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OB-Wahl Frankfurt: SPD schickt Mike Josef ins Rennen

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Von: Christoph Manus

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Mike Josef will Frankfurter Oberbürgermeister werden. Die SPD nominierte ihn jetzt mit 96,9 Prozent der Stimmen.
Mike Josef will Frankfurter Oberbürgermeister werden. Die SPD nominierte ihn jetzt mit 96,9 Prozent der Stimmen. © Michael Schick

Ein Sonderparteitag nominiert Mike Josef mit riesiger Mehrheit als Kandidaten für die Frankfurter Oberbürgermeisterwahl. Unterstützung kommt aus Berlin und Offenbach.

Frankfurt - Die Frankfurter SPD hat ihren langjährigen Parteichef Mike Josef jetzt offiziell als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 5. März nominiert. Bei einem Sonderparteitag auf dem Eintracht-Gelände am Riederwald erhielt der 39-Jährige, der als Frankfurter Dezernent für Planen, Wohnen und Sport arbeitet, 96,6 Prozent der Stimmen. Fünf der 199 Delegierten stimmten am Samstagmorgen mit Nein, es gab eine Enthaltung. Eine Gegenkandidatur hatte es nicht gegeben.

Nicht einmal einen Monat nach der auch von der SPD unterstützten Abwahl des langjährigen Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) – die die vorgezogene OB-Wahl erst nötig machte – demonstrierten die Frankfurter Sozialdemokrat:innen große Geschlossenheit und einen großen Willen, mit Mike Josef für dessen Wahl zum Frankfurter Oberbürgermeister zu kämpfen. Die SPD habe die Vergangenheit nicht vergessen, aber die Zukunft im Blick, sagte etwa Kolja Müller, der die Partei, nachdem Josef den Vorsitz niedergelegt hat, gemeinsam mit Ina Hartwig kommissarisch führt.

Scholz lobt Josef per Videobotschaft, Kühnert wirbt sogar im Saal für dessen Kandidatur

Gleichzeitig machte schon die Rednerliste klar, wie wichtig selbst die Bundespartei diese Wahl nimmt. Bundeskanzler Olaf Scholz lobte in einer eingespielten Videobotschaft, Josef bringe viel Erfahrung mit, stehe aber zugleich für einen Neustart. „Mike weiß, was er tun muss und weiß, wo er anpacken muss“, sagte Scholz, der die Frankfurter SPD bereits im Kommunalwahlkampf unterstützt hatte. Und er brenne für diese Aufgabe.

Generalsekretär Kevin Kühnert war sogar eigens in die Wolfgang-Steubing-Halle im Osten der Stadt gekommen, um die Delegierten aufzurufen, dafür zu kämpfen, dass die fünftgrößte Stadt Deutschlands weiterhin sozialdemokratisch regiert wird. „Diese Stadt hat es verdient, von Mike Josef geführt zu werden“, rief er in seiner Rede. Denn dieser wisse, was die Mehrheit brauche, um auch in einer schwierigen Zeit gut leben zu können. Das Abstimmungsergebnis verkündete der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Und drückte die Hoffnung aus, „dass die wirtschaftsstärkste Stadt Hessens mit Würde und Anstand und der nötigen Kraft und leidenschaftlichen Entschlossenheit regiert“ werde.

„Wir stehen für das neue Frankfurt“, sagt der SPD-Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl

Josef versprach in seiner etwa 45-minütigen Rede, sich als Oberbürgermeister für ein gutes Leben für alle Menschen in Frankfurt einzusetzen. „Wir stehen für das neue Frankfurt, für Aufbruch und Zuversicht“, rief er den Delegierten zu. Er stehe dafür, dass die Stadt vielfältig und offen und die „Frankfurter Mischung“ erhalten bleibe, sagte der Bornheimer, der von seiner Frau Chrisovalandou, genannt Chris, begleitet wurde. Damit meinte er, dass Menschen verschiedener Herkunft und Schichten in der Stadt zusammenkommen, etwa bei einem Glas Apfelwein. Diese Mischung der Bevölkerung sei bedroht, wenn die Stadt nichts tue, um weiterer Verdrängung entgegenzuwirken.

Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sieht er im Bereich Wirtschaft, wo er sich etwa für den Erhalt von Industriearbeitsplätzen wie bei Allessa und Binding starkmachen will, im Bereich Klimaschutz, wo er mehr Geld für Sanierungen von Wohngebäuden bereitstellen und das 365-Euro-Ticket für den ÖPNV einführen will sowie im Bereich „Begegnung und Bewegung“. Kultur und Sport.

Etwas Spott über Uwe Becker und Manuela Rottmann beim Frankfurter SPD-Parteitag

Auf seine Mitbewerber:innen zur Oberbürgermeisterwahl, von denen Uwe Becker (CDU) und Manuela Rottmann (Grüne) die besten Chancen haben dürften, ging Josef in seiner Rede nicht ein. Das übernahmen andere. SPD-Bezirkschef und Bundestagsabgeordneter Kaweh Mansoori etwa sagte gemünzt auf Becker, seriös zu sein sei ja gut. Das reiche in der „dynamischsten deutschen Stadt“ aber nicht aus. Von Rottmann wisse man nur, dass sie irgendetwas für Klimaschutz tun wolle.

„Frankfurt muss man lieben“, sagte die Fraktionschefin der SPD im Römer, Ursula Busch. Rottmann, die in Bad Kissingen lebt, schwebe von außen herein, und behalte sich bewusst die Möglichkeit zur Rückkehr vor. Die Grünen oder die CDU zu wählen, müsse man sich leisten können, behauptete SPD-Vize Müller. Mike Josef und die SPD kämpften dagegen dafür, dass auch die 42 Prozent in der Stadt, die ein Nettoeinkommen von bis zu 2000 Euro im Monat haben, sich das Leben in Frankfurt leisten können.

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