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Die Stadt Frankfurt hat das Mietshaus im Oeder Weg 106 gekauft, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor der Verdrängung zu schützen.
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Die Stadt Frankfurt hat das Mietshaus im Oeder Weg 106 gekauft, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor der Verdrängung zu schützen.

Nordend

Vor Verkauf an umstrittene Immobilienfirma: Stadt Frankfurt kauft Mehrfamilienhaus

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Die Stadt Frankfurt nutzt ihr Vorkaufsrecht auf eine Immobilie, die ein umstrittener Investor erwerben wollte. Die Mietparteien müssten sonst raus.

  • Die umstrittene Immobilienfirma WPS wollte ein Gebäude im Nordend in Frankfurt kaufen.
  • WPS wollte das Haus mit zehn Mietwohnungen kernsanieren, alle Parteien hätten ausziehen müssen.
  • Die Stadt Frankfurt kam der Firma jetzt zuvor: Sie nutzt ihr Vorkaufsrecht und schützt damit Mieter:innen.

Frankfurt - Die Stadt Frankfurt hat ihr Vorkaufsrecht ausgeübt und ein Gebäude mit zehn Mietwohnungen im Oeder Weg 106 im Nordend erworben. Das Haus wollte zuvor die Westend Projekt- und Steuerungsmanagement GmbH (WPS) kaufen. Das umstrittene Frankfurter Immobilienunternehmen hatte bereits angekündigt, die Liegenschaft zu kernsanieren, alle Mieter und Mieterinnen müssten dafür ausziehen.

Grundlage für den Kauf durch die Stadt Frankfurt sei die Erhaltungssatzung „Nordend Mitte“, mit der die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung geschützt werden soll, teilt Baudezernent Jan Schneider (CDU) mit. „In diesem Fall bestand Grund zur Annahme, dass die Pläne des Unternehmens, das die Immobilie erwerben wollte, den Zielen der Erhaltungssatzung widersprechen“, so Schneider.

Stadt Frankfurt kauft umstrittenem Investor Wohnhaus weg

So habe der mit dem Investor vereinbarte Kaufpreis um rund 60 Prozent über dem Verkehrswert gelegen, sagt der Stadtrat. „Dieser Preis hätte sich nur auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter refinanzieren lassen, zum Beispiel durch erhebliche Mieterhöhungen in Folge einer Modernisierung.“

Mit der Erhaltungssatzung wolle die Stadt verhindern, dass Mieterinnen und Mieter verdrängt würden, sagt Schneider. Dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht nutzt, hatten auch eine Mehrheit im Ortsbeirat 3 und die Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (SPD) aus Frankfurt gefordert. Das Haus geht jetzt in das Eigentum der Stadt über und wird fortan vom Amt für Bau und Immobilien verwaltet. Bestehende Mietverträge gelten unverändert weiter.

Das freut die Mieter und Mieterinnen. „Wir sind super happy“, sagt ein Bewohner, der dort seit Jahrzehnten wohnt. Seit November hätten die Mieter:innen in Sorge gelebt. Damals habe ein Vertreter der WPS angekündigt, die Liegenschaft im April zu übernehmen. Die geplante Sanierung werde so umfangreich, dass keine Mietpartei bleiben könne, habe der Investor mitgeteilt.

Immobilienfirma WPS in Frankfurt: Mieter:innen wehren sich gegen unzumutbare Maßnahmen

Es ist nicht die einzige Liegenschaft des Unternehmens in Frankfurt, in dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner wegen des rabiaten Gebarens vor einer Verdrängung fürchten. Die FR hatte schon mehrfach über das Vorgehen der WPS berichtet. Aus acht Immobilien des Unternehmens mit insgesamt 80 Wohneinheiten haben inzwischen Mieter:innen bei der städtischen Stabsstelle Mieterschutz um Rat und Hilfe gebeten.

Erst Anfang der Woche hatte das Verwaltungsgericht Frankfurt Forderungen von Bewohner:innen eines Mehrfamilienhauses in der Eschersheimer Landstraße 78 bekräftigt. Diese hatten sich gegen unzumutbare Maßnahmen der WPS gewehrt und Nachbesserungen gefordert. Die von der Stabsstelle eingeschaltete Wohnungsaufsicht des Amts für Wohnungswesen hatte eine Verfügung erlassen. Der Investor hatte sich dagegen mit einem Eilantrag gewehrt – zu Unrecht, wie das Gericht jetzt beschied. (Boris Schlepper)

Auch im Ostend hat die Stadt Frankfurt über ihr Vorkaufsrecht ein Mietshaus erworben, um günstigen Wohnraum zu bewahren.

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