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Das ehemaliges Gasthaus „Zum Hirsch“ in der Offenbacher Landstraße.
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Das ehemaliges Gasthaus „Zum Hirsch“ in der Offenbacher Landstraße.

Oberrad

Gaststätte „Zum Hirsch“ in Oberrad soll wieder öffnen

  • VonStefanie Wehr
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Die frühere Gaststätte „Zum Hirsch“ in der Offenbacher Landstraße steht seit 2018 leer. Das soll sich jetzt ändern. Ein Investor will das Gebäude sanieren und anschließend einen Gastronomen suchen.

Das denkmalgeschützte Haus des ehemaligen „Hirschen“ soll auch künftig wieder eine Gaststätte beherbergen. Der Besitzer des mehr als 300 Jahre alten Gebäudes, der Seligenstädter Immobilieninvestor Leonardo Tenorio-Baez, will das Gebäude sanieren und dann einen Gastronomen suchen, der das historische Gasthaus „Zum Hirsch“ übernehmen will – allerdings als Indoor-Restaurant ohne Garten.

Der kleine frühere Biergarten hinter dem Gebäude an der Offenbacher Landstraße 289 soll mit einem Neubau bebaut werden. „Darin wollen wir einige kleine Ein- bis Zweizimmer-Wohnungen unterbringen und vermieten“, kündigt Tenorio-Baez an. „Das wird für Oberrad auf jeden Fall ein Zugewinn.“

Er könne sich vorstellen, die Wohnungen senioren- und behindertengerecht zu bauen. Die ebenerdige Lage an der Hauptstraße biete sich dafür an. Was genau er vorhat, verrät er im Detail noch nicht. Möglich ist aber ein dreigeschossiger Bau plus Dachgeschoss.

Der Bauherr ist zuversichtlich, dass er bald einen Bauantrag einreichen kann. Aktuell hänge es noch an Genehmigungen diverser Details durch das Frankfurter Denkmalamt, gibt er an. Corona habe es zusätzlich nicht leicht gemacht, voranzukommen.

Das Areal sinnvoll, also profitabel zu bebauen, ist keine leichte Aufgabe, sagt er. Mehrere verschiedene Entwürfe gab es schon, die er bei einem Architekten in Auftrag gegeben hat. Die Variante, die anliegenden beiden Häuser zu kaufen, abzureißen und die drei Grundstücke aus einem Guss neu zu bebauen, wäre ihm am liebsten gewesen. Die Preisvorstellungen der Nachbarn seien jedoch zu hoch gewesen. „Das hätte sich nach allem Durchrechnen für uns nicht gelohnt“, sagt Tenorio-Baez.

Eine Bebauung des Gartens, wo ehedem eine große Kastanie stand, ist auch dem Oberräder Bürgerverein recht. Die Kastanie musste ohnehin gefällt werden, weil sie morsch war, der alte Biergarten hätte seinen Charme eingebüßt. „Ich bin guter Hoffnung, dass etwas Schönes aus dem alten Hirsch wird“, sagt Eugen Müller, der Vorsitzende des Bürgervereins. Er hatte sich für den Denkmalschutz eingesetzt, weil zu befürchten war, dass Oberrads ältestes Gebäude, das 1709 erbaut wurde, dem Abrissbagger anheim fällt. 2017 wechselte es den Besitzer, seit September 2018 steht der „Hirsch“ leer.

Das zweistöckige, verputzte Fachwerkhaus selbst soll Tenorio-Baez zufolge ausgebaut werden. Ebenso das Dach. Im Haus sollen Wohnungen unterkommen. Wichtig sei, dass es bald losgehe, sonst werde das Gebäude irgendwann baufällig.

Eugen Müller begrüßt es, dass eine Gaststätte einziehen soll. „Der Hirsch ist das letzte von gut 40 Lokalen, die im vorigen Jahrhundert die Leute aus Frankfurt ins Gärtnerdorf lockten“, weiß er. „Die Betreiber könnten auch den schönen, großen Gewölbekeller als Weinkeller nutzen, der all die Jahre nur als Abstellkammer diente“, schlägt er vor.

Im ersten Stock war zuvor ein Gastraum, das Kolleg, der als Tanzsaal genutzt wurde. Dort ist das Sichtfachwerk zu sehen. Die Entdeckung des Fachwerks war vor Jahren der Anlass gewesen, die Substanz des Gebäudes vom Denkmalexperten überprüfen zu lassen. „Es wäre natürlich schön, wenn dieser Raum weiterhin öffentlich zugänglich wäre“, sagt Müller. Aber der Eigentümer müsse selbst entscheiden, was er damit mache.

„Ich hätte natürlich nichts dagegen, wenn der Besitzer den alten Hirsch den Oberräder Vereinen schenken würde“, frohlockt Müller scherzhaft. „Wir würden uns dann um die Sanierung schon kümmern.“

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