Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Radfahrer mit Helm.
+
Ein Radfahrer mit Helm.

Nach tödlichem Unfall

Mit oder ohne Fahrradhelm?

Fahren Radfahrer mit Helm schneller? Und trifft Fahrer ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld? Nach dem tödlichen Sturz in Frankfurt beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Von Jakob Maurer und Steffen Herrmann

Welchen Schutz bieten Fahrradhelme im Straßenverkehr?
Dazu gibt es unterschiedliche Angaben: Der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zufolge blieben 73 Prozent der Helmträger, die mit einem Fahrzeug zusammenprallten, am Kopf unverletzt. Bei Fahrern ohne Helm hingegen seien es nur 46 Prozent.

„Helmtragen soll Normalität werden“, sagt die thüringische Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke). Mit ihrem baden-württembergischen Kollegen Winfried Hermann (Grüne) hat sie errechnet, dass sich 80 Prozent der Kopfverletzungen bei schweren Radunfällen mit einem Helm vermeiden ließen.

Wie viele Radfahrer tragen in Deutschland einen Helm?
2016 waren es bei den ganz Jungen am meisten: Im Alter von sechs bis zehn Jahren trugen drei von vier Kindern einen Helm, von elf bis 16 Jahren nur noch jedes Dritte. Diese repräsentativen Zahlen ermittelte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Alles andere als ein gutes Vorbild sind hingegen die erwachsenen Radfahrer: Von ihnen trägt im Durchschnitt nicht mal jeder Fünfte einen Helm.

Fahren Radfahrer mit Helm rasanter?
„Radfahrer mit Helm neigen nicht zu schnellerem Fahren“, stellt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in seinem Jahresbericht 2016 fest. Dagegen betonen andere Studien, dass Radfahrer mit Helm unbewusst risikofreudiger unterwegs seien.

In welchen Ländern gibt es eine Radhelmpflicht?
Nur in Finnland, Malta, Australien, Neuseeland und Südafrika müssen alle Fahrradfahrer einen Helm tragen. In einigen europäischen Ländern ist die Vorschrift auf Kinder und Jugendlichen beschränkt: in Österreich beispielsweise bis zum zwölften Lebensjahr. In Israel und Tschechien ist der Helm sogar bis zum Vollendung des 18. Lebensjahres Pflicht.

Welche Erfahrungen gibt es mit der Helmpflicht?
Als sie Australien am Anfang der 1990er Jahre einführte, sank die Zahl der Fahrradfahrer immens: im Bundesstaat Victoria um 30 Prozent. Dieser abschreckende Effekt wird oft als Argument gegen eine Helmpflicht angeführt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) warnt, dass dadurch mehr Autos auf die Straßen kämen und die Gesundheit der Bevölkerung leide.

Trifft Fahrer ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld?
Nein, bei einem unverschuldeten Unfall sind Radfahrer ohne Helm nicht mitschuldig. Sie haben weiterhin vollen Anspruch auf Schadensersatz.

Steigt die Zahl der Unfälle, wenn es mehr Radfahrer auf den Straßen gibt?
Im Gegenteil: Laut einer Studie des europäischen Radfahrer -Verbands passen Autofahrer ihr Verhalten an: Wenn sie sich die Straße mit mehr Radfahrern teilen, nehmen sie mehr Rücksicht. Eine englische Studie legt jedoch nahe, dass Autofahrer gegenüber Helmträgern weniger Rücksicht nehmen: Die Forscher stellten fest, dass die Autofahrer beim Überholen von Helmträgern 8,5 Zentimeter weniger Platz lassen als bei Radfahrern ohne Helm.

Zusammengestellt von Jakob Maurer und Steffen Herrmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare