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Wenn es das Wetter zulässt, kann es in Frankfurt auf den Plätzen wie dem Luisenplatz im Nordend nachts laut werden.
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Wenn es das Wetter zulässt, kann es in Frankfurt auf den Plätzen wie dem Luisenplatz im Nordend nachts laut werden.

Plätze überlaufen

Frankfurt-Nordend: Party, aggressive Stimmung und uneinsichtige Feiernde

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Die Stadt Frankfurt arbeitet an neuem Konzept für die Plätze im Nordend. Steigende Aggressivität und eine große Zahl an Feiernden überfordere die Stadtpolizei.

Frankfurt am Main - Das bestehende Konzept für die Plätze im Nordend reicht nicht mehr aus. Aufgrund der aktuellen Lage und des Verhaltens der Menschen, die inzwischen gleichzeitig auf vier Plätzen im Stadtteil feiern, sollte das bisherige Vorgehen nach Ansicht des Frankfurter Magistrats weiterentwickelt werden. Das schreibt die Verwaltung in einer Antwort an den Ortsbeirat 3, der sich dafür ausgesprochen hat, das Feiern auf den Plätzen und im Günthersburgpark zeitlich zu begrenzen.

Momentan werden Besucherinnen und Besucher des Friedberger Platzes ab 22 Uhr durch Mitarbeitende der Stadtpolizei und Marktbefürworter:innen angesprochen und zum Verlassen der Örtlichkeit aufgefordert. Außerdem findet in regelmäßigen Abständen ein Runder Tisch statt, bei dem auch die umliegenden Plätze thematisiert werden.

Feiernde im Frankfurter Nordend: Steigende Aggression

Vor der Corona-Krise seien viele Feiernde noch im Großen und Ganzen einsichtig gewesen und hätten die Plätze nach Aufforderung verlassen. Inzwischen werde der Appell „von vielen nur noch sehr widerwillig befolgt oder sogar ignoriert“, schreibt der Magistrat. Häufig bildeten sich parallel Bereiche, in denen es zu größeren Personenansammlungen komme.

Wegen der Anzahl und der „steigenden Aggressionsbereitschaft der Feiernden bei entsprechendem Alkoholisierungsgrad“ könne die Stadtpolizei nicht alleine kontrollieren oder eingreifen. Zuletzt habe stets die Landespolizei helfen müssen, oft mit einer Vielzahl an Bediensteten. Trotz alledem sei die Wiederherstellung der Nachtruhe in Frankfurt erst nach vielen Stunden möglich gewesen. Die Polizei könne jedoch „keinen Dauereinsatz an den Nordendplätzen in den Sommermonaten“ leisten.

Feiern in Frankfurt: Konzept für den Günthersburgpark

Die Einsätze seien allein aus Gründen der Eigensicherung „nur mit angemessener Personalstärke umsetzbar“. Zwangsräumung durch ein Großaufgebot sei aber nicht mit dem verfassungsmäßigen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu vereinbaren. In der Regel seien nicht einzelne für die Ruhestörung verantwortlich. Der Geräuschpegel werde „durch die bloße Anwesenheit der Masse an Personen verursacht“ – die für sich alleine nicht gegen die Immissionsrichtwerte verstießen, teilt der Magistrat mit. Schwierig sei auch, dass es keine Veranstalterin und keinen Veranstalter gebe, gegen den Maßnahmen eingeleitet werden können.

Derzeit arbeite die Stadt an Lösungen, bei denen auch die Rechte der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt werden. Auf Grund der Komplexität der Ausgangslage mit vielen gegensätzlichen Interessen führten „repressive Maßnahmen alleine nicht zum Ziel“. Die bisherigen Maßnahmen wie die zusätzlichen Mülltonnen, Dixi-Klos und Urinale und der Einsatz von Kehrmaschine sollen zunächst fortgesetzt werden.

Frankfurt-Nordend: Auch im Günthersburgpark wird gefeiert

Für den Vorschlag des Ortsbeirats, alternative, innenstadtnahe Flächen für die Feiernden zu suchen, seien Grünflächenamt sowie die Ämter für Bau und Immobilien und für Straßenbau- und Erschließung zuständig. Letzteres habe bereits mitgeteilt, sich zu beteiligen.

Dass der Ortsbeirat zusammen mit den Schülervertretungen der weiterführenden Schulen an einem eigenen Konzept für den Günthersburgpark arbeitet, in dem ebenfalls regelmäßig lautstark gefeiert wird, begrüßt der Magistrat. Die Stadtpolizei werde sich beteiligen, so der Magistrat. Allerdings handelt es sich längst nicht nur um Schüler:innen, die den Günthersburgpark in den Nachtstunden zum Feiern und Verweilen nutzen. (Boris Schlepper)

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