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Die KfW-Stiftung hält Bienen.

Bienen-Stand

Obacht, hier brennt?s

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Zu Besuch bei den Bienen auf dem Balkon der KfW-Stiftung.

Wenn auf dem Balkon einer Kreditanstalt ein Waldbrand imitiert wird; wenn man dort besser weiße Kleidung trägt, um nicht mit Braunbären verwechselt zu werden; wenn dort gelb-schwarz Uniformierte die Produktionsstätten belagern in der Hoffnung, dass eine Arbeiterin abstürzt und zum wehrlosen Opfer wird – dann befindet man sich in einer von vielen privaten Imkereien in Frankfurt, hier: bei der KfW-Stiftung.

Das Bankhaus unmittelbar neben dem Palmengarten bietet perfekte äußere Bedingungen für fleißige Insekten, die sich aufs Nektarsammeln verstehen. Seit 2011 bot daher die Kreditanstalt, seit 2013 nun ihre Stiftung als Nachfolgerin drei Völkern ein Zuhause. „Wir sprechen hier von Westlichen Honigbienen“, sagt der Mann, der sich seit fünf Jahren um die Tiere kümmert, aber in der Zeitung lieber namenlos bleiben will.

Imker nimmt nur einen Teil des Honigs 

Gerade führt er eine Besuchergruppe zu den Bienen. Es ist Spätsommer, nur ein paar Tiere summen noch um die vier sogenannten Beuten herum, rechteckige Kisten, in denen ebenso rechteckige Rähmchen stecken. Darin gehen die Immen ihrer Arbeit nach, baut die Königin ihren Staat auf, brauen alle den Honig und verschließen am Ende die Waben mit Wachs – als Vorrat für den Winter. Dann brauchen sie Energie, um sich zu wärmen und zu überleben.

Und dann kommen wir Menschen und schleudern den Honig einfach raus? Haben die Bienen nichts dagegen? Die bekämen davon nicht so viel mit, sagt der Imker, weil der Mensch nur einen Teil wegnehme, aus einem Bereich der Beute, zu dem die Bienen dann gerade keinen Zugang hätten.

Die Besucher auf dem KfW-Balkon erhalten jeder einen Imkerhut mit Netz um den Kopf und den guten Rat: „Vorsicht vor den Wächterbienen – lieber die Ärmel runterkrempeln.“ Blöd, wenn man in kurzen Ärmeln erschienen ist. Aber kein Problem, die Bienen sind ganz lieb. Die Wespen allerdings belagern in der Tat die Beuten und hoffen, dass ihnen eine einzelne, vielleicht von der harten Arbeit geschwächte Biene zum Opfer fällt. Generell haben sie aber keine Chance, den Stock anzugreifen. „Die Bienen können sich wehren“, sagt der Imker, „ihr Stachel bleibt dann auch nicht stecken, wenn sie ein anderes Insekt stechen.“

Die weißen Klamotten trägt er in der Tat, „um hier nicht den Bären zu machen“ – der ist den Bienen als Konkurrent um den Honig bekannt und daher bei ihnen nicht besonders beliebt. Staatsfeind Nummer 1 sozusagen. Und die Sache mit dem imitierten Waldbrand? Klar: Der Rauch, den die Bienenzüchter mit einem Feuerchen aus Hackschnitzeln und Trester erzeugen, soll den Bienen signalisieren: Obacht, hier brennt’s, schnell eine Wabe mit Nektar suchen und flugbereit machen. Keine Zeit, den weißen Typen zu stechen, der unseren Honig klaut.

„In welchen Blüten ist eigentlich dieser Nektar enthalten?“, fragt eine Frau während der Führung. Und ist ganz positiv überrascht, als sie hört: in allen! Zwei Tipps hat der Imker noch: Blühmischungen im Garten säen, keinen Rasen. Das hilft den Insekten. Und wenn man allergisch ist: Pollen in der Apotheke kaufen, zermahlen und essen, etwa in Joghurt gerührt. Aber nur Pollen aus der Umgebung des Wohnorts. Es heißt, der Heuschnupfen suche dann das Weite.

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