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Vor allem freitags wird es auf den Plätzen wie dem Luisenplatz im Nordend laut – zum Ärger der Anwohnerinnen und Anwohner. Neuerdings auch auf dem Merianplatz.
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Vor allem freitags wird es auf den Plätzen wie dem Luisenplatz im Nordend laut – zum Ärger der Anwohnerinnen und Anwohner. Neuerdings auch auf dem Merianplatz.

Nordend

Nordend: Partyvolk soll an der Konstabler Wache feiern

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Frankfurt soll Alternativen benennen, um die Plätze im Nordend zu entlasten, fordert der Ortsbeirat. Er fühlt sich mit der Situation überfordert und von der Stadt alleingelassen.

Die Partyszene im Nordend weitet sich aus. Nachdem es in der Vergangenheit vor allem Klagen von Anwohnerinnen und Anwohnern am Friedberger Platz, am Matthias-Beltz-Platz und zuletzt am Luisenplatz gegeben hat, scheint es inzwischen zunehmend auch am Merianplatz an der Berger Straße laut zu werden. Der Ortsbeirat 3 fordert, dass die Stadt andere Standorte für öffentliche Feiern sucht.

Mehr als 2000 Menschen hätten am ersten Freitag im Juli auf dem Merianplatz Party gemacht, sagt Kaweh Nemati in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats am Donnerstag. Bis 4 Uhr früh hätten viele gefeiert, so der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Untere Berger Straße, der dort auch wohnt. Es sei nicht das erste Mal gewesen, immer wieder eskaliere es dort freitags. Es sei „unerträglich und laut“, an Schlafen sei nicht zu denken.

Unschön sei auch, wie die Besucherinnen und Besucher den Merianplatz zurückließen, so Nemati. Das ganze Areal sei verdreckt, viele Hauseingänge würden als Toilette missbraucht, „das ist eine Schweinerei“. Drei Personen aus seinem Bekanntenkreis seien bereits weggezogen. Auch für die Gewerbetreibenden sei die Situation ärgerlich, da sie den Müll zuletzt selbst hätten wegräumen müssen – die FES habe nicht gereinigt. „Das wertet die ganze Straße ab.“ Wichtig sei es, rechtzeitig einzuschreiten, dass die Feiernden nicht von den anderen Plätzen weiterzögen und am Merianplatz endeten.

Nach dem Willen des Ortsbeirats soll es nach 22 Uhr an keinem Platz im Nordend mehr laute Partys geben. Das Gremium verabschiedete einen gemeinsamen Antrag von Grünen, SPD, CDU und FDP. Demnach soll der Magistrat - wie bereits für den Friedberger Platz – Konzepte entwickeln, um den Lärm, die Vermüllung und das Wildpinkeln zu begrenzen – prophylaktisch auch für den Martin-Luther-Platz. Zudem soll sich die Verwaltung mit dem Ortsbeirat auf Sofortmaßnahmen einigen. Etwa, dass Plätze ab 22 Uhr gesäubert werden und die Polizei Besucher:innen auffordert, zu gehen.

Das Stadtteilgremium will die Plätze im Nordend zudem entlasten. Der Magistrat soll deshalb zwischen März und September innenstadtnahe Flächen ausweisen und für das Partyvolk attraktiv machen. Diese müssten außerhalb von Wohngebieten liegen und gut mit dem ÖPNV erschlossen sein, heißt es in der Vorlage. Denkbar sind laut Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) etwa Rossmarkt, Hauptwache und der Platz vor der Alten Oper. Besonders geeignet hält sie die Konstabler. Dort finde bereits ein Nachtleben statt, auch sei die erhöhte, und mit Kameras ausstaffierte Fläche für Frauen sicherer.

Um sie Situation im Günthersburg zu beruhigen, wo es auch immer wieder zu nächtlichen Feiern kommt, will sich der Ortsbeirat zudem mit den weiterführenden Schulen im Nordend zusammensetzen.

Mehrere Ortsbeiratsmitglieder sagten, dass sie die Partys auf den Plätzen überforderten. „Das übersteigt langsam die Möglichkeiten des Ortsbeirats“, sagte Karin Guder. Sie fühle sich nicht ausreichend unterstützt von der Stadt. „Wir sind keine Exekutive, wir können die Beschwerden nur weiterleiten.“ Der Nordend habe sich zu einem Hotspot entwickelt, sagt Claudia Ehrhardt (CDU). „Wir brauchen Unterstützung.“

Die neue Stadtregierung müsse ausreichend Geld für die FES zur Verfügung stellen, sagte Manfred Zieran (Ökolinx), dann könnten alle Plätze um 22 Uhr gereinigt und die Besucher:innen dadurch vertrieben werden. Die FES mache am Merianplatz nicht ihre Arbeit, kritisierte Marina Sedlo (FDP). Das sei für die Kinder gefährlich, die den dortigen Spielplatz besuchten.

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