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Preisgekrönt: Die Fotoalben, die beim Projekt „Handy Heim Heimat“ entstanden sind. Foto: Michael Schick
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Preisgekrönt: Die Fotoalben, die beim Projekt „Handy Heim Heimat“ entstanden sind.

Kunst

Offenbach: Der 23. HfG-Rundgang führt auch ins frühere Polizeipräsidium

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die Studierenden der Hochschule für Gestaltung in Offenbach zeigen ihre Arbeiten. Zu sehen sind sie unter anderem im früheren Polizeipräsidium Südosthessen, das abgerissen wird.

An der Fassade des ehemaligen Polizeipräsidiums Südost-hessen in der Geleitstraße in Offenbach weht eine Plakat. „Polizeigewalt öffentlich machen, in Offenbach und überall“ steht darauf. Studierende der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach haben es aufgehängt. Sie können das frühere Polizeirevier vom heutigen Freitag an bis Sonntag für ihren 23. Rundgang nutzen - und arbeiten mit den Räumen und Dingen, die sie vorfanden.

Konzerte und Performances im alten Polizeipräsidium

„Blitzsauber“ habe die Polizei das Revier hinterlassen, nachdem sie an den Spessartring umgezogen sei, sagt HfG-Professor Heiner Blum. Und dennoch wurden die Studierenden fündig. Sie hoben Bodenplatten hoch, unter denen sich Kabel befanden, und sammelten die Materialien, die neben den Kabeln lagen, als „Beweismaterial“ ein. Die Küchen, in denen sich die Polizistinnen und Polizisten in ihren Pausen trafen, verwandelten sie in Installationen.

In der früheren Kantine sind Performances und Konzerte zu sehen und zu hören. Unter anderem spielt die Gruppe „Der Band in der Hecke“ Songs, die an die Feenhaftigkeit von „Au Revoir Simone“ erinnern (Samstag, 19 Uhr). Im hinteren Raum der Kantine gibt es die Performance „Kommst an die Bar, wirste Star“, bei der es günstiges Bier zu gewinnen gibt. Das frühere Polizeipräsidium Südosthessen, das im Besitz von Erasmus Offenbach ist, wird im Frühjahr abgerissen, um Platz für eine Schule zu schaffen. Es ist die letzte Chance, das Gebäude zu erleben.

Rundgang

Der 23. Rundgang der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach ist am heutigen Freitag (18 bis 22.30 Uhr), am Samstag (14 bis 22.30 Uhr) und am Sonntag (14 bis 20 Uhr). Der Eintritt ist frei. Besucherinnen und Besucher müssen die 3G-Regeln einhalten und in den Innenräumen eine Maske tragen.

Die knapp 800 Studierenden zeigen beim Rundgang ihre Arbeiten. Es gibt drei Veranstaltungsorte, den HfG-Campus (Schlossstraße 31), die Zollamt Galerie (Frankfurter Straße 91) und das frühere Polizeipräsidium Südosthessen (Geleitstraße 124).

Am Freitag wird der Rundgang um 18 Uhr in der Aula eröffnet, anschließend folgenden Preisverleihungen unter anderem für Bewegtbild, Bühnenbild, Illustration, Fotografie, Malerei, Awareness. Von 20 Uhr an folgenden Performances.

Am Samstag gibt es die Performance „Schmerkörpergenese“ um 16 Uhr in der Aula, am Sonntag um 18 Uhr. Am Samstag ab 20 Uhr ist ein Filmabend. Führungen für Kinder gibt es samstags und sonntags um 16 Uhr. Treffpunkt ist der Brunnen am Schlossplatz.

Der HfG-Filmbereich zeigt Projektionen an der Fassade des Isenburger Schlosses von Freitag bis Sonntag.

In der früheren Kantine des Polizeipräsidiums sind Performances am Freitag (18 bis 19.15), am Samstag (16.30-22 Uhr) und am Sonntag (16 bis etwa 19 Uhr). fle

Die Plakate zum Rundgang, die ein wenig an Kiesel am Strand erinnern, haben Sarah Stendel und Laura Hilpert entworfen. Zunächst formten sie Ton in Kästen, bedruckten ihn im Siebdruckverfahren mit den Rundganginfos und pressten anschließend Objekte in das Material, um es zu verformen. Das Resultat fotografierten sie ab und machten daraus die digitalen Vorlagen für die Plakate - zu sehen in Raum D301 im Hauptgebäude.

Den Deutschen Fotobuchpreis in Bronze haben die Studierenden von HfG-Fotolehrer Clemens Mitscher gewonnen. Im coronabedingt digitalen Sommersemester 2020 fotografierten sie ausschließlich mit ihren Mobiltelefonen und hielten die Fotos in Alben fest. Die 30 Fotobücher, die bei „Handy Heim Heimat“ entstanden sind, können Besucherinnen und Besucher sich per QR-Code ansehen.

In Raum 102 tanzen die Objekte. Barnabas Vollmar hat im Fachbereich Konzeptuelles Gestalten hölzerne Halbkugeln mit Motoren und Antennen versehen. Sie sorgen dafür, dass sich die rollenden Bewegungen der Halbkugeln ausgleichen. Mit Fan-Yu Pu hat Barnabas Vollmar eine Performance erarbeitet, bei der sie einenen Antennenanzug trägt und sich tänzerisch im Raum bewegt. Die Performance ist am Sonntag, 16 Uhr, in der Kantine im Präsidium zu sehen.

Vorstellung von Fahrrädern und VR-Seilbahn

Praxisorientiert sind die Arbeiten im Bereich Integrierendes Design. Drei Räder stehen im Raum 201 a/b. Das Fahrrad „Convercycle“ lässt sich mit einem Handgriff von normaler Fahrradgröße zu einem Lastenrad umklappen, wobei die Ladefläche in der Mitte des Rads ist. Das Fahrrad, entwickelt von David Maurer-Laube, ist mittlerweile im Handel erhältlich. Das maßgefertigte Fahrrad „Frame One“ von Mervyn Bienek und Felix Pape ist in der Entwicklungsphase.

Der Rahmen wird mit Teilen aus dem 3-D-Drucker zusammengehalten. Damit lässt sich die Größe exakt auf die Fahrerin oder den Fahrer abstimmen. Das Laufrad „Lambdaläufer“ von Andreas Grzesiek richtet sich an Menschen mit Gehbehinderung. Sie können mit dem Laufrad gehen oder die Füße auf Trittbretter stellen und rollen. Eine weitere Arbeit zeigt eine virtuelle Seilbahn, die von Offenbach-Kaiserlei zur Eissporthalle in Frankfurt fährt - in drei Minuten. Wer mitfahren möchte, setzt eine VR-Brille auf.

Raum nur für Frauen

Im Fachbereich Bühnenbild/Szenischer Raum haben Josefine Köhler und Ina Trenk eine Holzkonstruktion aufgebaut, die im Oktober schon auf dem Frankfurter Römerberg stand. „Kein Zutritt für Männer“ war dort zu lesen. Der Blick von innen nach außen war möglich, umgekehrt wurde er durch Vorhänge erschwert.

„Die Reaktionen waren durchaus gemischt, von hohem Interesse bis zur Wut von Männern über das Ausgesperrtsein“, sagen die Szenografinnen, die die Installation „what we observe“ (englisch, „was wir beobachten“) mit den Kunsthistorikerinnen Sophie Schattner und Lina Parisius von der Universität Köln entwickelt haben. Grundlage ist das Buch „Feminist City - Claiming Space in a Man-Made World“ (englisch, Feministische Stadt – Raum einfordern in einer von Männern gemachten Welt) von Leslie Kern. Kern beschreib, wie Bedürfnisse marginalisierter Gruppen im öffentlichen Raum oft untergehen.

Plakat gegen Polizeigewalt am früheren Polizeipräsidium.
Performance von „Das Band in der Hecke“ im Präsidium.

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