dem Boden, erklärt Tour-Guide Olaf Gromadecker der Gruppe im Bus. Langsam steigt das 570 Tonnen schwere Flugzeug am anderen Ende der Startbahn aus der Staubwolke in die Luft und lässt die Gruppe staunend am Boden zurück.

So nah wie bei der Fraport Maxi-Tour kommt man einem startenden Airbus 380 für gewöhnlich nur, wenn man selbst das Glück hat, in ihm Richtung ferner Länder zu reisen. Die Rundfahrt ermöglicht das ganz ohne Abflug. Eine Sache ist aber genauso wie beim Einchecken für den Urlaubsflug: Auch die Teilnehmer der Flughafen-Führung müssen zunächst durch eine Personenkontrolle, inklusive Sprengstofftest und Metalldetektor. Spitze Gegenstände dürfen auch hier nicht mitgeführt werden, allerdings sind Wasserflaschen – auch gefüllt – erlaubt. Außerdem müssen die Teilnehmer eine Warnweste überziehen, ähnlich derjenigen, die auch die Mitarbeiter auf dem Flugfeld tragen. Doch nur auf den Besucherwesten steht „Faszination Flughafen“.

Am Frankfurter Flughafen können Besucher die Flugzeuge aus der Nähe betrachten.

Das Marketing hält, was es verspricht: Im 45-Sekunden-Takt düsen Flugzeuge im Start oder Landeanflug über den Bus hinweg. Gromadecker kann jedes Flugzeugmodell beim Namen nennen und alle Logos auf der Hecklackierung erklären. „Da drüben macht gerade eine Triple Seven runter“, sagt der Guide und deutet auf eine Maschine mit dem British-Airways-Schriftzug zwischen Flügel und Cockpit. Kaum hebt ein Flugzeug ab, rollt schon das nächste auf die Startbahn zu. Kaum setzt ein Flugzeug in Frankfurt auf, taucht am Horizont schon das nächste im Landeanflug auf. So starten und landen am Frankfurter Flughafen im Schnitt täglich rund 1400 Flugzeuge.

Im Gegensatz zu der Hektik auf den Start- und Landebahnen ist es in der heißen Jahreszeit um das Wintergebäude ruhig. Es wird wohl erst in einigen Monaten wieder den Betrieb aufnehmen, und so stehen die Spezialfahrzeuge zur Enteisung und Schneeräumung im Moment verlassen auf ihren Plätzen. „Eisbären-Service nennen wir die Enteisung hier am Flughafen“, sagt Gromadecker. Hinter der so niedlich klingenden Winterdienstleistung verbirgt sich eine stolze 5000-Euro-Maßnahme pro Maschine.

Auch an der Feuerwache 3 kommt der Bus bei seiner Fahrt vorbei. Sie ist eine von fünf Feuerwachen auf dem Fraport-Gelände. 350 Feuerwehrmänner und -frauen und 70 Einsatzfahrzeuge stehen am Fraport für den Notfall bereit, erzählt Gromadecker. Denn wenn es am Flughafen brennt, muss es schnell gehen.

Bei einem Gebäudebrand muss die Feuerwehr in acht bis zehn Minuten vor Ort sein. Brennt ein Flugzeug, haben die Einsatzkräfte maximal zwei Minuten.

Im Moment werden die 50 Tonnen schweren Löschfahrzeuge an der Feuerwache 3 nicht gebraucht, so dass sie die Teilnehmer der Rundfahrt ausgiebig bestaunen und mit ihren Kameras in Habachtstellung in Ruhe fotografieren können.

Alle 45 Sekunden startet oder landet ein Flugzeug in Frankfurt.

Im Frachtbereich „CargoCity Süd“ steht gerade ein Mitarbeiter auf einer Trittleiter vor der Turbine eines russischen Frachtflugzeugs und kontrolliert den Ölstand, als der Rundfahrtbus vorbei fährt. Daneben wird gerade eine China Southern Cargo ausgeladen. Auf den Containertransportern der Fraport wird die Frachtware am Bus vorbei abtransportiert.

An Terminal 1 erwischen die Teilnehmer die fällige Betankung eines Airbus 380. Unter der Tragfläche schließt der Tankwart den Schlauch an und schon läuft der Kraftstoff in den Tank im Flügel. Etwas weiter klettert ein Fraport-Mitarbeiter auf einer Leiter hinauf vor das Cockpit einer Boeing 747, um dort die Fenster zu putzen.

Anders als bei anderen Rundfahrtangeboten am Frankfurter Flughafen gibt die Maxi-Tour auch schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Zukunft am Fraport. Im Süden des Flughafens bleibt der Bus einen Moment lang an der Stelle stehen, an der bis 2023 das neue Terminal 3 entstehen soll. Wo sich derzeit eine Baugrube in der Größe von zehn Fußballfeldern auftut, sollen 50 neue Gates hochgezogen werden. Die Großbaustelle ist aktuell das größte privatfinanzierte Infrastrukturprojekt Europas. Aus dem Bus lassen sich die Bauarbeiter bei der Arbeit am Hauptgebäude des zukünftigen Terminals beobachten. Auch an den neuen Flugsteigen G und H wird derzeit schon auf Hochtouren gebaut.

Im nördlichen Frachtbereich beendet Olaf Gromadecker schließlich die Rundfahrt. Die gelben Warnwesten dürfen die Teilnehmer als Erinnerung behalten. So steigt die Gruppe aus dem Bus aus und läuft in die Ankunftshalle des Frankfurter Flughafens. Dort mischen sie sich wieder unter die regulären Fluggäste, von denen der ein oder andere vielleicht eben noch im Landeanflug über den Fraport-Bus hinweggedüst ist.

Gewinnen

Die FR verlost eine Maxi-Tour inklusive Einblick in das entstehende Terminal 3 am Frankfurter Flughafen.

Alle FR-Leser ab 16 Jahren können sich bis Mittwoch, 10. Juli, online unter https://fr.de/gewinnspiel mit dem Losungswort bewerben, das Sie in der FR-Printausgabe vom 6. Juli finden. Insgesamt können 48 Personen teilnehmen.

Wenn Sie nicht alleine an der Maxi-Tour teilnehmen möchten, notieren Sie direkt hinter dem Losungswort „+XY“, wobei Sie XY durch die Zahl der Personen ersetzen, die Sie gerne zusätzlich mitnehmen möchten. Die Führung findet am 17. Juli um 10 Uhr statt. Treffpunkt ist eine Viertelstunde vorher an Terminal 1, Halle C, Abflugebene 2 (der Beschilderung FRA Airport Tours & Shop folgen).

Um teilnehmen zu können, benötigen Sie Ihren Personalausweis. Die FR informiert nur die Gewinner; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

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