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Pause von den Sprengungen

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Von: Boris Schlepper

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Die erste Sprengung fand Anfang November 2021 statt.
Die erste Sprengung fand Anfang November 2021 statt. © Monika Müller

Glauburgbunker wird demnächst mit Abbruchbagger weiter zerkleinert. In der nahen Schwarzburgschule sind nur kleinere Erschütterungen zu spüren.

Am Glauburgbunker wird demnächst vorübergehend nicht mehr gesprengt. Das Abbruchunternehmen Zeller, das dem Betonkoloss am Glauburgplatz seit November mehrfach die Woche mit Sprengstoff zu Leibe rückt, hat den größten Teil der oberen zwei Stockwerke so weit zerkleinert, dass in naher Zukunft ein Abbruchbagger eingesetzt wird. Dieser wird am Mittwochabend angeliefert. Um die Anwohnenden nicht zu stören, soll er aber erst am Donnerstag abgeladen werden.

Die Sprengarbeiten an der massiven Decke des Bunkers seien abgeschlossen, sagt Simon Zeller vom Abbruchunternehmen. Mit den Detonationen sei rund ein Drittel der Unterseite „abgeschält“ worden. Seit etwa zwei Wochen sei sein Team mit den zwei Meter starken Außenwänden beschäftigt. Auch diese sollen mit Explosionen um 60 bis 80 Zentimeter zerkleinert werden. Dafür müsse das Baugerüst Stück für Stück abgebaut werden. Sobald die Wände der oberen Etagen mürbe sind, werden sie von dem Abbruchbagger abgetragen.

Bis dieser zum Einsatz kommt, werden laut Zeller aber voraussichtlich noch zwei bis drei Wochen vergehen. Solange wird noch bis zu drei Mal die Woche gesprengt. Wann dann die ersten Lastwagen kommen, um den Schutt abzutransportieren, konnte der Abbruchunternehmer nicht sagen. Da offen sei, wie lange der Bagger brauche, um die Reste zu zerkleinern, könnten bis dahin noch mehrere Wochen vergehen.

Sobald die oberen Stockwerke abgetragen worden sind, werden die unteren beiden mit Sprengungen porös gemacht. Bislang seien die Arbeiten wie geplant gelaufen, so Simon Zeller. Auch seien keine schweren Erschütterungen festgestellt worden. Die 16 Messgeräte rings um den Bunker hätten nicht ausgeschlagen.

Auch in der direkt angrenzenden Schwarzburgschule habe allenfalls der Boden etwas gebebt, sagt die Vorsitzende des Schulelternbeirats, Andrea Teuscher. Bislang seien die Arbeiten „erträglich gelaufen“. Die Eltern seien „positiv überrascht“. Grund dafür sei das neue Schallschutzkonzept, dass der Eigentümer nach massiven Protesten im Nordend habe umsetzen müssen. Jetzt ist das Bauwerk hinter einer zehn Meter hohen Schutzwand verborgen. Bleibe es so, „kommt die Schule durch“. Sinnvoll wäre es, wenn der Schallschutz auch während der Arbeiten am Neubau bleibe.

Denn sobald der Bunker an der Schwarzburgstraße abgerissen ist, will der Eigentümer, die Delom GmbH, dort eine Wohnbebauung errichten. Im Erdgeschoss soll es Platz für eine öffentliche, kulturelle und soziale Nutzung geben.

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