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Die neue Orangerie im Bethmannpark. 

Frankfurt-Nordend

Mehr Platz zum Flanieren im Nordend

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Die Modernisierung des Bethmannparks ist fast abgeschlossen. Die Eröffnungsfeier kommt nach Ostern.

Wer den Bethmannpark länger nicht besucht hat, wird überrascht sein: Viel aufgeräumter und größer wirkt die Grünanlage im nördlichen Teil am Eingang Mauerweg. Die rund 1,3 Millionen Euro teure Modernisierung hat sich allein deshalb gelohnt. Der Neubau der Orangerie zieht sofort alle Blicke auf sich.

Die Besonderheit des weiß gestrichenen Gebäudes ist sein Glasdach. Tageslicht erhellt den 100 Quadratmeter großen Innenraum. Für die Kübelpflanzen, die in der Orangerie überwintern, sind das optimale Bedingungen. Bis sie im Frühjahr an ihre angestammten Plätze im Freien kommen, haben sie es also warm und hell.

„Nach Ostern ist eine Eröffnungsfeier des Bethmannparks geplant“, sagt Simone Jacob, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Grünflächenamt zuständig ist. „Da bekommen die Bürger ihr Kleinod zurück.“ Bis es so allerdings so weit ist, sind noch einige Restarbeiten zu erledigen. Die Pergola aus Stahl und Holz entlang der Mauer im nördlichen Teil ist fast fertig. Laut Jacob sollen an den Kletterhilfen später Rosen ranken und im Sommer Besucher mit ihren blühenden und duftenden Blüten verzaubern.

Im Sommer werden zwei Schachtische aufgestellt. Das große Schachfeld bleibt erhalten. Wo es noch unbepflanzte Beete gibt, setzen die Gärtner demnächst Bodendecker und Stauden. Direkt neben der Orangerie – auf der Fläche befand sich ein Gewächshaus, das abgerissen worden ist – haben sie schon im vergangenen Jahr einen Baumhain angelegt. Drumherum wurden einige neue Bänke aufgestellt. Angrenzend ist eine Spielecke für Kleinkinder. Weil die Zufahrt zum Betriebshof des Grünflächenamtes geschlossen wird – er ist künftig von der Friedberger Landstraße aus zu erreichen – und eine Mauer versetzt wurde, wuchs die Parkfläche um 600 Quadratmeter.

Der Neubau der Orangerie orientiert sich laut Jacob am historischen Vorbild. Deshalb wurde auf angebaute Gewächshäuser und Toiletten verzichtet. Ob und wo es eine vollautomatische WC-Anlage wie im Holzhausen- oder Grüneburgpark auch im Bethmannpark geben wird, ist noch abzustimmen.

Auf 100 Quadratmetern überwintern hier die Kübelpflanzen des Parks. 

Die Orangerie wurde 1925 als Kamelienhaus von der Familie Bethmann errichtet. Die einfache Bauweise war anfällig: Im Laufe der Jahre traten Risse auf, auch das Fundament war beschädigt und teilweise gar nicht mehr vorhanden. Sanierung oder Abriss, das war bald die Frage. Weil die Orangerie samt angeschlossener Gewächshäuser aber keinen Zweck mehr im weiteren Sinn erfüllte, hatte der Magistrat auf eine Wirtschaftlichkeitsprüfung gedrängt. Das Ergebnis: ein Neubau.

Einst flanierte schon Goethe in dem „Garten vor dem Tore“ – dem heutigen Bethmannpark. Die Familie von Bethmann erwarb den Patriziergarten 1783 und gestaltete ihn dem Zeitgeist entsprechend mehrfach um. Die Stadt Frankfurt kaufte den Park 1941. Aus dem großbürgerlichen Park wurde 1953 ein städtischer Schaugarten als „praktischer Ratgeber“ für Blumen und Pflanzenfreunde. Geblieben ist davon die Pflanzenberatung – immer noch können Bürger „Blumendoktor“ Klaus Kugler drei Mal wöchentlich um Rat fragen. Die Grünfläche mitten in der Stadt steht seit 1976 unter Denkmalschutz.

Deshalb sind die Wege in der Grünanlage auch nicht asphaltiert, sondern haben eine wassergebundene Decke. Einige Wege sind neu. Sie waren durch die Baustelleneinrichtung für den Wiederaufbau des Chinesischen Pavillons beschädigt worden und mussten erneuert werden. Klagen gibt es jetzt, weil das Wasser nicht mehr richtig abläuft und sich Schlammpfützen bilden. „Das spielt sich noch ein“, beruhigt Jacob und bittet um etwas Geduld.

Tipps und Tricks

Die Pflanzenberatung kehrt wieder in die Orangerie im Bethmannpark zurück. Der Pflnazendoktor lädt ab Montag, 3. Februar, wieder zur Sprechstunde. Wie gewohnt montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr.

Während der Sanierung der Orangerie musste die Pflanzenberatung ausfallen. Im Frühjahr werden die städtischen Gärtner zahlreiche Stauden und Gehölze pflanzen, so dass sich die Parkbesucher an einer großen Blütenvielfalt erfreuen können. sky

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