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Obdachloser sucht sich sonniges Plätzchen am Liebfrauenkloster. Foto: Peter Jülich
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Obdachloser sucht sich sonniges Plätzchen am Liebfrauenkloster.

Obdachlose in Frankfurt

Obdachlose in Frankfurt: Stadt verlängert Unterbringung

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Obdachlose ohne Rechtsansprüche dürfen bis zum Herbst in Notunterkünften bleiben.

Es war eine echte politische Kehrtwende. Mitte Februar kündigte die Stadt Frankfurt an, erstmals auch obdachlose Menschen in die städtischen Notunterkünften zu lassen, die darauf keinen klaren Rechtsanspruch hätten. Vor allem Obdachlose aus EU-Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, die auf Jobsuche nach Frankfurt kommen, haben in der Regel keinen Anspruch auf Sozialleistungen. In Frankfurt war es jahrelang Praxis, sie im Winter aus diesem Grund nur in der Notschlafstelle am Eschenheimer Tor übernachten zu lassen.

Seit der Ankündigung vor gut sechs Wochen ist einiges passiert. Laut Zahlen des Sozialdezernats sind momentan 25 Personen ohne entsprechende Ansprüche von der Stadt untergebracht, darunter 15 alleinstehende Männer und eine vierköpfige Familie in einer Sammelunterkunft der Caritas im Frankfurter Westen, zwei Paare in einer Containerwohnanlage und zwei alleinstehende Frauen ebenfalls in Wohncontainern. Die 15 Männer schlafen in der großen Halle einer ehemaligen Druckerei, in der mit Stellwänden und Decken kleine Kabinen abgetrennt wurden.

Wie Uta Rasche, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), der Frankfurter Rundschau bestätigte, wurde sich innerhalb des Magistrats bereits darauf verständigt, die Unterbringung dieser Menschen nicht wie zunächst geplant Ende März zu beenden, sondern sie vorerst bis Ende September zu verlängern. Gerade in Pandemiezeiten sei das eine „bessere Lösung“, als die Menschen wieder in die Obdachlosigkeit zu entlassen. Grundsätzlich sei es sogar möglich, noch mehr Menschen aufzunehmen, so Rasche. Da in der vergangenen Zeit relativ wenige Flüchtlinge in Frankfurt angekommen seien, seien die städtischen Unterkünfte derzeit nicht besonders belastet.

Der Bedarf ist größer

Der wichtigste Kooperationspartner der Stadt bei seiner neuen Politik ist der Frankfurter Förderverein Roma, aus dessen Sozialberatung die meisten der Bedürftigen kommen – viele der nun Untergebrachten gehören der Roma-Minderheit an. Joachim Brenner, Geschäftsleiter des Fördervereins, ist mit dem bisherigen Verlauf durchaus zufrieden. Dass die Stadt jetzt Menschen unterbringe, denen sie das über Jahre verwehrt habe, sei „ein notwendiger humanitärer Akt, der schon seit langer Zeit eingefordert worden ist“, sagte Brenner der FR.

Es gebe allerdings wesentlich mehr Menschen in Frankfurt als nur die 25, die eine Unterkunft bräuchten. „Es ist unbedingt erforderlich, für Familien mit Kindern, für Paare und alleinstehende Frauen Unterkünfte zu finden“, so Brenner. Dies gelte umso mehr, als eine umgebaute Halle für Familien ungeeignet sei. Er hoffe, dass die Stadt mittelfristig auf seine Idee eines „Hauses für Roma“ zurückkomme, sagte Brenner. Sein Verein fordert seit Jahren ein Haus, in dem er neu nach Frankfurt gekommene Roma unterbringen kann, bis diese eine Arbeit gefunden haben.

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