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Nachverdichtung an der Nibelungenallee

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Von: Boris Schlepper

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Der Beamten-Wohnungs-Verein baut auf seinem Bestand 32 neue Wohnungen am Alleenring.
Der Beamten-Wohnungs-Verein baut auf seinem Bestand 32 neue Wohnungen am Alleenring. © Monika Müller

Wohngenossenschaft stockt elf Gebäude am Alleenring auf. Die Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, die für 12 Euro pro Quadratmeter vermietet werden, sollen auch an Familien gehen.

Der Beamten-Wohnungs-Verein (BWV) verdichtet seinen Bestand an der Nibelungenallee nach. 32 Wohnungen entstehen bis Anfang kommenden Jahres auf den elf Häusern in dem Karree zwischen Spohr- und Richard-Wagner-Straße. Die Hälfte der Bleiben hat die Wohnungsbaugenossenschaften fertiggestellt.

Seit zwei Jahren werden die Gebäude am Alleenring um zwei Etagen aufgestockt. Insgesamt 3000 Quadratmeter Wohnraum entstehen dabei, sagte BWV-Vorstand Martin Neckel bei einem Rundgang am Dienstag. Vorgesehen sind Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Die größeren sollen bevorzugt an Familien gehen, so Neckel. Damit sich diese die Miete leisten könne, liege der Preis pro Quadratmeter bei zwölf Euro.

Der Beamten-Wohnungs-Verein habe dafür beim Bau „auf Luxus verzichtet“, so Neckel. So gebe es etwa weder elektrische Rollläden noch Fußbodenheizungen, die auch in der Instandhaltung teurer seien. Zudem setze die Genossenschaft auf das „Prinzip Selbsthilfe“, demnach die neuen Bewohnerinnen und Bewohner eigenständig die Wände tapezieren und/oder streichen müssen.

Erschlossen werden die neuen Bleiben unter anderem über drei Aufzüge. Bei den meisten Wohnungen handele es sich um Maisonettewohnungen über zwei Etagen mit Balkon. Da das Bauvorhaben keine Modernisierung ist, blieben die Mieten der 80 Bestandswohnungen unberührt bei knapp sieben Euro pro Quadratmeter. Die Gesamtinvestition inklusive Neugestaltung des Innenhofs und Kinderspielplatz belaufe sich auf rund 15 Millionen Euro.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) lobte die Aufstockung als „nachhaltige und Flächen schonende“ Nachverdichtung mit bezahlbaren Mieten. Wer im Nordend eine neue Wohnung für diesen Preis finden wolle, müsse lange suchen. Dabei seien es nicht nur Geringverdienende, sondern zunehmen auch Fachkräfte, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen seien. Wichtig sei es deshalb, Vorgaben für Bestandshalter wie den Beamten-Wohnungs-Verein zu schaffen, demnach diese priorisiert werden.

Positiv erwähnte Josef, dass auch größere Wohnungen für Familien entstünden, die in Frankfurt Mangelware seien. Erfreulich sei auch, dass die Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden und der Neubau nach dem KfW-70-Standard errichtet werden, der etwa 30 Prozent weniger Primärenergie verbraucht.

Die Vorsteherin des Ortsbeirats 3, Karin Guder (Grüne), begrüßt die Nachverdichtung, die sich „harmonisch“ in den Bestand anpasse. Lediglich der Hof müsse noch entsiegelt und begrünt werden. Kritik kam indes von einer Mieterin, die seit 15 Jahren in einer BWV-Wohnung in der Richard-Wagner-Straße lebt. So seien Bewohner:innen nur unzureichend informiert worden. Auch sei ihre Miete trotz erheblicher Einschränkungen während der Bauzeit, in der sie drei Wasserschäden gehabt habe, nicht reduziert worden.

BWV-Vorstand Matthias Henties hatte zur Eröffnung des Rundgangs eingeräumt, dass die Nachbarschaft durch das Projekt sehr in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

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