Regional einkaufen auf dem Markt. Foto: Ilona Surrey

Klimawette

„Nüsse sammeln wie bei Eichhörnchens“ in Frankfurt

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Die FR-Klimawette fördert viel Kreativität der Leserinnen zutage – ein Damenquartett zeigt heute, was geht. Und was man aus alten Tüchern machen kann.

Fast drei Wochen unserer Klimawette sind geschafft, und weiterhin platzt der Maileingang schier vor Beiträgen klimafreundlicher FR-Leserinnen und -Leser. Wir kommen mit dem Veröffentlichen kaum nach! Langsam wächst die Zuversicht, dass wir mehr CO2 einsparen werden als unser Wettpartner, das Energiereferat. Die Sieger stehen sowieso längst fest: das Klima und die Zukunft,

Aber keinen Platz verschwenden – frisch ans Werk. Petra Schladitz schreibt: „Man muss ja unserem Verkehrsminister Herrn Scheuer nicht folgen, sondern kann selber denken und tun: Stichwort Geschwindigkeitsbegrenzungen.“

Aufs Auto kann sie mangels ÖPNV-Alternative nicht verzichten, hält sich ab sofort aber strikt an Geschwindigkeitsbegrenzungen und fährt auf Autobahnen maximal 120. Das zahlt sich auf dem 30 Kilometer weiten Weg zur Arbeit direkt aus: „Ich habe es bereits getestet und den Verbrauch meines Golfs kontrolliert. Anstelle von 6,5 braucht er nur noch 5,5 Liter – und dies bei der momentanen kalten Witterung und mit Winterreifen.“ Dass die Fahrt nun drei Minuten länger dauert, nimmt sie in Kauf.

Eine beeindruckend lange Liste schickt Krista Schulte aus Otzberg – so lang, dass wir gar nicht alles in die Zeitung kriegen. Ein Auszug: Ihr Zweipersonenhaus-halt heizt mit Holzpellets, macht Wasser mindestens fünf Monate pro Jahr mit purer Sonnenenergie warm, lässt das Auto dank Landesticket oft stehen, nutzt 100 Prozent Ökostrom, vermeidet unnötiges künstliches Licht, lässt Elektrogeräte nicht im Standby, kocht vegetarisch bis vegan, zumeist saisonal und regional, hat ein Biokistenabo, sammelt „heimische Nüsse wie bei Eichhörnchens“, verpackt Geschenke in FR-Zeitungspapier, duscht nicht täglich, fährt Rad, sammelt Althandys zugunsten einer Naturschutzorganisation ... wir brechen hier mal ab – Respekt!

„Grundsätzlich halte ich die Kritik an meiner Generation Jahrgang 1954 für berechtigt“, schreibt Lydia Jacoby. Und zieht Konsequenzen: „Körperpflege mit Seife, auch für die Haare jetzt im Bioladen. Für Gesicht und Hände gute Produkte in Glasflaschen, und schon ist das Bad befreit von Plastikflaschen und die Umwelt von Mikroplastik.“ Weiter geht’s mit Obst- und Gemüsekauf im Fachgeschäft („null Verpackung“), frischer Küche („null Chemie, wenig Verpackung“), langer Kleidernutzung (Naturmode, acht bis zehn Jahre). „All das ist nicht sehr kompliziert und ohne Einbuße der Lebensqualität machbar“ schreibt sie, „wir müssen uns nur von den Einflüsterungen der Werbung fernhalten und die eine oder andere kleine Veränderung vornehmen. Das ist nicht zu viel verlangt.“ Applaus.

Auch Ingrid Hiller, die vierte in unserer heutigen reinen Damenrunde, hat eine beachtliche Liste geschickt. Darauf unter anderem: Leinentasche statt Plastikbeutel, Stoff- statt Wegwerftaschentuch, dehnbare Silikondeckel zum Abdecken von Schüsseln statt Frischhaltefolie. Auch Alufolie ist tabu – sogar bei Restaurantbesuchen: „Garmethoden mit Alufolie ignorieren und im Lokal motzen“, rät Ingrid Hiller: „Ich brauche kein als Schwan gedrehtes Alu-Päckchen für mein Essen, daraus isst es sich eh schlecht.“ Aus alten Tüchern schneidert sie Putzlappen, Kaffee wird französisch gepresst, und: „Zu Fuß gehen. Ich brauche kein Fitnessstudio! Selbst kochen! Lieferdienst ist eine Umweltsauerei!“ Wären alle 60-Jährigen so, hätte die Welt weniger Probleme. „Herzliche Grüße und wir gewinnen!“, wünscht Ingrid Hiller zum Schluss.

Gewinnen Sie mit!Mailen Sie ihren Beitrag zum CO2-Sparen an online@fr.de. Alles Wissenswerte zur Klimawette unter www.fr.de/klimawette.

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