Der Schlossermeister Walter Günther ist ein nimmermüder Tüftler. 
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Der Schlossermeister Walter Günther ist ein nimmermüder Tüftler. 

Frankfurt-Nordend

Lob dem nachhaltigen Recycling im Nordend

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Ortsbeirat 3 ehrt das kreative Engagement der Mode-Kreativwerkstatt des Diakonischen Werks und von Schlossermeister Walter Günther.

Büroklammern und Korkenzieher aus alten Fahrradspeichen, Notizblöcke aus Altpapier, Mode aus Stoffresten. Nachhaltigkeit ist das Thema des Stadtteilpreises des Ortsbeirats 3, den das Gremium auf seinem Neujahrsempfang am Freitagabend verliehen hat. Den mit 600 Euro dotierten Preis teilen sich zwei Sieger: die Mode-Kreativwerkstatt des Diakonischen Werks für Frankfurt und Offenbach und Schlossermeister Walter Günther.

Walter Günther schaffe seit 20 Jahren als „einziger Erfinder des Nordends“ aus alten Dingen Kreatives und setze damit „ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität“, lobte Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne). Für seine Arbeit entwickelt er Maschinen, um etwa aus alten Speichen XXL-Büroklammern oder Sicherheitsnadeln zu fertigen. Als Mitarbeiter der Praunheimer Werkstatt in Fechenheim arbeite er bei der Produktion und im Vertrieb mit Menschen mit Behinderung zusammen – und leiste so einen Beitrag zur Integration.

„Tolle Arbeit“ leiste auch die Mode-Kreativwerkstatt in der Rohrbachstraße, lobte Guder die beiden Leiterinnen Maren Kurth-Zingelmann und Rita Lorz. Aus gespendeten Kleidungsstücken entwerfen sie Neues. So werden etwa aus abgelegten Herrenhemden Tragetaschen, aus Wollresten Spülschwämme. In der Schneiderei und dem angeschlossenen Secondhand-Laden sind 25 langzeitarbeitslose Frauen beschäftigt, „das ist eine wichtige Integrationsarbeit“, sagte die Ortsvorsteherin.

Außer den beiden Siegern hatte sich noch der Verein Hilfe im Nordend der Luthergemeinde, der Menschen in schwierigen Lebenssituationen wie Langzeitarbeitslose unterstützt, beworben. Darüber hinaus die Gemüseheldinnen, die auf dem Areal des geplanten Innvationsquartiers einen Permakulturgarten betreiben wollen. „Alle haben es verdient, den Preis zu bekommen“, sagte Guder. Doch die Arbeit der beiden Werkstätten hätten die Mitglieder besonders überzeugt. bos

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