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Manche nennen ihn den heimlichen Bürgermeister Bornheims. Wobei der Begriff heimlich in diesem Fall unpassend ist. Denn Bernhard Ochs ist in Bornheim nicht zu übersehen – und das nicht nur wegen seiner Leibesfülle.
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Manche nennen ihn den heimlichen Bürgermeister Bornheims. Wobei der Begriff heimlich in diesem Fall unpassend ist. Denn Bernhard Ochs ist in Bornheim nicht zu übersehen – und das nicht nur wegen seiner Leibesfülle.

Bernhard Ochs verlässt SPD

Ochs attackiert SPD-Fraktion

Bernhard Ochs hält an seinem Austritt aus der SPD fest. Er fühle sich "beleidigt und verhöhnt". Auch eine schriftliche Entschuldigung könne daran nichts mehr ändern. Die SPD verliert durch seinen Austritt fünf Sitze in Ausschüssen.

Von Claus-Jürgen Göpfert und Laura Wagner

Am Tag danach ist Bernhard Ochs noch immer bis ins Mark getroffen. „Ich wurde beleidigt und verhöhnt in der Römer-Fraktion – und keiner ist aufgestanden und hat Halt gerufen.“ So begründet der langjährige Stadtverordnete und frühere Ortsvorsteher von Bornheim seinen Austritt aus der SPD nach 37 Jahren.

Seine Anträge, die sich unter anderem „gegen Antisemitismus und Rassismus“ gerichtet hätten, seien von der Fraktion „einfach liegengelassen“ worden, sagte der 63-Jährige, dessen Großvater im Konzentrationslager Auschwitz umgebracht wurde.

Auch eine schriftliche Entschuldigung der Fraktion, die schließlich bei ihm eingegangen sei, habe ihn nicht mehr umstimmen können, erklärte Ochs: „Da ging es doch nur um politisches Kalkül, weil mein Austritt aus der Fraktion die SPD Sitze und Stimmen im Römer kostet.“

Seine Frau steht hinter ihm

Tatsächlich verlor die SPD-Fraktion jetzt, nachdem sie durch den Austritt von Ochs von 20 auf 19 Mitglieder schrumpfte, insgesamt fünf Sitze in Römer-Ausschüssen und vier in städtischen Betriebskommissionen. „Das ist unerfreulich“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling, der bis zuletzt versucht hatte, Ochs vom Abschied aus der SPD abzuhalten.

Der frühere Stadtverordnete berichtete, dass auch seine Lebensgefährtin Ricarda Köhler, die Ortsvorsteherin von Bornheim und Ostend, über den Umgang mit ihm „sehr betroffen“ sei. Ob und welche Auswirkungen die Entscheidung ihres Mannes auf ihre eigene Parteizugehörigkeit hat, könne sie noch nicht sagen. „Ich weiß noch nichts“, sagt Köhler, die die Entscheidung ihres Mannes „erst mal sacken lassen“ will. Sie stehe aber voll hinter dieser Entscheidung. „Er ist ja schließlich mein Mann.“

Im Ortsbeirat ist man auf die Entscheidung Köhlers gespannt. „Dann tut sich einiges im Stadtteil“, sagt Ortsbeiratsmitglied Stefan Schanz (FDP), der auch erster Vorsitzender des Bornheimer Vereinsrings ist. Dass sich Ochs Austritt auf sein Engagement in der Bornheimer Vereinswelt auswirkt, glaubt Schanz nicht. „Die Vereine sind eine Herzensangelegenheit für ihn, unabhängig von der Politik.“

Ochs ist Mitglied in zahlreichen Vereinen, gräbt oft und gerne in der Geschichte des lustigen Dorfs. „Ochs und Bornheim, das gehört zusammen.“

Auch Ralf Moritz, Vorsitzender der Bernemer Kerwe Gesellschaft, geht davon aus, dass sich „in der Vereinswelt nichts ändern“ wird. „Er hat sich immer stark eingesetzt, politisch, aber vor allem auch privat.“ Das werde Ochs sicher auch weiterhin tun.

Hedi Tschierschke (SPD), ehemalige Ortsvorsteherin von Bornheim und Ostend, kennt Ochs „seit Jahrzehnten“ und ist „überrascht“ von seinem Entschluss. Erklären könne sie sich diesen nicht. Im Ortsverein hätte es keinen Dissens gegeben. Für die SPD sei der Austritt „sehr schade“.

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