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Wahlkampf am Fahrkartenautomaten und über Twitter

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Von: Georg Leppert

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Die hohen Fahrkartenpreise in Frankfurt werden zum Thema im OB-Wahlkampf. Nun beklagen sich Uwe Becker und Peter Wirth über die gestiegenen Preise.

Frankfurt - Nun hat es auch Uwe Becker (CDU) getan. Wie vor ihm der als „Bahnbabo“ bekannte Straßenbahnfahrer und OB-Kandidat Peter Wirth (parteilos) hat sich der Vorsitzende der Frankfurter CDU neben einem Fahrkartenautomaten fotografieren lassen. Becker, der am 5. März Oberbürgermeister werden will und zu den drei Favorit:innen bei der Wahl zählt, schaut auf dem Foto etwas traurig und deutet auf den angezeigten Preis für eine Einzelfahrkarte: 3,40 Euro. Dazu schreibt der Christdemokrat: „Fakt ist: Die Koalition im Römer steht für die höchste Fahrpreissteigerung in Frankfurt.“

Die Debatte um die Tarife des RMV dürfte den OB-Wahlkampf prägen – so viel steht schon fest, obwohl die Fahrpreise erst seit Jahresbeginn gelten. In den sozialen Medien gehen sich vor allem Vertreter:innen von Linken und Grünen frontal an.

Die Preise für Einzelfahrten sind kräftig gestiegen.
Die Preise für Einzelfahrten in Frankfurt sind kräftig gestiegen. Kund:innnen bezahlen nun 20 bis 30 Prozent mehr für ihr Ticket. © dpa

Die Linken halten die Preiserhöhung für Einzel- und Tageskarten für grundfalsch. Fraktionschef Michael Müller sprach von einer „absurden Preissteigerung, die nicht zum Umsteigen vom Auto auf den ÖPNV einlädt und Mobilität einschränkt“.

Gestiegene Fahrpreise: Verkehrsdezernent Majer wirft OB-Kandidaten Becker Heuchlerei vor

Die Grünen kontern, die Stadt könne nicht jedes Ticket subventionieren, deshalb habe der Magistrat vollkommen richtig gehandelt, als er das Geld (etwa zehn Millionen Euro pro Jahr) zur Förderung von Zeitfahrkarten für Menschen mit Frankfurt Pass einsetzte. Die verkehrspolitische Sprecherin im Römer, Katharina Knacker, sagte: „Einzel- und Tagestickets werden von Tourist:innen oder Gelegenheitsnutzer:innen gekauft. Diese Tickets sollten wir nicht mit Steuergeldern subventionieren, sondern stattdessen lieber die Mobilität von Menschen, die es wirklich brauchen, fördern.“

Zurück zu Uwe Becker. Über dessen Vorstoß hat sich Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) geärgert. Dass der CDU-Mann zu hohe Fahrpreise beklage, sei „wenig glaubwürdig“, sagte Majer im Gespräch mit der FR. Schließlich habe die CDU und allen voran Becker zu Zeiten der schwarz-rot-grünen Koalition versucht, subventionierte Einzeltickets zu verhindern.

Becker wehrt sich gegen die Vorwürfe - Josef: „Die teuren Einzelfahrkarten sind eine Belastung“

Das stimme so nicht, konterte wiederum Becker. Er habe nur den damaligen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) kritisiert, weil der die Subventionen in einem Alleingang beschlossen habe. Außerdem sei es ihm damals darum gegangen, das gesamte Tarifsystem des Verkehrsverbunds in den Blick zu nehmen und nicht nur die Einzelkarten.

Derweil räumte der OB-Kandidat der SPD, Mike Josef, ein, die teuren Einzelfahrkarten seien „eine Belastung“. Es müsse aber darum gehen, Menschen dauerhaft an den ÖPNV zu binden. Deshalb sei es richtig, eher Zeitkarten zu subventionieren. Als Oberbürgermeister werde sein Ziel ein Ticket für 365 Euro im Jahr sein. (Georg Leppert)

Neben den Gleisen und am Fahrkartenautomat spielt sich der Frankfurter OB-Wahlkampf auch auf den Straßen ab. Becker ließ sich just neben einen großen Schlagloch in Nieder-Eschbach ablichten, um auf den Zustand der Straßen aufmerksam zu machen.

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