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Kritik am Konzept der Skyliners

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So könnte die Arena der Skyliners einmal aussehen. Turkali Architekten
So könnte die Arena der Skyliners einmal aussehen. Turkali Architekten © Turkali-Architekten

Die Pläne des Basketball-Unternehmens, am Kaiserlei eine Multifunktionshalle zu bauen, kommen bei den Menschen vor Ort weniger gut an. Sie befürchten etwa, dass der Stadtteil Oberrad zugeparkt wird.

Frankfurt braucht eine Multifunktionsarena – darüber sind sich Sportvereine und Stadt seit Jahren einig. Doch noch immer wird diskutiert, ob der Standort am Flughafen oder am Kaiserlei besser geeignet ist. Die Skyliners bevorzugen eine Arena an der Offenbacher Stadtgrenze. Für die Umsetzung hat das Basketball-Unternehmen eine Projektentwicklungsgesellschaft gegründet. „Wir wollen nicht wie die Eintracht von Vermietern abhängig sein, sondern das Geld in Frankfurter Sport und Kultur reinvestiert wissen“, sagte Geschäftsführer Gunnar Wöbke am Montagabend bei einem Info-Abend der Grünen im Süden. Präsentiert wurde das Konzept von Architekt Zvonko Turkali.

Das Grundstück zwischen Gerbermühle und Oberräder Kräuterfelder wird als besonders stadtnah beworben. Die Skyliners rechnen damit, dass rund 25 Prozent zu Fuß oder mit dem Rad anreisen könnten. Zirka 2000 Stellplätze sind für Fahrräder eingeplant. 2300 Parkmöglichkeiten soll es für Autos geben. Der Rest des Publikums könne mit der S-Bahn anreisen. „Das finde ich eine sportliche Rechnung“, sagte eine Oberräderin. Schon jetzt gebe es einen Engpass an Parkplätzen für die Gerbermühle. „Die vorhandenen Parkplätze sind doch bei weitem nicht ausreichend“, kritisierte auch eine weitere Teilnehmerin. Wöbke wies darauf hin, dass nicht jede Veranstaltung die gesamte Kapazität der Halle ausschöpfen werde. „Wir Skyliners kamen vor Corona auf 4600 Besucher. In der neuen Arena rechnen wir mit Zahlen zwischen 6000 und 9400.“

Der Fokus der Arena soll auf dem Sport liegen, aber andere Veranstaltungen wie Konzerte zählten zu den wichtigsten Einnahmequellen. Die Halle soll nach dem Bau privatwirtschaftlich betrieben werden. Neben den Skyliners würde ein weiterer Partner 50 Prozent des Investitionsrisikos eingehen. Um welchen Investor es sich dabei handelt, verriet Wöbke nicht. Weiterhin sei geplant, das Dach des Gebäudes vollständig zu begrünen. „Wir wollen das Arenadach 365 Tage im Jahr begehbar machen.“ Neben einem Restaurant sind auch Open-Air-Konzerte in der Überlegung.

Ein Oberräder äußerte Befürchtungen, dass sich das Gebäude schlecht in die Landschaft einfügen werde. „Die Ecke an der Gerbermühle wird viel zum Spazieren genutzt. Die würde ihren Charakter dadurch sehr verändern.“ Positiv bemerkte er jedoch die Bestrebungen, ein Rechenzentrum einzubauen. Dieses würde Energie abgeben, die in der Arena direkt genutzt werden könnte, so Architekt Turkali. Gespräche mit Betreibern seien bereits angelaufen.

Kritisiert wurde die Kapazität von 13 000 Zuschauerplätzen. „Wie sollen wir so internationale Turniere nach Frankfurt holen?“, fragte eine Teilnehmerin. „Für das Rhein-Main-Gebiet ist die geplante Platzmenge völlig ausreichend“, sagte Wöbke. Eine Halle für Events überregionaler Größe, etwa Europa- oder Weltmeisterschaften sei ein Wunsch der Stadt Frankfurt. „Die Anforderungen dafür erfüllt die Halle“, so der Geschäftsführer. (Kiki Bruder)

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