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Bürger beschweren sich über die Notrufsäulen an der Hauptwache.
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Bürger beschweren sich über die Notrufsäulen an der Hauptwache.

Innenstadt

Notruf nur per Handy

  • VonDominik Brück
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Die Notrufsäulen an Bahnsteigen stellen keine direkte Verbindung zum Rettungsdienst her. Die VGF empfiehlt, in Notfällen das Handy zu nutzen.

Obwohl es bereits vier Wochen her ist, dass Dirk Schneider an der U-Bahn-Station Hauptwache Erste Hilfe leisten musste, lässt ihn der Vorfall nicht los. Laut seiner Schilderung lag eine junge Frau mit krampfartigen Anfällen auf dem Boden, umsäumt von zahlreichen Schaulustigen. „Bis auf mich und zwei weitere Frauen hat einfach niemand geholfen“, sagt Schneider.

Befremdlich, findet er das. Da die junge Frau nicht ansprechbar gewesen sei, hätten sich die Helfer entschieden, einen Notruf abzusetzen. Zur Verwunderung von Schneider sei aber auch das nicht ohne Probleme möglich gewesen. „Eine der Helferinnen hat an der Notrufsäule am Bahnsteig nach Hilfe gerufen“, sagt Schneider. „Als nach zehn Minuten aber immer noch niemand da war, habe ich mit dem Handy den Notruf gewählt.“

Es habe weitere zehn Minuten und zusätzliche Gespräche an der Notrufsäule gedauert, bis ein Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) erschienen sei. Der sei dann losgegangen, um selbst den Notruf zu alarmieren. „Da frage ich mich, was der Sinn der Notrufsäulen ist?“, sagt Schneider. Am Ende habe es rund 40 Minuten gedauert, bis der Rettungsdienst vor Ort war.

„Am Telefon war es schwer zu beschreiben wo wir genau sind, weil auf der Notrufsäule auch kein Schild mit einem Standort angebracht ist“, sagt Schneider.

Die VGF konnte auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau zu diesem Vorfall keine Auskunft geben, da Schneider sich nicht mehr an das Datum und die Uhrzeit erinnern kann. Es sei daher nicht möglich, die Abläufe zu recherchieren.

Jede Notrufsäule verfüge über eine gelbe Informations- und eine rote Notruf-Taste, die beide einen Kontakt zur Sicherheits- und Service-Zentrale der VGF herstellen würden. „Notrufe werden sofort als solche erkannt, weil sich auf den Bildschirmen der Mitarbeiter das Bild der Kamera aufschaltet, die die betätigte Säule erfasst“, sagt Bernd Conrads von der VGF.

„Notrufe werden daraufhin mit Priorität bearbeitet und je nach Schilderung des Notfalls weitere Schritte eingeleitet.“ Eine direkte Alarmierung der Polizei oder des Rettungsdienstes erfolgt über die Notrufsäulen nicht, da häufig das Eingreifen des Ordnungsdienstes ausreiche. Zudem gebe es häufig Fehlalarme, die zum Teil bewusst ausgelöst würden.

„In erkennbar akuten Fällen ist die direkte Alarmierung von 110 oder 112 eine Option, die jeder Fahrgast hat, so ein Handy vorhanden ist“, sagt Conrads. „Die VGF weist auf diese Möglichkeit ausdrücklich und immer wieder hin.“

Von dieser Möglichkeit will auch Dirk Schneider bei Notfällen zukünftig Gebrauch machen: „Wenn ich wieder in eine solche Situation kommen sollte, werde ich gleich die 112 anrufen.“ Bei der jungen Frau habe es sich nicht um eine lebensbedrohliche Situation gehandelt, wie sich später herausstellte. „Wäre das aber so gewesen, wäre für sie jede Hilfe zu spät gekommen.“

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