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Außer am Kinderkarussell war nicht allzu viel los. Monika Müller
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Außer am Kinderkarussell war nicht allzu viel los. Monika Müller

Frankfurt

Nur wenig Kirmes-Flair in Frankfurt

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Der „Sommer in der Stadt“ findet am Wochenende nur mäßig Anklang. Vor allem weil die nur sechs Stationen zu weit auseinander liegen. Die Schaustellerinnen und Schausteller hoffen auf die Dippemess und den Weihnachtsmarkt.

Heute ist dein Glückstag.“ Der kleine Sohn des Vaters, der ihm das gerade zugerufen hat, überlegt kurz und fragt: „Wieso?“ „Na ja“, erklärt ihm der Vater: „Du hast ein Geschenk bekommen und bist gerade Karussell gefahren.“ Dagegen lässt sich auch aus Kindermund schwerlich argumentieren. Am Samstagmittag sind es einige Kinder, die am nördlichen Frankfurter Mainufer in den Genuss einer Fahrt in einem Feuerwehrauto oder einem Motorrad kommen, das sich um eine Stange dreht. Schlangen bilden sich aber keine, da bis auf einen Kuscheltierautomaten wenige Meter weiter zu wenig los ist für Kinder.

Drum herum stehen mal winkende, mal mit dem Handy Fotos machende Eltern. Der Abschied fällt dem einen Kind leichter, dem anderen schwerer, je nachdem, ob es anschließend ein Eis bekommt oder ohne was Süßes weiterlaufen muss. Vom Getränkewagen wummert derweil deutscher Schlager.

Der sogenannte Sommer in der Stadt soll in erster Linie den Schaustellerinnen und Schaustellern wieder Einnahmen ermöglichen. Von dem Flair einer Kirmes seien die sechs Stationen in der gesamten Stadt aber weit entfernt, sagt Hainer Roie. Er sitzt vor der Hütte „Die Wrapper“, die seine Tochter betreibt. Im März vergangenen Jahres hat er das Geschäft angeschafft, seitdem stand es auf dem Hof. Anschaffungskosten: 30 000 Euro. „Jetzt am Wochenende kommen schon viele Leute den Fluss rauf und runter“, sagt Roie. Am Freitagabend sei es auch ganz gut gelaufen, aber unter der Woche erwartet er kaum Einnahmen, da auch drum herum nicht viel los sei.

Bis zur nächsten Station sind es am Wochenende mehrere Hundert Meter. Das Kinderkarussell am Liebfrauenberg wird erst am heutigen Montag aufgebaut. Erst am Roßmarkt steht die nächste Bude, an der Gegrilltes verkauft wird. „Endlich wieder Nierenspieße“, jubelt ein Mann. Die habe er in den vergangenen Monaten während Corona und der ausgefallenen Märkte besonders vermisst. „Schön, dass ihr wieder da seid“, sagt er zu der Verkäuferin.

Mike Roie, Betreiber der Bude, hat sich in der Zeit ohne Veranstaltungen mit verschiedenen Jobs über Wasser gehalten. Schwerlasttransporte, Krandienste, zuletzt hat er mitgeholfen, 1000 Quadratmeter Granitboden in der neuen Geschäftsstelle von Eintracht Frankfurt zu verlegen. „Wir sind froh, dass wir wieder rausdürfen und ein paar Euros verdienen können“, sagt Roie.

Auch wenn die Anzahl der Menschen, die sich auf die Bierbänke setzen oder sich am Weinstand in der Freßgass aufhalten, weit von Vor-Corona-Zeiten entfernt ist, „ist es wichtig für die Psyche“, findet Roie. Bis zum 15. August wird er nun weiter Würstchen, Pommes und Nierenspieße am Roßmarkt verkaufen. Die große Hoffnung für ihn und alle anderen Schausteller:innen ist, dass Dippemess und Weihnachtsmarkt steigen können. Das wären für Mike Roie & Co. echte Glückstage. Und für die meisten Frankfurterinnen und Frankfurter dann auch.

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