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Gut besucht: Das erstes Frühlingsfest auf dem Buchrainplatz.

Oberrad

So voll wie noch nie

Erste Veranstaltung zum Wochenmarkt lockt mehr Besucher als sonst auf den Buchrainplatz.

Nach einer guten Stunde auf dem Wochenmarkt war das Grüne Soße Brot ausverkauft. 120 Laibe hatte Bernd Neumann, der Vorsitzende des Oberräder Gewerbevereins, für das Frühlingsfest auf dem Buchrainplatz bestellt. „Das nächste Mal können wir locker auf 180 gehen“, meint Grüne-Soße-Königin Susanne Reichert. Am Stand in der Mitte des Marktes schmiert sie im Trachtenkleid für die Besucher Butter auf das saftige, dunkle Brot und bietet noch kleine Eckchen zum Probieren an.

Bei strahlendem Sonnenschein sind so viele Menschen vergangenen Samstag auf den Buchrainplatz gekommen, dass sich Trauben am Markstand der Fleischerei Birkenbach und bei Bäcker Kling bilden. An den Biertischen drängen sich Besucher älteren Semesters. Sie genießen Grüne Soße mit Kartoffeln und Ei oder ein Glas Apfelwein, während nebenan eine Ein-Mann-Band mit Folkrock für Stimmung sorgt.

Das Frühlingsfest ist die erste Aktion der Initiative „Oberräder Wochenmarkt“, zu der sich Marktbeschicker, Gewerbeverein, Vereinsring und Kommunalpolitiker zusammengeschlossen haben. Sie wollen den Buchrainplatz belebter und den Wochenmarkt bekannter machen.

Anita Lederer und ihr Mann sitzen mit zwei Schoppen vor dem Weinstand. „Wir sind froh, dass der Platz so belebt ist“, sagt sie. „Wäre schön, wenn das öfter mal so wäre.“ Die Rentnerin kauft regelmäßig am Samstag auf dem Markt Fleisch ein, manchmal auch Gemüse. Der Weinstand ist immer ein kleines Highlight für sie. „Da trifft sich alles“, erklärt sie, „auch an gewöhnlichen Samstagen.“

„So voll wie heute ist es sonst nie“, bestätigt Angela Jung. Die Unternehmerin aus Oberrad steht mit ihrem Gemüsestand seit einem Jahr fast jede Woche auf dem Buchrainplatz und war maßgeblich an der Planung des Frühlingsfestes und weiterer Veranstaltungen, die jetzt monatlich folgen, beteiligt.

„Rundum zufrieden“, fasst Roland Hanselmann, der Präsident des Oberräder Skiclubs, am Getränkestand des Vereinsrings die Stimmung unter den Organisatoren zusammen und beißt in seine Bratwurst. Seit acht Uhr morgens ist er da, hat geholfen, die Stände aufzubauen und Getränke zu verkaufen. Der Andrang war so groß, dass er erst mittags Pause macht. Er kenne eigentlich jeden in Oberrad, sagt er, „aber heute waren auch ganz neue Gesichter dabei.“

Daniela Hammerschmitt ist so ein Gesicht. Die junge Frau läuft hinter ihrer kleinen Tochter her, die auf dem Laufrad über den Platz fegt. Hammerschmitt war schon öfter samstags auf dem Wochenmarkt einkaufen. Sie lebt mit ihrer Familie seit zwei Jahren in Oberrad und freut sich, dass sie auf dem Fest zum ersten Mal ins „Dorfleben“ eintauchen konnten. „Es fühlt sich ein bisschen an, wie ein Ankommen“, beschreibt sie das Gefühl.

Plakate im Ort, die mit Kinderschminken und Ostereiermalen für das Fest warben, haben auch Werner Tewes und seine junge Familie angelockt. „Wir gehen sonst nie auf den Markt“, gesteht der Neu-Oberräder. Auch in Zukunft wird er eher wieder für Aktionen wie das Fest hierherkommen. Carolyn S. sieht das ähnlich. Die 33-Jährige lebt seit Januar im Stadtteil und ist nur zufällig mit ihrem Besuch beim Kinderschminken hängen geblieben. Sie findet den Markt eigentlich zu teuer und die Auswahl nicht überzeugend. „Ich gehe lieber nach Offenbach.“

Grüne Soße Brot wird sie dort allerdings nicht finden. Das gibt es erst wieder auf dem Ostermarkt am Buchrainplatz am Samstag, 13. April.

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