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Der Glauburgplatz mit Bunker im Hintergrund. 

Nordend

Glauburgbunker im Nordend: Schwarzburgschüler besser schützen

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Der Investor steht in den Startlöchern, möchte den Glauburgbunker im Frankfurter Nordend abreißen und neue Wohnungen errichten. Nachbarn und die Bürgerinitiative zum Erhalt des Bunkers sehen aber noch strittige Fragen.

Der Bunker soll bleiben! Mehr als 3100 Bürger haben sich in einer Online-Petition bislang dafür ausgesprochen. Davon scheint die Bürgerinitiative zum Erhalt des Glauburgbunkers ein bisschen abzurücken. Am Mittwoch hat sie nur mehr appelliert, die Stadt möge den Abriss des Weltkriegsrelikts und das Neubauprojekt an der Schwarzburgstraße vertagen und offene Fragen klären.

Die Stadtverordnetenversammlung soll am heutigen Donnerstag über die Magistratsvorlage dazu entscheiden. In besagter Vorlage steht, dass die Stadt auf ihr Wiederkaufsrecht verzichtet und überdies die Nutzungbeschränkung aufhebt, die ein Museum in dem Gemäuer festschreibt.

Das frühere Explora-Museum gibt es nicht mehr, ein neues wollte sich nicht im Bunker ansiedeln, das versichert das städtische Kulturdezernat. Der Hauseigentümer hat auch nicht an die Stadt verkaufen wollen. Aber an Investor Dominic Reinemer, der das Bauwerk abreißen und 35 Wohnungen samt Tiefgarage neu errichten möchte. Nicht nur Wohnraum soll dabei entstehen, auch eine noch nicht näher definierte soziale oder kulturelle Nutzung des Erdgeschosses.

Der Ortsbeirat 3 hat bereits gefordert, die Stadtverordneten sollen das Thema vertagen, bis alle strittigen Fragen geklärt seien. Der Haupt- und Finanzausschuss hat das Thema am Dienstag zurück an die Stadtverordnetenversammlung gespielt.

Die Bürgerinitiative möchte nun wissen, wie sich die Stadt den Betrieb der Schwarzburgschule und der KT 103 während der Abriss- und Bauarbeiten vorstellt. Die BI beruft sich auf ein Schallschutzgutachten, das sie in Auftrag gegeben hat. Darin kommt das Weinheimer Ingenieursbüro Rekowski und Partner zwar zum Schluss, dass das Gutachten des Investors durchaus seriös sei. In manchen Punkten aber zu gutmütig gegenüber den zu erwartenden Belastungen.

So empfehlen Rekowski und Partner, „die lärmintensiven Arbeiten auf die unterrichtsfreien Nachmittagsstunden zu begrenzen oder in den Schulferien durchzuführen“. Die Stadt solle zudem über „Ersatzunterrichtsräume außerhalb der Baustelleneinwirkung“ nachdenken. Die angrenzende Schwarzburgschule sei sanierungsbedürftig und verfüge nur über alte, schlecht schallgedämmte Fenster.

Die BI fragt sich ebenfalls, warum für den Neubau eine zweigeschossige Tiefgarage nötig sei. Immerhin habe der Investor die Zahl der Wohnungen bereits von 43 auf 35 reduziert. Eine Idee hat die BI, was die Stadt mit den 3,2 Millionen Euro tun könnte, die sie als Ablöse erhält, damit sie auf Vorkaufsrecht und Museumsnutzung verzichtet. Die Kommune soll damit die Mietpreisbindung für das soziokulturelle Erdgeschoss länger als die bislang geplanten zehn Jahre aufrecht erhalten.

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