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Leibnizschule Höchst: „Rassistische Entgleisungen“

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In einem offenen Brief werfen Eltern und Schüler der Leibnizschule der Schulleiterin autoritäres Verhalten vor. Die Kritisierte weist die Vorwürfe zurück und zeigt sich vom Vorgehen irritiert. Auch der Schulelternbeirat distanziert sich.

Es sind harte Vorwürfe, die sich Sabine Pressler, Schulleiterin der Leibnizschule in Höchst, in ihrer letzten Woche vor dem Ruhestand anhören muss. „Wie, Frau Pressler, sollen Schülerinnen und Schüler Respekt und Verantwortung erlernen, wenn sich die Direktorin selbst respektlos und unverantwortlich verhält?“

Dieser und viele weitere anklagende Sätze stehen in einem offenen Brief an die scheidende Schulleiterin des Mittelstufengymnasiums, der am Montag der FR zuging. Unterzeichnet hat ihn Joachim Preiser, Pfarrer und Vater eines Siebtklässlers „im Namen von jetzigen und ehemaligen Schülerinnen und Schülern der Leibnizschule, sowie deren Eltern“.

Von „rassistischen Entgleisungen gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund“ ist darin zu lesen, von der „Bloßstellung von Einzelnen vor der gesamten Klassengemeinschaft“, von „autoritärem und herrischem Auftreten“ gegenüber Eltern sowie einer durch die Schulleiterin „geschürten Kultur der Angst und Einschüchterung im Kollegium“.

Es sei eine Aktion aus der Klasse seines Sohnes heraus, sagt Joachim Preiser. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler der schulintern als „Problemklasse“ geltenden Siebten sowie deren Eltern hätten ihm die gesammelten Vorfälle zugetragen. Er selbst habe bereits vor Monaten beim Staatlichen Schulamt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Pressler eingereicht, nachdem diese, so stellt es Preiser dar, seinen Sohn bloßgestellt und einen anschließenden Gesprächswunsch ignoriert habe. „Ich habe so was noch nie erlebt. Und ich bin nicht jemand, der sich schnell beschwert.“

Pressler selbst bestreitet das ihr vorgeworfene Verhalten. „Ich scheue Konflikte nicht und bin auch nicht so von mir überzeugt, dass ich sagen würde, ich löse nie Konflikte aus. Aber ich habe etwas gegen Unterstellungen, die nicht der Wahrheit entsprechen.“

Elternbeirat distanziert sich

Je nach Art der Vorwürfe, die ihr selbst noch nicht vorlägen, seien auch rechtliche Schritte denkbar. „Schüler dürfen natürlich ein Flugblatt gegen die Schulleitung verteilen. Das ist Teil der Meinungsfreiheit. Aber hier ist es glaube ich eher eine Sache des Herrn Preiser“, so die Schulleiterin. „Ich denke, es fällt auf die Füße desjenigen, der das angezettelt hat. Nicht auf meine.“ Verwundert zeigte sich Pressler zudem, dass Preiser sich nicht über den Schulelternbeirat, dessen Mitglied er ist, an sie gewandt habe.

Der Vorstand des Gremiums zeigt sich gleichermaßen irritiert. „Wir fühlen uns übergangen und distanzieren uns von dieser Vorgehensweise, unabhängig vom Inhalt des Briefes“, so der Schulelternbeiratsvorsitzende Andreas Fiedler. Die Vorwürfe gelte es selbstverständlich aufzuklären. Entsprechende Kritik an der Schulleitung sei aber zuvor kein Thema gewesen. Joachim Preiser entgegnet, den Vorstand über die Vorwürfe und den geplanten Brief informiert zu haben. Es sei nur „kein befriedigender Reflex darauf gefolgt“.

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