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Nordend: Ringen um die Gestaltung der Oberen Günthersburgallee

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Von: Sebastian Theuner

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Der Frankfurter Ortsbeirat 3 möchte Denkmalschutz, Spiel und Fitness kombinieren. Anwohnende halten von Sportgeräten jedoch wenig. 

Noch ist der Rasen zertrampelt, künftig sollen hier unter anderem Fitnessgeräte und eine Tischtennisplatte stehen: Der Ortsbeirat 3 hält an seinen Vorschlägen zur Umgestaltung der Oberen Günthersburgallee zwischen Alleenring und Hartmann-Ibach-Straße fest. Zudem plädiert das Gremium dafür, die Rasenflächen zu sanieren, Blumenrabatten anzulegen und Sitzbänke in dem Bereich aufzustellen. Vor der Umsetzung sollen die Pläne durch den Denkmalschutz geprüft werden. Das beschloss der Ortsbeirat auf seiner Sitzung am Freitagabend.

Die Aktionsgemeinschaft „Obere Günthersburgallee“ hatte im Vorfeld Kritik an dem Beschluss des Ortsbeirats aus dem Juli, der dem Magistrat vorgelegt worden war, geübt: Das Aufstellen von Sportgeräten sei aus Gründen des Denkmalschutzes „nicht akzeptabel“, sagte Hartmut Schroth von der Aktionsgemeinschaft auf der Ortsbeiratssitzung. Anwohner:innen befürchten zudem eine „schleichende Umnutzung der Anlage. Der historische Charakter würde sich verändern“, so Schroth.

Auch die Installation einer Tischtennisplatte, eines Schachbrettes sowie die Prüfung eines „Urban Gardenings“, also Bereichen zum gemeinschaftlichen Gärtnern, lehnen Schroth und Mitstreiter:innen deshalb ab. Sie schlagen vor, die Rasenflächen zum Beispiel durch Einsäen einer Blumenwiese zu sanieren, Blumenrabatten anzulegen, Sitzbänke aufzustellen sowie den nördlichen Springbrunnen wiederherzustellen.

Diese Anliegen wurden vom Ortsbeirat in einem gemeinsamen Antrag durch FDP, SPD, Grüne und CDU aufgenommen und verabschiedet. Eine Debatte entzündete sich an den Fitness- und Spielgeräten. Die Fraktion der FDP hatte wegen der Kritik von Anwohner:innen in einem Antrag gefordert, vorerst keine weiteren Veränderungen in der Oberen Günthersburgallee vorzunehmen.

Die Nutzung von Fitnessgeräten und einer Tischtennisplatte könnten die Nachtruhe stören, glaubt Marco Findeisen (FDP). Fraktionskollegin Marina Sedlo schlug den anliegenden Günthersburgpark als Alternativstandort vor. Schon jetzt sei Rasen in der Günthersburgallee niedergetrampelt, „wie schlimm wird es erst sein, wenn die Leute dort Sport machen und Tischtennis spielen?“ Unterstützung kam von der CDU: Ein „Kulturdenkmal“ wie die Güthersburgallee zu pflegen sei wichtig, momentan wolle man dort keine Spielgeräte, sagte die Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt.

Für die Geräte sprach sich Martina van Holst (Linke) aus: „Dass Anwohnende nicht wollen, dass dort Sport gemacht wird, entspricht dem konservativen Klientel, das dort wohnt.“ Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Gabriele Trah findet, dass eine Tischtennisplatte „nicht stört“.

Der Denkmalschutz sei wichtig, der Springbrunnen solle „unbedingt dort hinkommen“ bekräftigte Manfred Zieran (Ökolinx). Dass im Jahr 2022 eine Tischtennisplatte in Frage gestellt werde, verstehe er nicht. Das Argument, dass Kinder Lärm machen, sei „unmöglich und fast unsozial.“ Von „Kinderlärm“ sei jedoch nie die Rede gewesen, entgegnete Marina Sedlo – auch bei Anwohnenden nicht. Ihnen ginge es einzig um den Denkmalschutz. Der Antrag wurde durch die Stimmen von Grünen, Linken und Ökolinx abgelehnt. Dafür votiert hatten die Fraktionen der FDP, SPD und CDU.

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