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Die Künstlerin Rebecka Pershagen (vorne) bittet im Kunstverein Familie Montez zum Tanz.
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Die Künstlerin Rebecka Pershagen (vorne) bittet im Kunstverein Familie Montez zum Tanz.

Frankfurter Kunstsommer

Die Off-Szene lädt zum Flanieren ein

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Der "Frankfurter Kunstsommer" beginnt mit einer Ausstellung und einem großen Fest im Kunstverein Familie Montez. Drei Monate lang stehen die Arbeiten der Künstler aus der Off-Szene im Mittelpunkt.

Der „Frankfurter Kunstsommer“ beginnt mit Platzregen, doch das stört Wilfried Fiebig nicht. Der Künstler und Kopf der Theatergruppe Ensemble 9. November hat seine Skulptur „Stier“ aus Stahl und Messing vor dem Kunstverein Familie Montez an der Honsellbrücke aufgestellt. Hat er Angst, dass sie rostet? „Njet“. Ein bisschen „Flugrost“ sei nicht schlimm.

Der „Stier“ hatte seinen ersten Auftritt bei der Inszenierung „Europa. Die Quadratur des Stiers“ im Jahr 2001. Seitdem lag er in Fiebigs Atelier. Zur Eröffnung des Frankfurter Kunstsommers präsentiert er die Skulptur erneut. „Schauen Sie doch, wie sie sich im Raum entfaltet“, sagt er, und läuft um das Objekt herum. In den Brückenbögen des Kunstvereins Familie Montez versammelt sich derweil die Frankfurter Kunstszene, nippt Weißwein und verteilt Küsschen. Gespräche kreisen darum, wer wann in welchen Räumen ausstellen darf.

Helga Rausch darf. Als sie zur Eröffnung der Ausstellung „Sammlung Rausch“ die Brückenbögen des Kunstvereins Familie Montez betritt, wird sie von alten Bekannten herzlich begrüßt. Helga Rausch und ihr Mann Hartmut, der 2011 verstarb, hatten als Hausmeister der Städelschule ab 1993 Hunderte Kunstwerke von Städelschülern und Professoren geschenkt bekommen. „Zum Geburtstag oder aus Freundschaft“, sagt Helga Rausch. Rund 400 Kunstwerke aus der Sammlung sind nun in den Brückenbögen der Honsellbrücke zu sehen.

Helga Rausch kennt jedes einzelne Bild. „Das ist unser Auto, ein Volvo mit Wohnwagen, mit dem wir auf dem Weg nach Side waren. Das Bild ist von Valeria Heisenberg“, sagt sie. „Das Schaufenster hat Wolfgang Tillmans fotografiert“, sagt sie. Und: „Der Bienenmann ist von Manfred Peckl“. Der hatte bis zuletzt eine Ausstellung im Kunstverein Familie Montez. Dann zeigt sie auf „Madonna Mercedes“ von Thomas Bayrle. „Das kennt in Frankfurt jeder.“

Die Sammlung Rausch, die 2007 in der Ausstellungshalle Portikus zu sehen war, würde Helga Rausch gerne dauerhaft öffentlich zeigen, in einer Wohnung. Doch die Frankfurter Mietpreise seien zu hoch, sagt sie.

„Die Sammlung verdient einen angemessenen Ort“, ergänzt Mirek Macke, der Leiter des Kunstvereins Familie Montez zur Eröffnung. Er hoffe darauf, dass sich eine Möglichkeit finde, die Kunstwerke über die Dauer der Ausstellung hinaus zugänglich zu machen. Bis 30. Juli läuft die Schau mittwochs bis freitags, 14-18 Uhr, sowie samstags und sonntags, 13-19 Uhr, in der Honsellstraße 7. Der Eintritt ist frei.

„Der Kunstverein Familie Montez hat sich zum Hotspot der Frankfurter Kunstszene entwickelt“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) zur Begrüßung – und bekommt für diesen Satz Applaus. Um die Aktivitäten der Off-Szene zu präsentieren, habe das Kulturamt eine neue App entwickeln lassen: „Art FFM“. Damit ließen sich „individuelle Touren“ durch die Frankfurter Kunstszene planen, so Hartwig. „Werden Sie zum Flaneur!“

„Wir wollten der Frankfurter Off-Szene ein Dach geben“, erläutert Susanne Kujer. Sie leitet den Fachbereich Bildende Künste im Kulturamt und hat den Frankfurter Kunstsommer organisiert. Rund 1000 Künstler würden ihre Veranstaltungen in der Anwendung eintragen. Auch über den Kunstsommer von Juni bis August hinaus könnten sich Interessierte damit auf dem Laufenden halten. Die App werde aktualisiert. 20 000 Euro habe sie gekostet. Den Druck der Plakate und Flyer habe der Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main finanziert.

Während draußen der Platzregen auf den „Stier“ prasselt, flaniert Susanne Kujer mit Helga Rausch durch die Sammlung.

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