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Mit Schimmel in der Wohnung der Familie Taouil fing vor acht Jahren der ganze Ärger mit der ABG an.
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Mit Schimmel in der Wohnung der Familie Taouil fing vor acht Jahren der ganze Ärger mit der ABG an.

Nordend

Nordend: Familie darf vorerst wohnen bleiben

  • Boris Schlepper
    VonBoris Schlepper
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Wohnungsbaugesellschaft ABG nimmt Zwangsräumung zurück. Sie hatte der sechsköpfigen Familie nach einem langjährigen Rechtsstreit gekündigt.

Die Zwangsräumung für die Familie Taouil im Nordend ist vorerst vom Tisch. Wie der Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, Frank Junker, auf Anfrage der FR mitteilt, kann die sechsköpfige Familie „einstweilen in der Wohnung“ bleiben. Sie muss nicht ausziehen, worüber sie jedoch offenbar nicht informiert worden ist.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft hatte der Familie nach einem fast zehnjährigen Rechtsstreit gekündigt, bei dem es um Schimmel in der Wohnung ging. Die Taouils hatten das Verfahren verloren, sie sollten Ende Juni räumen. Ein erster Termin war bereits verschoben worden. Die ABG wirft der Familie vor, sie habe die Bleibe verschimmeln lassen (die FR berichtete).

Die Rücknahme der Räumung ist nicht endgültig. „Sollte wieder Schimmel auftreten, werden wir das Urteil vollstrecken“, teilt Junker aus dem Urlaub mit. „Bei richtigem Heiz- und Lüftungsverhalten, worauf die Familie mehrfach hingewiesen wurde, würde kein Schimmel mehr auftreten.“

Das Wohn- und Planungsdezernat begrüßt die Entscheidung der ABG, dass die Taouils nicht ausziehen müssen. „Das ist eine gute Nachricht“, sagt Sprecher Mark Gellert. Die Stadt habe der Familie Ersatzwohnungen angeboten und mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gespräche geführt, um eine „drohende Wohnungslosigkeit“ abzuwenden, „das war uns wichtig“.

Die Familie selbst scheint noch nicht davon gehört zu haben, dass sie ihre Bleibe im Nordend nicht räumen muss. Laut Frank Junker hätte das Wohnungsamt sie in Kenntnis setzen sollen, obwohl die ABG Vermieter ist. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 3 am Donnerstagabend war der Familienvater zugegen. Ihm habe niemand gesagt, dass er mit seiner Frau und seinen vier Kindern bleiben dürfe, sagte er da.

Auch sonst wusste offenbar niemand davon. Vertreter:innen der Initiative „Eine Stadt für alle“ hatten die Ortsbeiratssitzung ebenfalls besucht. Eine Vertreterin der Gruppe kritisierte, dass eine Zwangsräumung für die Familie die Obdachlosigkeit bedeute oder „die Unterbringung in einer Notunterkunft“. Linken-Stadtverordneter Eyup Yilmaz sagte, er habe sich „geschämt“, wie die ABG als städtische Wohnungsgesellschaft mit ihren Mietern umspringe. Es sei „ein Skandal“, dass den Taouils gekündigt worden ist, weil sie geklagt habe.

Kein Einsatz des Magistrats

Für die Familie hat sich auch der Ortsbeirat 3 in seiner Sitzung stark gemacht. Linke, Ökolinx und Volt votierten für einen Antrag der Linken, dass der Magistrat die Zwangsräumung verhindern soll. Das lehnten die anderen Fraktionen ab. Sie könnten den langjährigen Rechtsstreit nicht nachvollziehen, sagte Gabriele Trah (Grüne). Dass sich SPD und Grüne der Forderung nicht anschlossen, sei peinlich, kritisierte Manfred Zieran (Ökolinx). Wichtig sei ein klares Signal des Ortsbeirats.

In einem eigenen, mündlichen Antrag, forderten Grüne und SPD, die Räumung auszusetzen. Sie wollten erreichen, dass zunächst keine Fakten geschaffen werden, um sich dann nach der Sommerpause erneut mit dem Thema zu befassen, so Rüdiger Koch (SPD). Werde die Kündigung nur aufgeschoben, lebe die Familie weiter in ständiger Angst, geräumt zu werden, monierte Martina van Holst (Linke). CDU und FDP enthielten sich.

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