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In der Grünen Scheune legen auch DJs auf.
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In der Grünen Scheune legen auch DJs auf.

Oberrad

Party in der Scheune

Das umgebaute Vereinsheim des FC Fortuna, die Grüne Scheune, unweit der Gerbermühle steht in der Kritik. Die Nachbarschaft beschwert sich über zu laute Partys, die dort vor allem am Wochenende bis spät in die Nacht stattfinden sollen. Der Pächter streitet dies ab.

Die „Grüne Scheune“, das umgebaute Vereinsheim des FC Fortuna an der Gerbermühlstraße, steht in der Kritik, weil dort offenbar zu laut und zu lange gefeiert wird. Anwohner:innen am Feldrand in Oberrad sowie Nutzer:innen des benachbarten Tennisclubs beschweren sich über Partys, die am Wochenende teilweise bis frühmorgens gefeiert werden.

Nicht nur die Anlieger:innen, auch die Nutzer:innen des erst vor kurzem wieder eröffneten Fußballgeländes mit neuem Kunstrasen sind nicht glücklich mit dem Konzept des Pächters. „Was dort samstags vor sich geht, inklusive Drogenkonsum und lauter Musik, geht unserer Ansicht nach gar nicht“, sagt Stefan Uhl, Vorsitzender des Fußballvereins Oberrad 05. Die „05er“ nutzen ebenfalls den Fußballplatz an der Gerbermühlstraße. Dort tragen die Jugend-, Mädchen- und Frauenmannschaften zumeist samstags ihre Spiele aus.

Dann ist die Grüne Scheune geöffnet, bietet aber Spielerinnen und Spielern sowie Gästen kein sportgerechtes Angebot, sondern lockt eher ein anderes Publikum an. Zu der mit Holzpaneelen beschlagenen Scheune mit Sitzgelegenheiten auf Sandboden kommen vor allem externe Gäste. Die Scheune, die vor zwei Jahren dort eröffnet hatte, hatte vor Corona viel Publikum zu ihren Partys angezogen.

Pächter des Vereinsheims ist Kai Abicht, der in Oberrad das erste Haus am Platz, das Restaurant „Grüne Soße und mehr“ am Buchrainplatz betreibt. Er sieht sich zu Unrecht beschuldigt. Dass bis spät in die Nacht dort gefeiert werde, streitet er ab. „Wir sind ein Barbetrieb, und wir halten uns an die Öffnungszeiten, die wir haben, nämlich am Wochenende von 14 bis 22 Uhr. Länger können wir gar nicht öffnen, weil wir gar nicht dürfen“, sagt Abicht. Er achte stets darauf, dass die Musik leise sei. Zwischenzeitlich war wegen eines Versehens von Amtsseite keine Ausschanklizenz vorhanden. Die liege inzwischen aber wieder vor.

Als Vereinsgaststätte könne er von Getränken, Würstchengrill und nur mit Einnahmen von Vereinsmitgliedern nicht leben, erklärt Abicht. Deshalb und weil es ohnehin keinen Ort gebe, zu dem junge Leute aus dem Stadtteil gehen können, habe er das Barangebot erdacht. Zuweilen legten DJs auf, die Gäste hielten sich bei gutem Wetter draußen auf, auch wegen Corona.

Doch eben dieses Barkonzept ist der Fortuna selbst inzwischen ein Dorn im Auge. Spätestens seit der Wiedereröffnung des Geländes mit neuem Kunstrasen und Rasenplatz passe die Grüne Scheune so nicht mehr zum Verein. „Dass die Scheune so ist, wie sie ist, hat sich so ergeben. Vor Corona hatten wir hier eine Baustelle, der Platz wurde daher nicht genutzt, während der Pandemie sowieso nicht. Da war es okay, hier Partys zu feiern. Aber jetzt nicht mehr“, so Ohrt.

Es passe nicht gut zusammen, wenn etwa samstagnachmittags Jugendmannschaften spielen, vorne aber der Eingang von einem Tisch mit Kasse blockiert sei für Veranstaltungen in der Scheune. Denn dort finde nicht nur regulärer Barbetrieb statt, sondern es gebe auch Events, die Eintritt kosten.

Veranstalter sei dann etwa ein DJ, der Geld verlangt. „Das geht nicht, dass die Zuschauer der Fußballspiele und die Spieler selbst erst an der ,Tür‘ erklären müssen, dass sie aufs Vereinsgelände wollen“, findet der Vorsitzende.

„Wir wünschen uns ein Angebot, das den Vereinsmitgliedern mehr zugutekommt und auch unter der Woche Getränke und Essen bereitstellt“, so Ohrt. Immerhin: Würstchen vom Grill bietet inzwischen donnerstags ein mobiler Imbisswagen auf dem Gelände an.

Die Fortuna hat Kai Abicht deshalb längst gekündigt. Ende kommenden Jahres wäre regulär das Pachtverhältnis beendet. „Wir stehen aber in Gesprächen und versuchen, eine Lösung zu finden“, so Ohrt. Abicht ist enttäuscht, dass „der Kultur im Stadtteil kein Raum gegeben wird“. Für junge Leute gebe es kein Angebot.

Auf den Paletten nehmen eher Partyleute Platz als Mitglieder und Gäste des Vereins.

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