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Wohnen am Bethmannpark

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Von: Boris Schlepper

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Direkt neben dem Holzhaus entsteht an der Ecke Mauerweg ein Luxusneubau.
Direkt neben dem Holzhaus entsteht an der Ecke Mauerweg ein Luxusneubau. © Christoph Boeckheler

Baugenossenschaft errichtet Holzhaus für eine gemeinschaftliche Wohngruppe. Die Fertigstellung ist für Sommer 2023 geplant.

Der Treppenhausturm an der Friedberger Landstraße ist Geschichte. Am Dienstag feierte das Projekt der Wohnbaugenossenschaft Frankfurt (WBG) am Bethmannpark Richtfest. Von dem monatelang freistehenden Betonturm ist nichts mehr zu sehen. Bis kommenden Sommer sollen die Arbeiten an dem Mehrfamilienhaus abgeschlossen sein. Dann zieht dort die Wohngruppe „Gemeinsam Suffizient Leben“ ein. Im Erdgeschoss ist eine Kinderbetreuung geplant.

Das Projekt, das auf einem Areal des Liegenschaftsfonds der Stadt errichtet wird, habe einen langen Weg hinter sich, sagte Cora Lehnert vom Vorstand der WBG. Bereits 2017 habe es erste Gespräche gegeben. Es folgten Schwierigkeiten mit dem Grundstück und Wegerechten bis hin zu Lieferengpässen – weshalb auch die Treppe ein halbes Jahr blank stand. Der Rest konnte in den vergangenen fünf Wochen hochgezogen werden, so Lehnert. Möglich sei dies, da die fünf Etagen aus Holz in Elementbauweise errichtet wurden – im Frankfurt-Aktivhaus-Standard.

Das Grundstück wurde über den Frankfurter Liegenschaftsfonds im Konzeptverfahren vergeben. Überzeugen konnte die Wohngruppe „Gemeinsam Suffizient Leben“, die aus elf Erwachsenen und zehn Kindern besteht. Im Erdgeschoss entsteht eine behindertengerechte Wohnung nach dem ersten Förderweg. Die Mieten liegen bei maximal 17,50 Euro pro Quadratmeter.

Gemeinschftliches Wohnen

Das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen bietet eine Koordinations- und Beratungsstelle an. Mehr als 30 Initiativen haben dort ihr Wohnprojekt realisiert, mehrere Vorhaben befinden sich im Bau.

Der gemeinnützige Verein betreibt auch die Landesberatungsstelle für gemeinschaftliches Wohnen.

Unter www.wohnprojekte-hessen.de stellen sich unter anderem Wohninitiativen und Wohnprojekte vor, die Interessierte suchen. bos

Die Wohngruppe will mit dem Projekt einen Ort der Begegnung schaffen und ein soziales Zusammenleben ermöglichen. Dafür soll es etwa gemeinsame genutzte Flächen wie eine Wohnküche und Gemeinschaftsbalkone geben. Die Kinderbetreuung im Erdgeschoss ist für das ganze Viertel gedacht. Ein Stützpunkt für Car-Sharing und E-Mobilität mit integrierten Ladestationen soll das Projekt fürs ganze Quartier attraktiv machen.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) lobte die WBG für ihr Durchhaltevermögen. „Solche Projekte brauchen einen langen Atem.“ Auch wenn es nur klein sei, habe es doch eine wichtige Wirkung für Frankfurt, da es als „Blaupause“ wirke. Josef sicherte zu, dass der geförderte Wohnungsbau ausgebaut werde. Die Summe im kommenden Haushalt werde auf Hundert Millionen Euro verdoppelt, „um solche Projekte zu ermöglichen“.

Um Millionen geht es auch im Neubau, der direkt neben dem WBG-Bau Ecke Mauerweg entsteht. Bis spätestens Anfang 2025 errichtet die Frankfurter Immobiliengruppe GOC dort einen Luxusneubau – einen Mix aus Wohnen und Gewerbe. Die 23 Eigentumswohnungen kosten 500 000 bis 2,5 Millionen Euro.

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