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Schulleiterin Iris Braun (links) und ihr Stellvertreter Andreas Pälzer betrachten die Schäden an der Turnhalle.

Eckenheim

Offiziell baufällig

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Baudezernent Jan Schneider begutachtet Münzenbergerschule und sichert Hilfe zu.

Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) ist mit einer klaren Vorstellung in den gestrigen Ortstermin mit seinem Parteikollegen, dem Baudezernenten Jan Schneider, an der Münzenbergerschule gegangen: „Wir schauen uns gemeinsam das Desaster mal an.“ Denn dort gibt es gleich mehrere – im wahrsten Sinne des Wortes – Baustellen.

Deswegen hatte Schulleiterin Iris Braun, die seit Februar im Amt ist, Schneider eingeladen,. damit der sich ohne Öffentlichkeit ein Bild von der Situation macht. Eine Situation, zu der Robert Lange vorher gesagt hatte: „Es ist nicht mehr lustig.“

Das sieht auch Schneider so. Wie aus Kreisen der Teilnehmer zu erfahren war, habe er zugesagt, ein Gesamtkonzept für die Schule anschieben zu wollen. Dadurch solle sichergestellt werden, dass alle Mängel umfassend beseitigt werden. Es solle eine „Lösung für die nächsten Generationen sein“, heißt es. Die müsse aber erst geplant, dann mit dem Stadtschulamt abgesprochen und bei den Haushaltsberatungen genehmigt worden. Vor 2021 werde das eher nichts.

Bis dahin wird sich Iris Braun also weiterhin um die Mängelverwaltung kümmern, obwohl sie eigentlich viel lieber ihre Visionen umsetzen will. Denn sie will eine Schule prägen, „die für alle Schüler da ist“, auch für die, die eine inklusive Beschulung brauchen, auch wenn Braun diesen Begriff selbst nicht mag.

Doch sie hat derzeit drängendere Themen. Zum Beispiel den Keller des Hauptgebäudes. Das wurde 1963 erbaut. Gewisse Mängel dürften nach so langer Zeit also normal sein. Aber im Keller kam 2017 an einem Wochenende ein Teil der Decke runter, wegen Feuchtigkeit. Seitdem ist dieser Trakt gesperrt und nicht nutzbar.

„Uns fehlen dadurch zwei Klassenzimmer und ein Werkraum“, sagt der stellvertretende Schulleiter Andreas Pälzer. Dabei wurde nach dem Deckeneinsturz sogar mit der Sanierung begonnen. Alle drei Räume wirken, als würden Arbeiter gerade nur eine Pause machen; in einem Raum liegt eine Spezialrolle für den Boden, in einem anderen wurden bereits Bretter an der Wand angebracht. Doch 2018 gab es ein Gutachten, wonach sich eine Sanierung nicht lohne, ein Abriss samt Neubau billiger sei. „Passiert ist seitdem nichts“, sagt Pälzer etwas resigniert.

Und führt weiter Richtung Turnhalle. Dabei kommt man wieder durch den Eingangsbereich des Haupthauses, der so gar nicht an eine baufällige Schule erinnert. Die Wände sind grün gestrichen, die Türen abgeschliffen, eine Sitzgruppe mit neuen Polstern ausgestattet. „Das haben wir Eltern alles in Eigenregie gemacht“, erklärt Sabine Balk vom Schulelternbeirat. „Von der Stadt kam da nichts.“

Sabine Balk (Elternbeirat) in einem der nicht nutzbaren Räume.

Nicht anders verhält es sich bei der Turnhalle. Die stammt ebenfalls aus dem Jahr 1963 – und so sieht sie auch aus. Von außen und von innen. Aber um das Aussehen geht es Schulleiterin Braun nicht. Bereits 2015 sind einige Glasbausteine aus der Wand gefallen, nach innen und außen. Zum Glück wieder zu einem Zeitpunkt, als keine Schüler in der Halle waren. „Aber das ist natürlich kein Zustand“, klagt Iris Braun. Von außen sollen ein Gitter und eine Folie ein abermaliges Abfallen der Glasbausteine verhindern. Doch das Gitter lässt genug Platz, und die Folie hängt schlaff herunter. Ein Neubau soll laut Schneider auf jeden Fall Teil des Gesamtkonzeptes sein.

Auf der anderen Seite der Halle befindet sich der Schulhof, auf ihm zwei Container. Die sollten als Klassenräume dienen, doch das tun sie schon lange nicht mehr. Einer steht leer, in dem anderem findet eine Frühbetreuung statt. Beide sind sanierungsbedürftig. Nach den Herbstferien soll eine neue Containeranlage bezugsfertig sein, so die Stadt.

Von der heißt es zu dem Problemen: „Das Amt für Bau und Immobilien ist in enger Abstimmung mit der Schulleitung bestrebt, die Situation der Münzenbergerschule so schnell wie möglich zu verbessern. Einige Maßnahmen, etwa zur Optimierung des Brandschutzes, wurden bereits im vergangenen Jahr umgesetzt.“ Zudem gebe es seit September 2018 wieder einen festen Schulhausverwalter.

Für den Neubau der Turnhalle und die Sanierung des Haupthauses sind darüber hinaus Planungsmittel im Haushalt 2019 eingestellt. „Sobald der Haushalt genehmigt ist, stehen diese Mittel für die weitere Planung zur Verfügung“, so Günter Murr vom Amt für Bau und Immobilien.

Von bloßen Planungsmitteln hat die Schule aber noch nichts. In Sachen Containeranlage bringt das ein konkretes Problem mit sich: Aus den aktuell 15 Klassen werden zum neuen Schuljahr 16, weil es vier erste Klassen geben wird. Der Plan war, die drei Räume im Obergeschoss des Haupthauses, in der derzeit die Erweiterte Schulische Betreuung stattfindet, in den neuen Container umzuziehen. Immerhin sollte der ursprünglich auch schon im vergangenen Herbst stehen. In den zehn Wochen, die nun zwischen Schuljahresbeginn und Herbstferien und damit der Errichtung der Container liegen, fehlt der Schule ein Klassenraum. „Wir haben noch keine Lösung, wie wir dieses Problem angehen wollen“, so Braun.

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