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Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof wächst so einiges.

Erinnerungskultur

Sorge vor Events auf Hauptfriedhof

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Die Idee eines Kräuterlehrpfads begeistert nicht alle. Der Ortsbeirat 3 streitet über Pietät und Artenvielfalt.

Die Idee der Grünen im Ortsbeirat 3, auf dem Hauptfriedhof einen Kräuterlehrpfad einzurichten, hat vorerst keine Mehrheit im Gremium gefunden. Obwohl das städtische Umweltdezernat bereits Zustimmung, gar Begeisterung signalisiert hat. So liest sich zumindest das Schreiben von Rosemarie Heilig (Grüne) an ihre Parteifreunde.

„Tatsächlich verfügt der Hauptfriedhof über eine bemerkenswerte Artenvielfalt, die ich den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern gerne näher bringen würde“, heißt es da. Allerdings schreibt Heilig auch: Kosten für Text- und Grafikentwürfe, Schildergestaltung und Bewerbung für einen Pfad mit etwa zehn Stationen schätzt das Umweltamt auf etwa 20 000 Euro. Geld, das weder das Umweltamt noch der Friedhofshaushalt hätten. Der Ortsbeirat müsste die Ausgaben aus dem eigenen Budget finanzieren.

„So viel ist da nicht mehr“, findet Rüdiger Koch von der SPD. Die Stadt sollte wenigstens in Vorleistung treten und ein Konzept oder ähnliches erarbeiten, fordert Koch. Andere sind da ungnädiger. „Der Friedhof ist keine Freizeitanlage“, sagt etwa Claudia Ehrhardt von der CDU. Eher ein Ort der Stille und Andacht.

Ehrhardt fürchtet, das Areal könne zu einem Ort für Events werden. Geführte Touren seien noch in Ordnung, nicht aber ein Lehrpfad, den Besucher selber beschreiten oder womöglich unter lautem Gelächter entlang flitzten. Irgendwann werde es dann so weit kommen, dass sich die Leute mit Picknickdecke im Friedhof niederließen, spitzt sie zu.

Linke und FDP sehen das ähnlich. Die Grünen wollen nun eine Vorplanung anfordern, um zu sehen, wie viel Event tatsächlich in einem Kräuterlehrpfad stecken könnte.

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