Der „Abenteuerspielplatz Günthersburg“ mit Blick auf das Kleingartengelände.
+
Der „Abenteuerspielplatz Günthersburg“ mit Blick auf das Kleingartengelände.

Wohnungsbau

Frankfurt: Streit über Günthersburghöfe im Nordend

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
    schließen

Die Frankfurter Koalition verteidigt die Pläne für ein großes Wohngebiet am Günthersburgpark gegen Kritik von Linken und Bürgerinitiativen. Die Wohnungen würden gebraucht.

Frankfurt - Nachdem am Samstag mehrere hundert Menschen für den Erhalt der „Grünen Lunge“ im Nordend demonstrierten, haben gestern Abend (21.09.2020) Vertreter aller Koalitionfraktionen die Pläne zur Bebauung des Areals nördlich des Günthersburgparks im Planungsausschuss verteidigt.

In dem von vielen Gärten geprägten Gebiet östlich der Friedberger Landstraße könnten in den kommenden Jahren etwa 1500 Wohnungen entstehen. Große Grundstücke gesichert haben sich dort der börsennotierte Projektentwickler Instone und die städtische Wohnungsgesellschaft ABG.

„Günthersburghöfe“ so ökologisch wie möglich bauen

Es brauche einen starken Klimaschutz, sagte Bernhard Maier von den Grünen. Nötig seien aber auch mehr geförderte Wohnungen für die Frankfurterinnen und Frankfurter und die Menschen, die künftig hier wohnen wollen. Er warb dafür, die „Günthersburghöfe“ so ökologisch wie möglich zu bauen.

Albrecht Kochsiek von der CDU-Fraktion sprach von einer „Riesenmöglichkeit“, Wohnraum zu schaffen. In dem Gebiet könne ein guter Ausgleich zwischen grünen Flächen, Durchlüftung, einer Grundschule, vielleicht auch einer weiterführenden Schule und vielen Wohnungen entstehen, sagte er am Montagabend.

Für die Linke hatte Eyup Yilmaz davor gewarnt, das Grün im Viertel zuzubetonieren „für eine kleine Gruppe von Menschen, die profitieren“ und der Stadt einmal mehr vorgeworfen, sie helfe Investoren, sich zu bereichern. Katharina Bornscheuer von der Bürgerinitiative Grüne Lunge hatte kritisiert, die Stadtpolitik nehme die Initiativen und ihr Anliegen nicht ernst und treibe die Pläne trotz Corona und einer Verschärfung der Klimakrise noch voran.

„Es gibt viele Menschen in Frankfurt, die auf diese Wohnungen warten“, entgegnete Sieghard Pawlik (SPD). Ein großer Teil der Fläche im Gebiet werde zudem Grün bleiben, neues Grün entstehen. So werde es nach dem Bau der Einhausung für die Autobahn 661 einen durchgehenden Grünzug vom Günthersburgpark bis zum Huthpark geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare