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Wasserspiele im Günthersburgpark werden modernisiert

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Von: Matthias Bittner

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Auch die Figur „Frau mit Schwimmreif“ soll restauriert werden.
Auch die Figur „Frau mit Schwimmreif“ soll restauriert werden. © Monika Müller

Stadt investiert im Nordend rund 1,7 Millionen Euro in neue Technik. Der Baubeginn soll im Frühjahr erfolgen, im Spätsommer könnte das Wasser dann wieder sprudeln.

Daumen drücken heißt es ab Frühjahr 2023, dass die derzeit weltweiten Lieferengpässe und Unterbrechungen der Versorgungsketten nicht auf die Sanierung der Wasserspiele im Günthersburgpark durchschlagen. Nur dann könnte es nämlich klappen, dass im Spätsommer kommenden Jahres wieder das Wasser sprudelt und sich Groß wie Klein abkühlen können. „Sieben bis acht Monate dauern die Arbeiten“, sagt Lena Berneburg vom Grünflächenamt. Im besten Fall wohlgemerkt. Sind einzelne Teile nicht zu bekommen, klappt das nicht.

Doch auch das Wetter muss mitspielen. Viele Arbeiten – beispielsweise das Schweißen der Rohre oder die Beton-Instandsetzung der Figuren – sind temperaturabhängig und benötigen eine Mindesttemperatur von dauerhaft acht Grad, erklärt Berneburg.

Aktuell wird die Ausschreibung für die einzelnen Gewerke vorbereitet. 1,7 Millionen Euro investiert die Stadt Frankfurt in die Modernisierung der Anlage. Den Löwenanteil der Summe verschlingt die komplett neue Technik. Die wird in einem Neubau untergebracht. Damit der Eingriff in den denkmalgeschützten Park möglichst gering ausfällt, wird zunächst das alte Technikgebäude abgerissen und der Neubau an gleicher Stelle mit exakt den gleichen Abmessungen errichtet.

Die moderne Technik soll Garant dafür sein, dass die Wasserspiele im Sommer durchgehend laufen. Das war in den vergangenen Jahren nämlich nicht der Fall. Sie mussten abgestellt werden, weil die Wasserqualität zu schlecht war. Größere und leistungsstärkere Filter der neuen Anlage sorgen künftig dafür, dass die Wasseraufbereitung optimiert wird. „Zudem wird die Verkeimung des Wassers, die auch durch den porösen Plattenbelag mit vielen Fugen am Boden der Wasserspielanlage mitverursacht wurde, durch einen neuen Ortbeton-Belag minimiert“, erklärt Berneburg. Auch durch das Fehlverhalten von Nutzern und Nutzerinnen, die die Anlage mit Straßenschuhen aufgesucht oder ihren Babys keine Schwimmwindeln angezogen hätten, habe die Wasserqualität gelitten. Vereinzelt seien auch Jugendliche beobachtet worden, die mit dem Fahrrad durch die Wasserfontänen gefahren seien.

Die moderne Technik hat aber noch zahlreiche weitere Vorzüge. Mitarbeitende können sämtliche Betriebszustände mittels Fernabfrage am Handy oder Computer steuern. Auch die Wartung der Filter- und Desinfektionstechnik ist so möglich. Wasserproben allerdings müssen weiter an Ort und Stelle genommen werden. Und die Anlage ist täglich vor Inbetriebnahme von Unrat zu reinigen. Die Investition ist aber eine Ausgabe mit Blick in die Zukunft, weil sie sparen hilft: Die neuen Pumpen sind laut Berneburg energiesparender und der Wasserverbrauch ist geringer, weil der Austausch des Wassers deutlich seltener notwendig wird.

Damit künftig auch Menschen mit einer Beeinträchtigung problemlos die Wasserspiele nutzen können, entsteht auf der Westseite eine Rampe. In der Treppenanlage werden die originalen Muschelkalkstufen erhalten und neu versetzt. Rund um die Figuren sind Fallschutzbeläge vorgesehen, die durch Wangen und weitere Betonfertigteile in Muschelkalkoptik eingefasst werden.

Die Wasserspiele sind ein Werk des Frankfurter Steinbildhauers Reiner Uhl. Im Jahr 1983 hat er sie in seiner jetzigen Form hergestellt. „Seitdem gab es keine größere Sanierungsmaßnahme mehr. Das heißt, die Anlage und die Technik sind mehr als 35 Jahre alt“, sagt Berneburg. Eine Modernisierung ist demnach längst überfällig.

Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird die gesamte Anlage gechlort, gespült und mit neuem Wasser befüllt. Bis der Betrieb anlaufen kann, dauert es etwa zwei bis drei Tage. Auch hier schadet Daumendrücken sicher nicht, damit es auch reibungslos klappt.

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