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Streit um Lärm am Luisenplatz im Nordend

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Freitagabend versammeln sich oft Leute auf dem Luisenplatz.
Freitagabend versammeln sich oft Leute auf dem Luisenplatz. © ROLF OESER

Die Ordnungsdezernentin freut sich über Erfolge beim Kampf gegen Lärm und Müll, eine Bürgerinitiative findet das verfrüht.

Die nächtlichen Ruhestörungen an den Nordendplätzen wurden zuletzt deutlich eingedämmt. So hatte es die Stadt Frankfurt in einer Pressemitteilung vor einiger Zeit verlauten lassen. Doch daran gibt es nun Kritik. Die Bürgerinitiative (BI) Luisenplatz bemängelt einerseits den aus ihrer Sicht zu frühen Zeitpunkt dieses Fazits. Andererseits hätte es sich die BI gewünscht, dass die anderen Teilnehmenden eines Runden Tisches zum Thema vorab informiert worden wären.

Da das nicht geschehen ist, „distanzieren“ sich die Sprecherinnen der BI von der städtischen Pressemitteilung. Sie „teilen die ‚große Freude‘ der Stadträtin nicht“. Gemeint ist Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP), die in einem Statement hatte verlauten lassen, dass sie „mit großer Freude die ersten Erfolge der beschlossenen Maßnahmen für die Eindämmung der Lärmbelästigung für die Anwohner der Nordendplätze registriert“ habe.

Eine dieser Maßnahmen sei der Beschluss der Stadt gewesen, den Friedberger Platz nicht mehr ab 22 Uhr zu räumen, sondern die dortigen Versammlungen einfach auslaufen zu lassen. „Wir hatten uns schon beim Runden Tisch ganz klar gegen diesen Strategiewechsel ausgesprochen“, sagt BI-Sprecherin Silke Jungfleisch. Sie könne daher auch nicht erkennen, dass dieser dazu beigetragen habe, dass es zuletzt etwas ruhiger gewesen sei auf den Plätzen.

Das sieht die BI eher in drei Aspekten begründet. Zum einen sei aktuell noch Urlaubszeit, viele Menschen befänden sich daher in den Ferien. Zum anderen gebe es aktuell zahlreiche alternative kostenfreie und niedrigschwellige Kulturangebote wie den Stoffel, die Sommerwerft, Open-Air-Kino, City-Beaches oder das Lola-Montez-Festival. Und zudem hänge sicher auch die derzeitige Baustelle vor Ort an der Ecke Luisenstraße / Luisenplatz damit zusammen.

Für die BI ist daher klar, dass ein Fazit, wie von der Stadt gezogen, zu früh komme. „Erfahrungsgemäß fand die Feierei an Friedberger Platz und am Luisenplatz in den Vorjahren Mitte oder Ende August ihren Höhepunkt“, so Silke Jungfleisch.

Stefan von Wangenheim, Sprecher von Stadträtin Rinn, betont, dass es nur ein Zwischenfazit sei. Grundlage sei der persönliche Eindruck der Dezernentin gewesen, die ihrerseits täglich den Lagebericht der Stadtpolizei vorgelegt bekomme. Daher sei die Pressemitteilung auch nicht mit den Akteuren des Runden Tisches abgesprochen worden. Man werde die Entwicklungen nun „selbstverständlich weiter beobachten und beim nächsten Runden Tisch im September gemeinsam mit allen Beteiligten auswerten“.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Blick auf den vergangenen Freitag. Die Bürgerinitiative, die sich zwar nach dem Luisenplatz benannt hat, aber alle Plätze im Nordend im Blick hat, war, wie jeden Freitagabend, unterwegs und hat sich auf besagten Plätzen umgeschaut. Auf dem Friedberger Platz hätten gegen Mitternacht noch rund 1000 Menschen gefeiert; es sei „sehr voll, sehr laut, sehr vermüllt“ gewesen, so Silke Jungfleisch, die selbst vor Ort war. Dezernatssprecher von Wangenheim kennt diese Zahl, nennt aber auch eine andere: Denn parallel seien auf dem Luisenplatz zur selben Zeit nur noch etwa 20 Personen gewesen, wie es der Bericht der Stadtpolizei besage. Damit habe man das Ziel, eine Verlagerung der Feiernden auf die kleinen Plätze wie den Luisen- oder den Matthias-Beltz-Platz durchaus verhindert, so von Wagenheim.

Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) sieht es ähnlich. „Die Vertreter des Ortsbeirates haben beim Runden Tisch dem Strategiewechsel zugestimmt. Ziel war und ist es, vor allem die kleinen Plätze zu schützen. Das scheint bis jetzt zu funktionieren.“ Nun müsse man eben die weitere Entwicklung abwarten und dann auswerten.

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