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Über 500 Besucher kamen zum Stadtteilfest.

Oberrad

Feiern trotz Baustelle

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500 Besucher beim Stadtteilfest. Klagen der Händler über Bauarbeiten an der Offenbacher Landstraße.

Samstagnachmittag auf der Offenbacher Landstraße, Höhe Balduinstraße. Wie ausgestorben wirkt die Oberräder Ortsmitte. In den Gruben der Baustelle, die zwischen den Häusern entlang der Hauptverkehrsachse klaffen, stehen die Maschinen still. „Nicht viel los“, brummt ein Kioskverkäufer, der mit verschränkten Armen am Eingang seines Ladens lehnt. Sein Geschäft gehört zu den wenigen, die geöffnet sind.

Einige Meter weiter ist die Stimmung besser: Auf dem Festplatz der Villa Bonn hat der Vereinsring Oberrad zum 27. Stadtteilfest geladen. „Von der Baustelle lassen wir uns den Spaß nicht verderben“, betont Karin Knechtel, die das Fest seit Jahren mitorganisiert. Der Hintergrund: Seit Ende April ist ein Teilstück der Offenbacher Landstraße gesperrt, die Stadt saniert Fahrbahn, Gehwege und Straßenbahnhaltestellen. Zwischen Scheerengasse und Bleiweißstraße wird modernisiert, bis Februar kommenden Jahres soll auch der Abschnitt bis hin zum Buchrainplatz erneuert werden.

„Für uns Gewerbetreibenden ist die Baustelle eine Katastrophe“, klagt Rüçhan Serçeöz, der ein Lebensmittelgeschäft an der Offenbacher Straße betreibt. Da eine Anfahrt per Auto nicht mehr möglich ist, seien viele Kunden weggefallen. „Bis zu 70 Prozent weniger“, schätzt Serçeöz. Dadurch sei der Umsatz eingebrochen. „An schlechten Tagen bleiben die Einnahmen unter Hundert Euro“, klagt er. Durch die laufenden Kosten sei sein Laden gefährdet.

Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) kennt die Sorgen. Seit Ende April sind bei der Stadt mehr als 200 Beschwerden und Anfragen eingegangen. „Die Baustelle ist für alle in Oberrad eine Belastung“. Klar sei aber auch: „Die Sanierung ist dringend notwendig“. Im Endeffekt würden Gewerbe und Gastronomie von der Modernisierung profitieren, betont Becker. „Gas-,Wasser-und Stromleitungen werden erneuert.“ Außerdem verbesserten barrierefreie Haltestellen und ein neuer Radweg die Erreichbarkeit.

„Ein schwacher Trost“, findet Adolf Fahrendholz, der einen Laden in der Mathilendstraße betreibt. „Obwohl hier momentan noch gar nicht gebaut wird, bleiben über die Hälfte der Kunden fern.“ Besonders die Kundschaft aus anderen Stadtteilen meidet Oberrad seit Beginn der Baustelle, sagt er. Der nächste Bauabschnitt würde über das Fortleben seines Geschäftes entscheiden. „Ich weiß nicht, ob wir das überstehen“, klagt der Schuhmacher.

Auch die Organisatoren des Stadtteilfests bekommen die Sperrung zu spüren. „Anfahrt und Aufbau gestalten sich wesentlich komplizierter“, berichtet Karin Knechtel. Die Oberräder schreckte die Baustelle nicht ab: Mehr als fünfhundert Festbesucher zählte der Vereinsring am Samstagabend.

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