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Ayesha Khan von Ökolinx will Deutsche werden, um als Stadträtin kandidieren zu können.
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Ayesha Khan von Ökolinx will Deutsche werden, um als Stadträtin kandidieren zu können.

Kommunalpolitik

Ökolinx in Frankfurt: Hiobsbotschaft aus Islamabad

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Ayesha Khan möchte Frankfurter Stadträtin werden - doch das ist kompliziert.

Manchmal wird über die Frankfurter Kommunalpolitik auch ganz woanders entschieden. In Islamabad zum Beispiel. Und nicht jede Entscheidung, die in der Hauptstadt Pakistans getroffen wird, muss man im Frankfurter Römer verstehen. Fragen Sie mal bei Ayesha Khan nach.

Ayesha Khan ist Frankfurterin und politisch aktiv bei Ökolinx. Die Gruppe, die im Römer durch Jutta Ditfurth und Manfred Zieran vertreten ist und gemeinsam mit Luigi Brillante von der Europaliste eine Fraktion bildet, möchte Khan aufstellen, wenn im September die ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträte gewählt werden. Doch es gibt ein Problem: Khans Staatsbürgerschaft.

Die 36-Jährige ist Britin, und da Großbritannien der EU nicht mehr angehört, kann sie damit nicht Stadträtin werden. Das wäre keine große Schwierigkeit, denn Khan könnte – wie viele Britinnen und Briten – Deutsche werden. Wenn sich nicht plötzlich herausgestellt hätte, dass sie auch pakistanische Staatsbürgerin ist. Davon wusste sie gar nichts, doch das Regierungspräsidium Darmstadt teilte ihr mit, dass ihr in Kanada lebender Vater Pakistaner sei. Und das Recht des asiatischen Landes sehe in solchen Fällen vor, dass die Kinder automatisch pakistanische Staatsbürger werden. Diese Staatsbürgerschaft müsse sie erst einmal ablegen, um Deutsche werden zu können, so die Behörde.

Über diese Geschichte berichtete die FR bereits im Januar. Weil Khan nicht mehr rechtzeitig einen deutschen Pass bekam, konnte sie für Ökolinx nicht wie geplant für die Stadtverordnetenversammlung kandidieren. Bis zum September – acht Monate später – sollte die Frage der Staatsbürgerschaft aber geklärt sein, könnte man meinen. Doch an dieser Stelle kommt Islamabad ins Spiel. Nachdem Khan beim Konsulat vorstellig wurde, schaltete sich die Behörde für Migration und Passwesen ein und teilte Khan mit, sie könne die Staatsbürgerschaft zwar ablegen, müsse sie dafür aber erst einmal erlangen. Denn offenbar ist die Ökolinx-Politikerin wegen ihrer Familiengeschichte zwar rechtlich Pakistanerin. Diese Nationalität erhält sie aber nur auf Antrag. Wenn sie danach beantragt, nicht mehr Bürgerin von Pakistan zu sein, kann sie dies den deutschen Behörden vorlegen und Deutsche werden. Ein alberner Vorgang, der teuer ist und lange dauert.

Mittlerweile hat sich auch die designierte Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) eingeschaltet und mit dem pakistanischen Konsulat gesprochen. Dort sei man zwar aufgeschlossen gewesen, sagt sie, an der Problematik ändere sich aber nichts.

Khan und Jutta Ditfurth setzen ihre Hoffnungen nun aufs Regierungspräsidium. Wegen des speziellen Einzelfalls könnte Khan sofort Deutsche werden, so die Hoffnung. Was man in Islamabad dazu sagt, ist nicht bekannt.

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