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OB-Kandidat Becker: Frankfurt soll führend bei Geothermie werden

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Von: Florian Leclerc

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Daumen hoch: Uwe Becker will Geothermie ausbauen.
Daumen hoch: Uwe Becker will Geothermie ausbauen. Foto: Monika Müller © Monika Müller

Der Frankfurter OB-Kandidat Uwe Becker schlägt eine Kooperation der regionalen Energieversorger vor, um ein Erdwärmekraftwerk zu bauen. Die Klima-Union Frankfurt hat auch Ideen.

Um die Energieversorgung in Frankfurt und der Region nachhaltig zu machen, schlägt Uwe Becker, der CDU-Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt, einen Ausbau der Geothermie vor. „Wir müssen uns das nahezu unbegrenzte Potenzial am Oberrheingraben zu- nutze machen“, sagte Becker im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.

Der Oberrheingraben ist eine 300 Kilometer lange und 30 bis 40 Kilometer breite Wanne. Sie liegt etwa zwischen Mannheim und Basel. Im Oberrheingraben gibt es im tiefen Untergrund heißes Wasser, das bei 60 Grad Celsius eine direkte Wärmenutzung und bei mehr als 100 Grad Celsius zusätzlich eine Stromerzeugung im Geothermiekraftwerk ermöglicht.

„Die regionalen Energieunternehmen Mainova und Süwag aus Frankfurt, Entega aus Darmstadt, Eswe aus Wiesbaden, EVO aus Offenbach und Ovag aus der Wetterau sollten sich bei der Geothermie zu einer Kooperation zusammenschließen“, sagte Becker. Gemeinsam könnten sie ein Erdwärmekraftwerk am Oberrheingraben errichten, das Wärme und Strom in die Rhein-Main-Region bringt.

Das Hilgenfeld wird Frankfurts erstes Klimaschutzquartier. Foto: Rolf Oeser
Das Hilgenfeld wird Frankfurts erstes Klimaschutzquartier. Foto: Rolf Oeser © Rolf Oeser

Bei der oberflächennahen Gewinnung von Erdwärme sieht Becker weiteres Potenzial. Im nachhaltigen Quartier Hilgenfeld am Frankfurter Berg würden von 2027 an etwa 2500 Menschen in Aktivhäusern ihre Energie und Wärme selbst erzeugen, hob er hervor. Zum Einsatz kommen 160 Erdwärmesonden in 120 Metern Tiefe und mehr als 5000 Solarmodule.

Erdwärme fürs Rebstockbad

Auch das neue Rebstockbad soll von 2026 mit Erdwärme beheizt werden. Über eine Wärmepumpe lässt sich im Sommer warme Luft in das kühlere Erdreich pumpen, um die Räume wenn nötig zu kühlen.

Einen Vorstoß zur stärkeren Nutzung von Geothermie macht nun die CDU Frankfurt-Sachsenhausen. Sie fährt am 13. Januar nach München, um sich die größte Geothermieanlage Europas anzuschauen. Die Stadtwerke München betreiben sechs Geothermiekraftwerke. Das größte ist die Geothermieanlage am Standort Süd nahe dem Großmarkt, also mitten in der Stadt. Die Anlage versorgt bis zu 80 000 Menschen mit Fernwärme.

Lithium aus dem Oberrheingraben

Zum Vergleich: Das Müllheizkraftwerk Frankfurt versorgt nach Angaben der Mainova etwa 30 000 Haushalte. An das 300 Kilometer lange Fernwärmenetz sind in Frankfurt auch die Heizkraftwerke Messe, West und Niederrad angeschlossen.

Die Klima-Union Frankfurt sieht weiteres Potenzial bei der Geothermie. Wie der Vorsitzende Alexander Münter nach einem Besuch des Geothermiekraftwerks Insheim mitteilte, lasse sich aus dem Oberrheingraben so viel Lithium gewinnen, dass Deutschland und Europa unabhängig vom Import aus China werden könnten. Lithium steckt in Batterien für Handys oder Elektroautos.

Der Großteil des Rohstoffs kommt derzeit aus China. „Wir können den Oberrheingraben zum ‚Lithium Valley‘ Europas machen“, sagte Münter. Der Betreiber des Kraftwerks Insheim, Vulcan Energy, will von 2024 an Lithium zur Herstellung von rund einer Million E-Autos bereitstellen. Siehe Kommentar

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