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Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 3 hat am Mittwoch auf dem Matthias-Beltz-Platz Plakate aufhängen lassen, die drei „Wasserhäusje-Reescheln“ aufzählen.

Nordend

Reescheln fürs Wasserhäusje

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Die CDU im Frankfurter Nordend will mit Plakaten für Ordnung auf dem Matthias-Beltz-Platz sorgen. 

Wer des Hessischen nicht so mächtig ist, wird vielleicht Schwierigkeiten haben, die Anweisungen zu verstehen. Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 3 hat am Mittwoch auf dem Matthias-Beltz-Platz Plakate aufhängen lassen, die drei „Wasserhäusje-Reescheln“ aufzählen. Sie sollen zu mehr Rücksicht auffordern. Denn schon lange sind die Anwohner genervt vom nächtlichen Lärm, Wildpinklern und Müll, der liegen bleibt.

Auf dem kleinen Platz an der Friedberger Landstraße, der – vor allem, wenn es wärmer wird – von Hunderten besucht wird, verkauft der Kiosk „Gudes“ Getränke, Snacks und andere Kleinigkeiten. Inhaber Felix Wegener findet die Idee der Christdemokraten „genial“. Er kann den Ärger der Nachbarn verstehen und hofft, dass sich möglichst viele an die neuen Regeln der Plakate halten. 

Das Gudes schließt unter der Woche um 22 Uhr, freitags um 21 Uhr. Dann ermahnt Wegener öfter mal die Besucher, ihre Musik leiser zu stellen oder ihren Müll mitzunehmen. „Wir appellieren schon lange an ein Miteinander.“

Der Ortsbeirat hatte in seiner vergangenen Sitzung zwei Anträge zum Platz verfasst. Die Stadt soll ein Urinal und mehr Mülltonnen aufstellen. Doch Wegener hat keine Lust zu warten, dass die Stadt tätig wird. Er will nun selbst ein Urinal hinter seinen Kiosk bauen. Doch dafür muss er noch ein wenig sparen, denn das gute Stück kostet bis zu 6000 Euro. Wegener wünscht sich, dass die Stadt nicht nur auf dem Friedberger Platz so viel Einsatz zeigt. Auch auf dem Matthias-Beltz-Platz wäre mehr Begrünung und öftere Reinigung schön.

Für den Freitagsmarkt auf dem Friedberger Platz, auf dem sich bei schönen Wetter Tausende treffen, gibt es schon seit Jahren eine Steuerungsgruppe aus Anwohnern, Ortsbeirat, Gastronomen, Marktbeschickern und der Stadt, die dafür sorgen soll, dass sich die Party im Rahmen hält. Stadtrat Markus Frank (CDU), der der Gruppe angehört, ist überzeugt von deren Erfolg. „Es ist das große Verdienst aller seit 2011 am Runden Tisch beteiligten Akteure, die Situation am Friedberger Platz freitags nach dem Wochenmarkt so weit geordnet zu haben, dass sich die Belästigungen für Anwohner in Maßen halten“.

Beim jährlichen „Frühjahrsauftakttreffen“ ging es den Beteiligten darum, wieder die Regeln des Marktes zu kommunizieren, etwa über die sozialen Medien. Aber auch über die persönliche Ansprache der freiwilligen Helfer, die um 22 Uhr die Besucher auf das Ende hinweisen. Dabei werde auch darauf geachtet, dass die Feiernden nicht auf nahe gelegene Plätze wie den Luisen- und den Matthias-Beltz-Platz weiterzögen.

Eine Herausforderung seien Außengastronomie und Kioske rund um den Platz. Einige wurden ausgezeichnet, weil sie ihren Außenverkauf oder Ausschank ab 23 Uhr einstellten. Die Steuerungsgruppe hofft, dass sich weitere Lokale, wie etwa das Harveys, dieser Selbstverpflichtung wenigstens freitags anschlössen. Ortsbeirat und Frank appellieren an die Besucher, mit ihrem Verhalten zum Gelingen und Erhalt des Freitagsmarktes auf dem Friedberger Platz beizutragen.

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