Die alte Wache in der Mercartorstraße ist zu klein und sanierungsbedürftig. Ab August hat das Revier seinen Sitz im Polizeipräsidium an der Adickesallee.  
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Die alte Wache in der Mercartorstraße ist zu klein und sanierungsbedürftig. Ab August hat das Revier seinen Sitz im Polizeipräsidium an der Adickesallee.  

Nordend

Revierfusion im Nordend soll mehr Polizeipräsenz bringen

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Das Stadtteilgremium begrüßt die geplante Zusammenlegung des 2. mit dem 3. Revier mehrheitlich. Kritisiert wird, dass den Bürgern künftig ein zentraler Anlaufpunkt im Nordend verloren geht.

Die geplante Zusammenlegung des 2. mit dem 3. Reviers im Nordend stößt nicht nur auf Zustimmung im Ortsbeirat 3. Mehrere Mitglieder kritisierten in der jüngsten Sitzung am Donnerstag, dass durch die Aufgabe der Wache in der Mercatorstraße ein zentraler Anlaufpunkt für die Bürger verloren gehe. Auch sei das Polizeipräsidium, wo das 2. Revier unterkommen soll, zu abweisend. Die meisten Ortsbeiräte begrüßten aber das Konzept, das Polizeipräsident Gerhard Bereswill vorstellte.

Bis Mitte August soll die 2. Wache ins Präsidium an der Adickesallee ziehen und dort mit dem 3. Revier fusionieren, sagte Bereswill. Die Räume in der Mercatorstraße seien zu klein und renovierungsbedürftig. Die Gewahrsamzellen im Keller könnten deshalb nicht genutzt werden, die Ermittlungsgruppe sei schon vor längerem ins 3. Revier ausgelagert worden. Da es sich um ein Wohnhaus handele, käme es immer wieder zu unschönen Begegnungen der Mieter mit Festgenommenen.

Die Polizei lege die beiden Wachen aus wirtschaftlichen und funktionalen Gründen zusammen, sagte Bereswill. Im Präsidium gebe es Platz, der keine Miete koste. Künftig könne ein Revierleiter und ein Diensthabender eingespart werden, „das setzt enormes Potenzial frei“. Dadurch können in den Revierbereichen mindestens eine Streife mehr unterwegs sein. Auch werde ein Schutzmann vor Ort etabliert, der mit den Bürgern direkt in Kontakt treten soll und etwa wöchentliche Sprechstunden anbietet. Nach Absprache mit dem Ortsbeirat sollen diese im Stadtteiltreff im Merianbad und im Awo-Zentrum an der Eckenheimer Landstraße stattfinden. Ein dritter Ort in der Mitte des Nordends sei auch denkbar.

CDU, SPD, Grünen und FDP begrüßten Fusion

Vertreter von CDU, SPD, Grünen und FDP begrüßten die Fusion. Sie erwarten dadurch etwa mehr Polizeipräsenz auf den Straßen. Die Verlagerung des 2. Reviers sei eine „Zumutung“, monierte dagegen Hans-Joachim Habermann (Linke). Das Präsidium als neuer Standort sei für große Teile des Nordends zu weit entfernt. Vor allem für ältere und gehbehinderte Menschen sei es schwierig, an die Adickesallee zu kommen und die große Straße zu überqueren, bemängelte Manfred Zieran (Ökolinx). Auch sei es fraglich, ob eine Streife künftig bei Staus rechtzeitig vor Ort sein könne. „Ein modernes Revier im Herzen des Nordends“ wäre besser, um mehr Präsenz zu zeigen.

Dem widersprach Bereswill. Für die Bürger bringe eine Wache nichts, sie bräuchten viel mehr „Streifen, die kommen, wenn man sie ruft“. Das könne durch die Fusion besser geleistet werden, durch die es auch den Schutzmann vor Ort gebe. Zudem habe die Polizei Anfang der Woche die neue Fahrradstaffel vorgestellt, die verstärkt im Nordend unterwegs sein soll. Schon jetzt werde das Revier in der Mercatorstraße selten aufgesucht, Viele gingen in andere Wachen. Auch in anderen Stadtteilen hätten sich Revierfusionen bewährt und mehr Präsenz beschert.

Hans-Georg Oeter (BFF) kritisierte, dass das Präsidium ein abweisender Bau sei, ohne Bürgernähe. Der Polizeipräsident bestätigte das. Derzeit werde nach einer Lösung gesucht, um den Bürgern zu vermitteln, dass dort auch ein Revier untergebracht ist; denkbar seien etwas Schilder oder Aufkleber.

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