1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Uwe Becker bekämpft Schlaglöcher

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Uwe Becker an dem Schlagloch am Urseler Weg.
Uwe Becker an dem Schlagloch am Urseler Weg. Foto: privat © privat

Der OB-Wahlkampf in Frankfurt läuft langsam an. OB-Kandidat Uwe Becker (CDU) macht Wahlkampf auf der Straße.

Es gibt nun dieses Foto von Uwe Becker, wie er am Bahnübergang an der Urseler Straße in Nieder-Eschbach hockt und einen bestürzten Gesichtsausdruck macht. Auf der Straße ist ein Schlagloch, fast so lang wie Beckers Arm. Mit seinem Arm deutet Becker auf das Schlagloch, das zudem mit Wasser gefüllt ist, und schaut sehr irritiert.

Acht Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt läuft der Wahlkampf langsam an. Es ist noch kein echter Straßenwahlkampf mit Veranstaltungen und Infoständen, sondern ein Wahlkampf mit Plakaten an Straßenlaternen und Fotos, die per E-Mail oder in sozialen Medien kursieren.

Becker kritisiert gedimmte Laternen

OB-Kandidatin Manuela Rottmann (Grüne) macht Selfies mit dem früheren Außenminister Joschka Fischer oder mit der Frankfurter Grünen-Chefin Julia Frank und Musiker Jan Delay. Mike Josef (SPD) hat eine alte Website vom Netz genommen, auf der er als Spitzenkandidat für die Kommunalwahl 2016 warb, und zeigt nun Fotos von sich und den Johannitern bei der Suppenküche am Kaisersack.

Der „Bahnbabo“ Peter Wirth macht Spagat; Yanki Pürsün (FDP) twittert über den Feldmann-Prozess; Daniela Mehler-Würzbach (Linke) solidarisiert sich mit der Hausbesetzung im Gallus. Alle OB-Kandidat:innen haben sich vorgenommen, dass sich nach ihrer Wahl am 5. März und der Stichwahl am 26. März etwas ändern soll in der Stadt.

So auch Uwe Becker: „Dass über Tage selbst auf Grundnetzstraßen in Frankfurt gefährliche Schlaglöcher nicht beseitigt werden, ist nicht akzeptabel“, sagt er. Auch das Dimmen der Straßenlaternen, um Strom zu sparen, sieht Becker kritisch, weil es sich auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger auswirke.

Für Substanzerhaltung wäre mehr Geld nötig

„Wenn sich die Menschen in Frankfurt abends unsicher fühlen und Stolperfallen übersehen, weil die Straßenlaternen ausgeschaltet sind oder selbst auf Grundnetz-Straßen Schlaglöcher die Gesundheit von Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern gefährden, dann handelt der Magistrat an den Grundbedürfnissen der Menschen in Frankfurt vorbei.“

Das sind gleich zwei Fässer, die Becker aufmacht. Das Frankfurter Straßennetz ist 1456 Kilometer lang. Dazu zählen auch 480 Brücken. Für die Sanierung standen in Frankfurt laut Haushalt zuletzt 88 Cent pro Quadratmeter zur Verfügung (2020). 2020 war Becker noch Kämmerer. Nötig für die Substanzerhaltung sind laut Forschungsanstalt für Straßen- und Verkehrswesen 1,30 Euro pro Quadratmeter.

Strom sparen oder nicht sparen...

Bei den Straßenlaternen stellte die Stadt von November an 33 000 verkehrssichernde Laternen auf Sparmodus um. Wo es technisch möglich ist, laufen die Laternen auf halber Leistung. Die Stadt will Vorbild beim Stromsparen sein. Strom hat sich in Folge des Kriegs in der Ukraine verteuert.

Um Strom zu sparen scheinen auch 2491 sogenannte Illuminationsleuchten unter anderem am Mainufer und an den Brücken sowie 218 Bodeneinbaustrahler etwa am Rathenau- und Goetheplatz bei Dunkelheit nicht mehr. Ausgenommen vom Sparmodus sind die Straßenlaternen in der Innenstadt, im Bahnhofsviertel und an Fußgängerüberwegen.

Als das Thema Ende November im Stadtparlament diskutiert wurde, begrüßte die CDU-Stadtverordnete Carolin Friedrich die Maßnahme noch: „Selbstverständlich müssen wir Strom und Gas sparen, deshalb wird die Beleuchtung auf den Straßen gedimmt.“ Uwe Becker vertritt mittlerweile eine andere Position: „Die Frankfurter Straßenlaternen sollten wieder in den Normalbetrieb umgestellt werden.“

Auch interessant

Kommentare