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Die Band D’Cuba Son bringt karibische Lebensfreude in den Günthersburgpark.

Günthersburgpark

Stoffel verabschiedet sich mit einem harmonischen Ausklang

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Der Frankfurter Stoffel ist überm Berg und das Stalburg-Theater auch.

So zufrieden und optimistisch dürfte man den Betreiber des Stalburg-Theaters, Michi Herl, selten erlebt haben: Auch wenn es noch keine Zahlen gibt zum Umsatz, der mit dem Stoffel in diesem Jahr erzielt wurde, meinte Herl im Gespräch mit der FR am Samstag nur: „Es reicht“ und „es sieht gut aus“.

Wie schon in den Vorjahren haben 80.000 bis 90.000 Frankfurterinnen und Frankfurter das Open-Air-Festival im Günthersburgpark besucht. Am letzten Tag, dem Samstag, pilgern wieder Hunderte zur gar nicht mehr so grünen, sondern recht trockene Wiese, verteilen sich auf den Bierbänken unter dem großen Zeltdach, breiten ihre Decken auf dem Boden aus und schauen in den Himmel, aus dem es plötzlich zu regnen beginnt.

„Gutes Wetter, guter Stoffel“, so laute die Formel, sagt Herl, der mit seinem Programmmacher Filippo Tiberia am Tisch sitzt. Seit dem 20. Juni bis zum Samstag hat es nur wenig Regen gegeben. Schon im vergangenen Jahr wurde ein „Hitze-Stoffel“ verbucht. Um vor der Sonne zu schützen, wurden eigens Schattenspender kreiert, deren Zahl im nächsten Jahr noch zunehmen soll. Der Klimawandel hat auch den Stoffel erreicht.

Dass sich die finanzielle Situation entspannt hat, liegt wohl nicht nur an den 40 000 Euro, mit denen die Stadt den Stoffel unterstützt, sondern auch daran, dass es seit eineinhalb Jahren einen betriebswirtschaftlichen Berater gibt, der seine Dienste kostenlos zur Verfügung stellt. Seine Ratschläge „tun uns gut“, alles verlaufe nun in „geordneteren Bahnen“, so Herl. „Wir professionalisieren uns immer mehr“, ergänzt Filippo Tiberia.

Zusammenarbeit mit internationalen Musikern

Das gelte auch fürs Programm: Früher seien die Bands eher aus der Region gekommen. Inzwischen arbeite man mit großen internationalen Musikern zusammen. „Das passt zur Stadt“, sagt Filippo. Auch die sei international und tatsächlich erfreuen sich am Samstagabend, als sich der Regen verzogen hat, Zuhörer aus ganz unterschiedlichen Kulturen an der Band D’Cuba Son, die afrokubanische Rhythmen mit nordamerikanischem Jazz kombiniert. Nicht alle Paare, die vor der Bühne oder irgendwo auf dem Rasen tanzen, beherrschen die schnellen Schrittfolgen perfekt. Die Musiker stört das nicht: Warum tanzt ihr nicht alle“, ruft einer dem Publikum zu.

Während der Stoffel-Wochen ist der Günthersburgpark für viele Familien zum täglichen Treffpunkt geworden: Frisbeescheiben sausen durch die Luft, Kinder rennen um die Wette. Manche Besucher haben sich etwas zu essen mitgebracht, andere holen sich eine Bratwurst. Toben und chillen – für alles ist genügend Raum.

Wie schon in den Vorjahren gab es auch in diesem Jahr wieder Beschwerden von unbekannten Anwohnern über den Lärm. In Absprache mit dem Ordnungsamt verständigte man sich auf Ruhetage, also auf ein Programm ohne Lautsprecher, etwa die Silent Discos: Über 250 Kopfhörer konnten drei verschiedene Musikprogramme abgehört werden, um dazu zu tanzen. „Es sah fürchterlich aus“, so Herl. „Es war schon lustig“, meint Tiberia. An anderen Ruhetagen traten Chöre auf, die ihren großen Auftritt vor bis zu 5000 Besuchern genießen konnten.

„Das erfordert Disziplin vom Publikum“, weiß Herl. Tatsächlich sei es mucksmäuschenstill gewesen. Überhaupt habe der Stoffel ein „Superpublikum“, das kaum Müll im Park zurücklasse. Viele unterstützen den Stoffel mit einer Spende. Jetzt aber ist erst mal bis zum nächsten Jahr jeden Tag Ruhetag im Günthersburgpark. Der Betrieb im Stalburg-Theater beginnt am 19. September. Mit Open Air geht es im Grüneburgpark, vor der Höchster Porzellanmanufaktur und bald auch mit der Sommerwerft am Osthafen weiter.

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