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20 Kandidat:innen: OB-Wahl der Rekorde in Frankfurt

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Von: Georg Leppert

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Wer darf sich die goldene Amtskette umhängen?
Wer darf sich die goldene Amtskette umhängen? © FRFOTO

20 Kandidatinnen und Kandidaten treten am 5. März in Frankfurt an. Unter den Parteilosen sind ein paar bekannte Namen.

Frankfurt – Und dann, als die erfreulich straff organisierte Sitzung des Wahlausschusses schon fast vorbei war, kam, was kommen musste. Carlo Maria Schulte meldete sich zu Wort. Schulte hatte bereits 2012 versucht, Oberbürgermeister von Frankfurt zu werden, war aber mit 0,1 Prozent knapp gescheitert. Ein Jahr später machte er Schlagzeilen, als er den damaligen Protokollchef der Stadt niederschlug. Nun tritt Schulte erneut bei der OB-Wahl an.

Vor dem Wahlausschuss drohte der Bewerber, der als Beruf „Zukunftsgestalter“ angibt, am Freitag mit einer Klage. Weil nämlich: Die Reihenfolge auf dem Stimmzettel für die Wahl am 5. März wurde ausgelost. Allerdings nur unter Bewerber:innen, die parteilos sind oder deren Partei nicht im Stadtparlament vertreten ist.

Alle anderen haben ihren Platz sicher, er richtet sich nach dem Ergebnis ihrer Partei bei der Kommunalwahl. Damit steht Manuela Rottmann von den Grünen auf Platz eins. Schulte, der bei der Auslosung auf dem vorletzten Rang landete, findet das ungerecht. Es müsse noch einmal gelost werden, und zwar unter allen Kandidat:innen, forderte er. Sonst reiche er Klage ein.

So viele OB-Kandidat:innen wie noch nie in Frankfurt

Der Wahlausschuss dürfte dieser Ankündigung gelassen gegenüberstehen. Das gewählte Verfahren ist gesetzlich festgelegt.

20 Kandidatinnen und Kandidaten treten bei der OB-Wahl an – so viele wie nie zuvor bei einer Abstimmung über das Frankfurter Stadtoberhaupt. Die meisten der Namen waren vorher schon bekannt. Doch in der Sitzung gab es auch Überraschungen.

So wird auch Tilo Schwichtenberg antreten. Der ist Stadtverordneter der Gartenpartei und kämpft im Parlament um jeden Baum. Möglicherweise werden sich Schwichtenberg und Niklas Pauli gegenseitig die Stimmen wegnehmen. Pauli ist Vorsitzender des Kleingärtnervereins Riederwald und will vor allem die Gärten am Ratsweg retten.

OB-Wahl in Frankfurt: 508 000 Wahlberechtigte

Antreten wird auch der Fährmann Sven Junghans. Er versuchte sich schon bei der Kommunalwahl 2021. Als Einzelbewerber hatte er jedoch keine Chance.

Bei der Verlosung der Positionen auf dem Wahlzettel kam Peter Wirth auf den bestmöglichen Platz. Neben seinem bürgerlichen Namen wird „Bahnbabo“ stehen. Die Bezeichnung, unter der der Straßenbahnfahrer bekannt ist, hat er sich als Künstlername eintragen lassen. Damit kann Maja Wolff, die Macherin des Grüne-Soße-Festivals, zwar nicht dienen. Doch auch sie zählt zu den prominenten Kandidatinnen und Kandidaten. Ihr Wahlkampf werde sich nicht zuletzt in Gaststätten abspielen, sagte sie der FR. Dort plane sie ein Speed Dating.

Rund 508 000 Frankfurterinnen und Frankfurter sind wahlberechtigt. Um ein Haar hätten sie sich sogar zwischen 21 Kandidat:innen entscheiden können. 15 Minuten vor Ablauf der Bewerbungsfrist erschien ein Mann auf dem Wahlamt und füllte in Windeseile die erforderlichen Unterlagen aus. Dann stellte sich jedoch heraus: Er hatte nicht eine der 186 Unterschriften gesammelt, die parteilose Kandidat:innen vorlegen müssen. (Georg Leppert)

Eines der großen Themen bei der OB-Wahl in Frankfurt sind die hohen Fahrkartenpreise in der Stadt: „Bahnbabo“ Peter Wirth und Uwe Becker (CDU) beklagen die Preissteigerungen beim ÖPNV.

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