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Wohnen am Bethmannpark

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Von: Boris Schlepper

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So könnte der Neubau der Immobiliengruppe GOC am Bethmannpark einmal aussehen. Das helle Gebäude auf der linken Seite ist das Projekt der Wohnbaugenossenschaft, von dem bislang nur der Treppenturm steht.
So könnte der Neubau der Immobiliengruppe GOC am Bethmannpark einmal aussehen. Das helle Gebäude auf der linken Seite ist das Projekt der Wohnbaugenossenschaft, von dem bislang nur der Treppenturm steht. © Immobiliengruppe GOC

Immobiliengruppe errichtet Neubau auf dem Parkplatz an der Friedberger Landstraße /Ecke Mauerweg bis Anfang 2025. Das direkt angrenzende Projekt der Wohnbaugenossenschaft verzögert sich noch.

Auf dem Gelände an der Friedberger Landstraße/Ecke Mauerweg errichtet die Frankfurter Immobiliengruppe GOC einen Neubau mit einem Mix aus Wohnen und Gewerbe. Bis Anfang 2025 soll das Gebäude nördlich des Bethmannparks bezugsfertig sein. Eine Baugenehmigung liegt laut Planungsdezernat vor. Die Bäume zu den angrenzenden Häusern am Bäckerweg sollen erhalten bleiben.

Voraussichtlich Anfang Juni könne mit den Arbeiten an dem bis zu sechsgeschossigen Gebäude begonnen werden, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Alexander Popovic. In den kommenden 24 Monaten wolle die Immobiliengruppe, die zuletzt an der Solmsstraße in Bockenheim gebaut hat, das Projekt abschließen. Geplant sind am Bethmannpark 23 Eigentumswohnungen, die mit Größen zwischen 34 bis 143 Quadratmetern für etwa 500 000 bis 2,5 Millionen Euro verkauft werden. Vorgesehen sei ein „gehobener Standard“, der eine „exklusive Zielgruppe“ wie Designer:innen und Kreative ansprechen solle.

Im Erdgeschoss der Liegenschaft sind drei kleinere Gewerbeeinheiten geplant, sagt Popovic. Eine erste sei bereits verkauft worden, in der voraussichtlich eine Espresso-Bar unterkomme. Auf der Rückseite der Gewerbeflächen entstehen 15 Parkplätze, die vor allem von den Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt werden können. Zur angrenzenden Bebauung am Bäckerweg hin ist eine Grünfläche vorgesehen. Die dort stehenden Bäume sollen erhalten bleiben, so Popovic.

Sechs der dortigen Bäume unterliegen der Baumschutzsatzung, sagt Volker Rothenburger, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Die Stadt habe verschiedene Forderungen gestellt, um sicherzustellen, dass sie nicht beschädigt werden – der Bauherr habe zugesagt, diese einzuhalten.

So habe er bereits von vornherein eine Baumgutachterin eingeschaltet, die bei Planung und Baudurchführung beratend tätig ist. Denn es sei davon auszugehen, dass Teile der Wurzeln in das Baufeld wachsen. Diese müssten laut Rothenburger gekappt werden, wodurch die Krone angepasst werden müsse, da den Blättern anderenfalls Wasser fehle. Der Bauherr plane jedoch, die Baugrube so weit wie möglich entfernt von den Bäumen auszuheben. Auch habe er sich für einen aufwendigeres Verfahren zur Sicherung der Grube entschieden, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten. Regenwasser soll zudem über unterirdische Speicher den Bäumen zugeführt werden. Werden die Maßnahmen umgesetzt, gehe er davon aus, dass die Bäume bleiben können.

Das freut FR-Leserin Nadja Faselt, die im Bäckerweg wohnt. Sie hatte sich Sorgen gemacht und Alarm geschlagen, dass die Bäume der neuen Bebauung zum Opfer fallen könnten. „Es muss ja nicht alles plattgemacht werden, auch wenn man in Frankfurt dringend Wohnraum braucht.“

Wohnraum entsteht auch direkt oberhalb des GOC-Projekts. Dort baut seit Juli 2021 die Wohnbaugenossenschaft (WBG) ein vierstöckiges Holzhaus, in das eine Wohngruppe einziehen wird. Der Treppenhausturm steht bereits. Nach wie vor gebe es aber Probleme, das Material für den weiteren Bau zu erhalten, sagt WBG-Vorstand Yavuz Tezcan. Derzeit hänge es an den Fenstern, für die es nur wenige Hersteller gebe, da sie hohe Anforderungen an den Schall- und Brandschutz hätten und für die Holzmodulbauweise geeignet sein müssten. Es gebe eine Zusage für Juni.

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