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Swim&Run im Stadionbad bei der Vorstellung der Junior-Bäder-Karte.

Frankfurt

Ohne Anstehen ins kühle Nass

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Frankfurt will mit der Junior-Bäder-Karte noch familienfreundlicher werden und eine größere Kundenbindung

Ganz rund läuft das nicht, als Stadtrat Markus Frank (CDU) versucht, seine Tochter Anna-Victoria für die neue Junior-Bäder-Karte anzumelden. Der für die Aktion an der Kasse des Stadionbads eigens abgestellte IT-Fachmann bittet um Geduld: „Der Vorführeffekt.“ Dann klappt es aber doch noch und Franks Tochter ist eines der ersten Kinder, das künftig nicht nur kostenlos, sondern ohne großes Anstehen ins Schwimmbad kommen.

Die Karte gilt seit Mittwoch in allen Frankfurter Schwimmbädern. Im Brentanobad gibt es sogar schon ein eigenes Drehkreuz für Inhaber der Junior-Bäder-Karte. „Wir wollen noch familienfreundlicher werden“, gibt Sportdezernent Frank die Losung vor. Mit dem kostenfreien Eintritt für Kinder wagte die Stadt schon Anfang des Jahres einen bundesweit vielbeachteten Schritt in Richtung Familienfreundlichkeit. Das Angebot wird gut angenommen. Bis Montag hatten 177 000 Kinder und Jugendliche den kostenfreien Eintritt genutzt. 145 000 oder 82 Prozent davon stammen aus Frankfurt, die anderen Kinder aus dem Umland. Anfangs hatte es Kritik gegeben, weil Frankfurt nun auch noch „den Speckgürtel“ im Umland versorge. „Wir wollen aber keine Kinder diskriminieren“, so Frank.

Die Karte

Die Junior-Bäder-Karte kann online oder beim Besuch im Schwimmbad beantragt werden. Bei einer Abholung vor Ort darf ein Elternteil einmalig kostenfrei ins Schwimmbad.

Genutzt werden kann der Service als Plastikkarte oder als E-Ticket auf dem Smartphone.

www.frankfurter-baeder.de ote

Die Großzügigkeit der Bäderbetriebe zielt auf eine stärkere Kundenbindung ab. Denn zum einen werden die Kinder, die vom Angebot angelockt werden, irgendwann mal 15 und müssen zahlen, zum anderen zieht der freie Eintritt teilweise ja auch die kostenpflichtigen Eltern mit ins Bad. Auch der neue Service des Eintritts ohne Anstehen zielt darauf ab. Denn die Nutzer müssen eine Mailadresse angeben, mit der sie dann über Angebote und Aktionen der Bäderbetriebe informiert werden. „Wir wollen eine Bäder-Community schaffen“, so Frank. Da die Kinder bislang schon Angaben machen mussten, weiß die Stadt nun schon, dass unter den 177 000 Kindern 62 Prozent Schwimmer waren. Vergleiche, wie viele Badegäste mehr dank des kostenlosen Eintritts kamen, können laut Frank übrigens nicht gezogen werden. Das Wetter im vergangenen Jahr war bis jetzt deutlich besser.

Dafür passt das Wetter bei dem Frankfurter Swim&Run im Stadionbad, der am Mittwoch parallel zur Präsentation der Junior-Karte über die Bühne ging. 750 Frankfurter Schüler waren bei der nun schon zehnten Auflage dabei. Mit der Veranstaltung, die von der Deutschen Triathlon Union (DTU) gemeinsam mit Schulamt und Sportamt ausgerichtet wurde, erhofft sich der Verband einen größeren Zuspruch für seine Sportart. Mirco Beyer, Jugendsekretär in der DTU, findet es da natürlich gut, dass Kinder und Jugendliche in Frankfurt freien Eintritt haben: „Das ist ein lukrativer Ansatzpunkt, damit mehr Kinder Schwimmen lernen.“ Nichtschwimmer würden niemals Triathleten, und vor 20 Jahren seien bei den Schülern „die Schwimmkünste besser ausgeprägt gewesen“, so Beyer. Die Junior-Bäder-Karte könnte da ein weiterer Schritt zur Abhilfe werden.

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