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OB-Wahl in Frankfurt: Manuela Rottmann wirbt für einen Neustart

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Von: Georg Leppert

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OB-Wahl in Frankfurt: Manuela Rottmann will für die Grünen antreten.
Manuela Rottmann will für die Grünen antreten. © Christoph Boeckheler

Die designierte OB-Kandidatin der Grünen hat ein großes Ziel: Frankfurt soll bis 2035 klimaneutral werden. Zunächst aber muss sie der Parteitag am Samstag nominieren.

Frankfurt – Wer ist Frankfurterin? Diese Frage ist nicht ganz unwichtig in der Evangelischen Akademie, wo sich die Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann am Mittwochvormittag (16. November) als designierte OB-Kandidatin der Grünen vorstellt. Zwar sagt Grünen-Chefin Julia Frank: „Wollen wir wirklich in die Debatte gehen, wer Frankfurterin ist und wer nicht?“ Doch sowohl Frank als auch Rottmann, die in Würzburg geboren wurde und für ihren Wahlkreis in Unterfranken im Bundestag sitzt, nennen dann fleißig Argumente, warum die Bewerberin um den Posten des Stadtoberhaupts durch und durch Frankfurterin ist.

Als da wären: Rottmann hat an der Goethe-Universität studiert (Jura), sie hat in Frankfurt ihren Sohn zur Welt gebracht, und sie ist ständig in Frankfurt umgezogen. Vom Gallus in die Innenstadt, dann nach Alt-Sachsenhausen und schließlich nach Bonames, wo sie ein Wohngebäude in ein Passivhaus umbauen ließ, das ihr auch heute noch gehört.

OB-Wahl in Frankfurt: Grüne Findungskommission setzt auf Rottmann

Diese Umzieherei sei ja auch typisch für jemanden in Frankfurt, findet sie. Aber vor allem: Manuela Rottmann hat in Frankfurt Politik gemacht, war sechs Jahre Dezernentin, hat den Hafenpark geplant, die Umweltzone eingeführt, das Gesellschaftshaus im Palmengarten und die Müllverbrennungsanlage in Heddernheim sanieren lassen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Die Frage, ob Rottmann nun Frankfurterin ist oder als eine Kandidatin aus Unterfranken angesehen wird, ist vor dem kommenden Samstag von Bedeutung. Da will sich die 50-Jährige auf einem Parteitag von der Basis wählen lassen. Rottmann ist die (einzige) Kandidatin der siebenköpfigen Findungskommission, die in den vergangenen Wochen Gespräche mit knapp zehn Bewerberinnen und Bewerbern geführt hat. Insofern stehen die Chancen, dass sie die Grünen in die OB-Wahl führt, sehr, sehr gut.

Frankfurt: Kandidatin ruft Kontrahent:innen zu Gegenkandidatur

Aber es könne sich jeder und jede melden, um gegen sie zu kandidieren, betonen Frank und ihr Vorstandskollege Götz von Stumpfeldt. Das gelte auch für Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, die von Teilen der Basis bevorzugt werden, weil sie in den vergangenen Jahren für die Frankfurter Grünen viel geleistet haben.

Aller Voraussicht nach werden Arslaner und Eskandari-Grünberg am Samstag nicht kandidieren, sondern den Beschluss der Findungskommission hinnehmen. Höchstwahrscheinlich wird es beim Parteitag im Bürgerhaus Griesheim auch keine tumultartigen Szenen geben. Viele Unterstützer:innen von Eskandari-Grünberg und Arslaner überlegen sich, ob sie überhaupt kommen sollen. Doch eitel Sonnenschein herrscht bei den Frankfurter Grünen nach der Entscheidung nicht. Was man auch daran sieht, dass die Bürgermeisterin und die Stadtverordnetenvorsteherin beim Pressegespräch am Mittwoch nicht dabei sind. Anders als etwa Kämmerer Bastian Bergerhoff oder Fraktionschef Dimitrios Bakakis.

OB-Wahl in Frankfurt: Rottmann will Klimaneutralität bis 2035

Rottmann sagt, sie fände es legitim, dass über ihre Person diskutiert werde und auch über die Frage, ob die Findungskommission nicht besser zwei Vorschläge hätte machen sollen. Auf die Bewerber:innen, die nicht zum Zuge kamen, sei sie bereits zugegangen. Für ihr Vorhaben brauche sie die Unterstützung der Partei, betont sie. Der ganzen Partei.

Frankfurt, so sagt sie, müsse bis 2035 klimaneutral werden, „als weltweit eine der ersten Städte“. Entscheidend dafür sei die Klimapolitik, aber auch die Sozialpolitik. Beides könne man nur zusammen denken. Die größte Bedrohung für den Wohlstand der Gesellschaft sei zu wenig Klimaschutz.

OB-Wahl in Frankfurt: Rottmann lobt Petra Roth

Dann spricht Rottmann von einem „Neustart“ und von politischer Kultur. Das beste Argument könnte auch von der Opposition kommen. Mit der früheren Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) habe sie gewiss nicht alle politischen Inhalte geteilt. Ihren Stil aber, sich immer vor die Dezernent:innen zu stellen, den habe sie sehr geschätzt.

Allzu konkret wird es am Mittwoch nicht. Fragen zur Waffenverbotszone im Bahnhofsviertel, der U4-Verlängerung und zu Möglichkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, lässt Rottmann unbeantwortet. Der Wahlkampf beginne ja erst noch, in den kommenden Wochen werde sie sich dazu äußern. Unklar ist auch, ob Rottmann ihren Job als Staatssekretärin aufgibt oder ruhen lässt. Gespräche mit ihrem Chef, Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, stünden noch aus. (Georg Leppert)

„Jeder Bembel hat mehr Chancen als ein Loser von der SPD“, findet zumindest die Partei „die Partei“.

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