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Vor 20 Jahren haben Barbara und Berthold Klumpen die Gärtnerei an der Dortelweiler Straße übernommen.  

Nordend

Weniger Fläche für die Friedhofsgärtnerei

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Barbara und Berthold Klumpen würden ein Teil des Areals aufgeben, wenn die Stadt Frankfurt das Neubaugebiet „Günthersburghöfe“ realisiert.  

Zwischen Friedberger Landstraße und Günthersburgpark ist das Neubaugebiet „Günthersburghöfe“ mit 1400 Wohnungen geplant. In dem Bereich liegt auch die Gärtnerei Klumpen. Immer wieder gibt es Gerüchte, was aus dem Betrieb werden soll. FR-Redakteur Boris Schlepper sprach mit Barbara und Berthold Klumpen. Das Ehepaar bestand bei der Autorisierung darauf, die Antworten gemeinsam zu geben. Damit möchten sie zeigen, dass sie in dieser Sache einer Meinung sind.

Frau und Herr Klumpen, es gibt immer wieder Spekulationen, was aus Ihrer Gärtnerei an der Dortelweiler Straße wird, wenn die Stadt wie geplant ab 2020 die Günthersburghöfe realisiert. Was ist daran?
Richtig ist, dass wir das Areal westlich des Kleingartenwegs verkaufen würden, wenn die Stadt dort das Neubaugebiet umsetzt. Wir hatten schon immer geplant, aus unserem Haus, das auf dem Grundstück steht, auszuziehen, wenn der Zeitpunkt unseres Ruhestandes gekommen ist. Wir planen jedoch nicht, unsere neugebaute Verkaufsfläche und das Café aufzugeben.

Gibt es Pläne, was mit Ihrem Grundstück passieren soll, auf dem sich die Verkaufsfläche und das Café befinden?
Dafür gibt es noch keine Pläne. Richtigstellen möchten wir aber, dass es falsch ist, dass in unserer Gärtnerei in Zukunft ein Kinderzentrum des Abenteuerspielplatzes Riederwald eröffnet wird. Diese falsche Behauptung ist richtig ärgerlich und geschäftsschädigend für uns. Mehrere Kunden und Geschäftspartner haben uns darauf angesprochen, dass sie dann ja nicht mehr zu uns kommen bräuchten. Und auch unsere Mitarbeiter sind äußerst verunsichert – da haben wir viele Gespräche führen müssen.

Die Stadt Frankfurt plant, auf dem Grundstück westlich des Kleingartenwegs eine neue Schule zu errichten. Wie finden Sie das?

Barbara und Berthold Klumpen führen gemeinsam die Gärtnerei Klumpen an der Dortelweiler Straße. Vor 20 Jahren haben die Gartenbautechnikerin und der Gärtnermeister die Areale östlich und westlich des Kleingartenwegs übernommen.

Etwa 20 bis 25 Mitarbeiter sind in der Gärtnerei und dem Blumenverkauf tätig. Jährlich bildet das Unternehmen dort junge Gärtner aus. bos

Der Gedanke, dass die Fläche für die Öffentlichkeit genutzt werden kann, gefällt uns. Für unseren Betrieb benötigten wir das riesige Areal noch nie. Im Gegensatz zu früher produzieren wir nicht mehr alles selber. Sollten wir das Grundstück verkaufen, würde keiner unserer Mitarbeiter seinen Job verlieren. Wir arbeiten vor allem als Dienstleister in den Bereichen Grabpflege, Grabgestaltung und Gartengestaltung und -pflege. Eine so große Fläche für eine Friedhofsgärtnerei ist Luxus. Für eine Gärtnerei, wie wir sie betreiben, sind etwa 500 Quadratmeter ausreichend.

Was halten Sie von den Plänen für die Günthersburghöfe?
Wenn man eine solche zentrale Fläche in der Stadt umgestaltet, muss das mit viel Weitsicht und Klugheit angegangen werden. Das Neue muss in das Bestehende integriert werden, damit das Ergebnis den Bürgern der Stadt auch gefällt und akzeptiert wird. Es reicht nicht, dort einfach nur ein paar große Häuser zu bauen. Deshalb finden wir, dass die Bürgerinitiative Grüne Lunge sehr wertvolle Arbeit geleistet hat, damit der Umweltaspekt stärker in den Fokus rückt. Die Stadt könnte dort noch weitergehen, und etwa ein begrüntes Wohnhochhaus errichten – wie die Bosco-Türme in Mailand. Das würde dem Bereich gut tun, das Ganze auflockern und den Gedanken eines Innovationsviertels noch stärker unterstreichen.

In den Jahren 2011/2012 haben Sie Ihr altes Verkaufsgebäude an der Dortelweiler abgerissen und den Neubau errichtet. Wussten Sie damals noch nichts von den Plänen der Stadt?
Nein. Ein Jahr später aber kam die Ansage, dass ein Neubaugebiet entstehen soll. Da waren wir schon ziemlich überrascht. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir es uns noch einmal überlegt, ob wir hier diese große Investition tätigen wollen, da diese ja auch mit vielen Auflagen in Verbindung stand.

Interview: Boris Schlepper

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