Freizeitsuchende und Gärtner kommen sich mitunter in die Quere. Michael Schick
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Freizeitsuchende und Gärtner kommen sich mitunter in die Quere. 

Oberrad

Ein Kontrolleur für die Oberräder Felder

Immer wieder wird in den Gärten und Feldern geklaut, Gemüse zertrampelt oder gar gepicknickt. CDU und Oberräder Gärtner fordern jemanden, der nach dem Rechten schaut.

In Corona-Zeiten sind mehr Menschen als sonst auf den Oberräder Feldern unterwegs, beobachtet Gärtner Rainer Schecker. „Teilweise war es voller als auf der Zeil.“ Viele würden die Felder als ihr Freizeitgebiet sehen. Die meisten verhielten sich korrekt, aber einige füllten ihre Taschen mit Gemüse oder trampelten auf den Feldern herum.

„Neulich musste ich Leute vertreiben, die im Kerbel Picknick machten“, erzählt Schecker. Das sei ja auch nicht ungefährlich, schließlich sei er mit dem Traktor unterwegs. Wenn er Menschen von seinem Arbeitsplatz verscheuche, werde er mitunter noch beschimpft.

Doch nicht erst jetzt sind die Gärtner genervt von Diebstahl, Vandalismus und Hunden ohne Leine. Das Problem gibt es schon länger. Die CDU im Ortsbeirat 5 fordert nun erneut für die Sitzung am Freitag einen ehrenamtlichen Feldschützer.

Die Stadt hatte eine „feste „24-Stunden-Abstellung“ eines Stadtpolizisten zur Überwachung aufgrund der vielen Aufgaben der Stadtpolizei abgelehnt. „Daher müssen hier andere Wege gegangen werden“, fordern die Christdemokraten. Die Diskussion um Klimawandel und Corona-Pandemie zeigten, wie wichtig der regionale Anbau von Obst und Gemüse sei. „Hier sind die Gärtnereibetriebe tatkräftig zu unterstützen.“

Kameras nützen nichts

Schecker findet den Vorschlag eines Feldschützers gut. Dieser müsse ja nicht rund um die Uhr patrouillieren. Es reiche ja auch zwei bis drei Mal die Woche. Zu unterschiedlichen Zeiten, auch mal sonn- und feiertags. Jemand der freundlich und bestimmt erkläre, was erlaubt sei – und zur Not die Polizei verständige.

Irmtraud Schmid von der Solidarischen Landwirtschaft Maingrün findet: Wenn jemand nach dem Rechten sehe, müsse er das nachts tun. Dann passierten die Diebstähle. Vergangenes Jahr wurden ihr gut die Hälfte der Zucchiniernte gestohlen und anderes Gemüse. Die Diebe seien sehr professionell vorgegangen. Selbst Überwachungskameras hätten nichts genützt.

Man müsse differenzieren, findet Christoph Graul von der Kooperative. Es gebe Diebstahl im großen Stil und Spaziergänger, die mal einen Salatkopf mitgehen lassen. Auch er findet einen Feldschützer gut. Allerdings wünscht er sich einen anderen Namen. Und: Er müsse Fingerspitzengefühl haben. Denn viele Menschen handelten einfach unwissend. Generell sollten Freizeitnutzer und Gärtner einen Schritt aufeinander zugehen.

Das findet auch Gärtner Gerd-Peter Huber. Von Diebstahl sei er zwar bei seinem Kräuter-Anbau nicht so betroffen. Aber ihn stört die fehlende Rücksichtnahme mancher Menschen. Wenn er etwa mit seinem Lkw auf den Feldwegen unterwegs sei, werde er nicht selten von Radfahrern angepöbelt.

Der Ortsbeirat 5 tagt am Freitag, 15. Mai, 19 Uhr, im Saalbau Depot Oberrad, Offenbacher Landstraße 357. Wegen Corona gibt es keine Bürgerfragestunde und nur zwölf Besucherplätze.

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