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Obdachlosigkeit

Obdachlosenhilfe der Stadt Frankfurt in der Kritik

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Zwei Initiativen fordern die Stadt Frankfurt auf, Obdachlosen in der Kältewelle mehr zu helfen. Das Sozialdezernat spricht von großer Hilfsbereitschaft für die Betroffenen.

Der massive Kälteeinbruch der vergangenen Tage hat in Frankfurt eine Debatte über das Hilfssystem für obdachlose Menschen ausgelöst. Die Stadtteilgruppe „Initiative Zukunft Bockenheim“ und die „Ada-Kantine“, die am Wochenende in Bockenheim einen kostenlosen Mittagstisch anbietet, werfen der Stadt Frankfurt vor, den aktuell besonders gefährdeten Menschen nicht ausreichend zu helfen.

Das Angebot des „Kältebusses“ des stadtnahen Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten müsse ausgeweitet werden, es brauche zudem weitere Tagesaufenthaltsstätten, fordern die beiden Initiativen in einem offenen Brief an Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), der der Frankfurter Rundschau vorliegt. Die ehemalige Uni-Mensa „Labsaal“ am Campus Bockenheim, in der bereits Flüchtlinge untergebracht waren, würde sich zudem als Tagesaufenthalt und Ruheraum mit Duschmöglichkeit anbieten, heißt es in dem Schreiben. Die Initiativen üben zudem massive Kritik an der Notübernachtung in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor. Menschen in einem U-Bahnhof unterzubringen, sei „menschenverachtend und in Corona-Zeiten gesundheitlich gefährdend“.

Kältebus

Obdachlose Menschen , die bei großer Kälte draußen schlafen, schweben potenziell in Lebensgefahr. Wer einen hilflosen Menschen draußen schlafen sieht, sollte den Frankfurter Kältebus unter der Nummer 069 / 43 14 14 anrufen, damit Sozialarbeiter:innen sich um ihn kümmern können. Die Stadt unterhält zudem eine eigene Hotline für soziale Notlagen unter der Nummer 069 / 21 27 00 70. Bei akuter Lebensgefahr sollte man immer sofort den Notruf unter der Nummer 112 alarmieren.

Birkenfelds Sprecherin Uta Rasche sagte der FR, man freue sich, dass die Initiativen sich Gedanken um obdachlose Menschen machten. Aktuell gebe es in der Stadt 425 Schlafplätze für Obdachlose, die nicht alle belegt seien. Die Notschlafstelle am Eschenheimer Tor, die seit der Kältewelle länger geöffnet ist, sei zentral in der Stadt gelegen und werde „sehr gut angenommen“. Abstands- und Hygieneregeln könnten wegen der Größe der Einrichtung problemlos eingehalten werden, es gebe Duschen, Toiletten und ein Frühstück. Der „Labsaal“ eigne sich nicht gut als zusätzliche Einrichtung, da das Gebäude in einem schlechten baulichen Zustand sei und Betten und Großküche nach dem Auszug der letzten Flüchtlinge ausgebaut worden seien.

Insgesamt erlebe man eine große Welle der Hilfsbereitschaft gegenüber obdachlosen Menschen, teilte Rasche weiter mit. Allein der Kältebus sei in der Nacht auf Mittwoch 61-mal angerufen worden, was den Sozialarbeiter:innen sehr helfe. Viele Bürger:innen fragten zudem, wo sie Kleider spenden könnten. Warme Jacken und Pullover, Winterschuhe und warme Socken könne etwa der Tagestreff „Weser 5“ in der Weserstraße 5 gebrauchen, die Avetorstubb am Affentorplatz 2 suche Kapuzenpullover und Trainingshosen. Der Verein „Streetangel“ hat in der Nacht zu Mittwoch derweil nach eigenen Angaben Tee, Decken, Kleidung und Schlafsäcke an Obdachlose verteilt.

Laut Rasches Angaben haben in der Nacht zu Mittwoch 106 Menschen in der B-Ebene am Eschenheimer Tor übernachtet, 31 in verschiedenen Tagestreffs und 72 im Freien, vor allem rund um die Hauptwache und unter den Mainbrücken.

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