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Im stadtweiten Vergleich gehe es den Nordendlern gut.

Sozialbezirke

Nordend: Probleme nehmen zu

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Die Kritik an Neuregelung der Sozialbezirksvorsteher reißt nicht ab. Im Nordend sollen künftig nur noch fünf statt sechs der Ehrenamtlichen unterwegs sein.

Die Satzungsänderung der Sozialbezirke wird im Ortsbeirat 3 nicht gut aufgenommen. Künftig werden es im Nordend fünf statt sechs Sozialbezirksvorsteher geben, sagt Herbert Jacobs vom Jugend- und Sozialamt in der Sitzung am Donnerstag. Weil die Bevölkerungszahlen, für die ein Sozialbezirksvorsteher zuständig ist, in Frankfurt stark variieren, sollen sie besser verteilt werden. Stadtweit soll es aber künftig 79 statt 67 geben.

Die soziale Struktur sei zwar im Nordend nicht überall gleich, sagt Jacobs. Aber auch wenn der Stadtteil von Gentrifizierung betroffen sei, gehe es den Menschen doch gut – vor allem im Vergleich zu anderen Gebieten der Stadt. Diese Aussage sorgte für Widerspruch. Denn auch im Nordend gebe es immer mehr Obdachlose und Menschen, die sich ihre Wohnung nicht mehr leisten können, sind sich Ortsbeiratsmitglieder und Sozialbezirksvorsteher einig. Gerade darum sei die ehrenamtliche Arbeit so wichtig.

Er verstehe die Weichenstellung nicht, sagt Manfred Zieran (Öko Linx). Soziale und psychische Probleme nähmen zu. Man sollte eher die Gesamtsituation untersuchen, statt sich an Fallzahlen zu halten. Das Problem an den Zahlen sei, dass vieles darin nicht erfasst sei, sagt Gudrun Korte (SPD), die ebenfalls Sozialbezirksvorsteherin ist. In einem Tagebuch sollen die Vorsteher zwei Monate ihre Aufgaben erfassen. Das sei aber wenig repräsentativ, finden diese.

Sie habe es mit vielen komplizierten Fällen zu tun, psychisch Kranken, Obdachlosen und vielen Menschen in relativer Armut, sagt Sozialbezirksvorsteherin Ilka Werner. Trotzdem erfülle sie ihre Arbeit sehr und sie hoffe, dass sie sie fortsetzen kann.

Viele der Vorsteher und Pfleger seien mit der immer komplexer werdenden Arbeit überfordert, sagt Willi Preßmar (Grüne), sie müssten besser ausgebildet werden. Die Ehrenamtler würden nicht allein gelassen, entgegnet Brigitte Henzel, Leiterin des Jugend- und Sozialamts, es gebe eine Vielzahl von Fort- und Weiterbildungen.

Noch wisse man nicht, in welchem Bezirk im Viertel die Stelle wegfalle, sagt Jacobs. Der Ortsbeirat könne hier in Absprache mit den Sozialbezirksvorstehern Vorschläge machen. Wenn sich herausstelle, dass die Reduzierung nicht gerechtfertigt sei, müsse die Stadt nachbessern.

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